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Das Recht auf Leben
anhand von Beispielen seit 2006
Extra-legale
Hinrichtungen
Gewaltakte
bewaffneter Gruppen
Politische
Morde
Todesschüsse
(extra-legale Hinrichtungen)
Bia vom 31.03.2006
Todesschüsse in
Batman
In Batman erschossen die
uniformierten Kräfte Fatih Tekin (3)
Radikal vom 01.04.2006
Der Name des in Diyarbakir
getöteten Kindes wurde mit Enes Ata (6) und der Name des Jugendlichen
mit Mehmet Akbulut (18) angegeben.
Milliyet vom 06.06.2006
Ungeklärter Mord
Das DEHAP Mitglied Selahattin
Aksu und seine Tochter Rozerin (7) wurden am 7. Juni im Dorf Yasar, im
Kreis Kiziltepe (Mardin) erschossen. Herr Aksu war dort als Saisonarbeiter
beschäftigt. Am fraglichen Tag ging er mit seiner Tochter noch einmal
aufs Feld. Gegen 21 Uhr wurden Schüsse gehört. Die Leichen wurden
am darauf folgenden Morgen gefunden. Vater und Tochter sollen aus kurzer
Entfernung erschossen worden sein.
Özgür Gündem
vom 17.06.2006
Tod bei Hausrazzia in
Van
Im Stadtteil Safak der Stadt
Bostanici (Van) führten die Sicherheitskräfte am 15. Juni eine
Razzia auf ein Haus durch. Dabei wurde Giyasettin Korkac getötet.
Das Haus soll einem Ikram Aydin gehört haben. Sondereinheiten und
Soldaten sollen Handgranaten in das Haus geworfen haben. Der Augenzeuge
Mehmet Aydin berichtete: "Auf meinem Weg nach Hause sah ich, dass im Stadtteil
viele Polizisten, Soldaten und gepanzerte Fahrzeuge waren. Das Haus von
Ikram Aydin war umstellt. Zuerst kamen die Hausbesitzer raus. Sie wurden
verprügelt und dann fortgebracht. Dann kam eine Explosion. Ein Panzer
hat die Mauer des Hauses eingefahren." Der IHD beklagte sich, dass die
Augenzeugen des Vorfalls immer noch in Polizeihaft sind
Zaman vom 21.06.2006
Freispruch für Todesschüsse
Die 8. Kammer des Landgerichts
Ankara hat die Polizeibeamten S.K., A.E., E.G., B.G. und M.T. im Zusammenhang
mit der Erschießung von Eyüp Beyaz am 1. Juli 2005 freigesprochen,
da die Form der Gewalt dem Angriff entsprochen habe. Eyüp Beyaz war
bei einem versuchten Selbstmordattentat auf das Justizministerium überrascht
worden und wurde auf der Flucht getötet.
Özgür Gündem
vom 28.06.2006
Extra-legale Hinrichtung
Die im Ausland erscheinende
Zeitung Özgür Politika hat anhand von Fotos, die ein Unteroffizier
aufgenommen haben soll, Vorwürfe erhoben, dass der iranische HPG Militante
Abbas Emani bei einem Gefecht in der Nähe des Dorfes Tepecik im Kreis
Besiri (Batman) am 25. August 2005 lebend gefasst und dann umgebracht wurde.
Man habe ihm eine militärische Uniform angezogen und er habe dann
3 Kilometer bis zu einem Stützpunkt eines Spezialteams gehen müssen.
Dort sei er verhört und dann erschossen worden. Dann habe man ihn
wieder zu dem Ort des Gefechtes geschleift und verbrannt.
Radikal vom 29.08.2006
Todesschüsse in
Balikesir
Am 27. August erschossen
Polizisten Halil Bulut in Balikesir, weil er nicht anhielt. Er soll schwer
alkoholisiert gewesen sein. Die Polizisten behaupteten, dass sie auf die
Reifen zielten, aber Halil Bulut wurde in die Brust geschossen.
Radikal vom 01.09.2006
Todesschüsse in
Izmir
Am 30. August schoss die
Polizei in Izmir auf ein Fahrzeug im Stadtteil Kahramanlar im Kreis Konak
(Izmir). Der Fußgänger Aziz Yargi wurde dabei getötet.
Nach offizieller Darstellung wurde aus dem Auto ebenfalls geschossen und
Aziz Yargi geriet zwischen die "Fronten".
Radikal vom 06.09.2006
Todesschüsse in
Batman
Am 5. September eröffneten
Soldaten der Gendarmerie Feuer auf ein Fahrzeug, das von Kozluk nach Batman
fuhr. Dabei starb Mizgin Özbek (9) und zwei namentlich nicht genannte
Personen. Samiye Özbek und Hadi Özbek wurden verletzt. Der Gouverneur
von Batman behauptete, dass aus dem Fahrzeug auf die Soldaten geschossen
und eine Handgranate geworfen wurde. Zwei männliche Terroristen seien
danach mit ihren Waffen verhaftet worden. Bei dem Gefecht sei das Mädchen
Mizgin Özbek im Auto getötet worden. Seine Mutter Samiye Özbek
sei verletzt worden und werde im Krankenhaus behandelt. Der Fahrer sei
unverletzt geblieben. Saadet Becerikli vom IHD in Batman sprach mit Samiye
Özbek im Krankenhaus. Sie habe berichtet, dass sie auf dem Weg zu
einem Arzttermin waren. Auf dem Weg hätten sie zwei jugendliche Anhalter
mitgenommen. Die hätten sich neben die Tochter Mizgin gesetzt, während
der Sohn Hadi das Auto gefahren habe. In der Nähe von Taslidere sei
plötzlich auf das Fahrzeug geschossen worden. Es habe keinen Versuch
gegeben, das Fahrzeug zum Anhalten zu bewegen. Dabei sei wohl auf die Rücksitze
geschossen worden, denn alle, die dort saßen, wurden getötet.
Saadet Becerikli gab weiter an, dass es im Fahrzeug keine Waffen gab.
Özgür Gündem/Radikal
vom 07.09.2006
Die Menschenrechtsorganisationen
IHD und Mazlum Der werden den Vorfall untersuchen. Saadet Becerikli sagte,
dass Augenzeugen berichtet haben, dass es keine bewaffnete Auseinandersetzung
gab. Vom Generalstab wurde erklärt, dass eine Straßenkontrolle
aufgrund eines Hinweises stattfand. Dabei wurde versucht, ein ziviles Auto
anzuhalten. Auf dem Rücksitz seien zwei Terroristen und die zwischen
ihnen sitzende Mizgin Özbek getötet worden. Im Fahrzeug sollen
Waffen und Bomben gefunden worden sein. Der Fahrer Hadi Özbek sei
am 6. September freigelassen worden. Er habe ausgesagt, dass er die Anhalter
zunächst für Bauern gehalten habe, da sie zwei Säcke mit
Zwiebeln vor sich hatten. Am Kontrollpunkt seien sie in Panik geraten und
hätten gedroht, ihn und seine Mutter umzubringen, wenn er anhalte.
Deshalb sei er weiter gefahren und es habe eine Schießerei gegeben.
Özgür Gündem/Radikal
vom 08.09.2006
Die Delegation mit je einem
Vertreter des IHD und Mazlum und 2 Anwälten der Anwaltskammer in Batman
hat den Vorfall untersucht. Hadi Özbek erzählte ihnen am 7. September,
dass er erst nachdem die Anhalter ins Auto gestiegen seien, gemerkt habe,
dass sie bewaffnet waren. Am Kontrollpunkt sei es zu einer Panik gekommen
und das Auto sei direkt vor einem Panzer zum Stehen gekommen. Noch bevor
die Anhalter ihre Waffen ziehen konnten, habe ein Kugelhagel begonnen,
dem er und seine Mutter entgingen, weil sie direkt vor dem Panzer standen.
Nach Özgür Gündem soll Hadi Özbek gesagt haben, dass
die Leute auf dem Rücksitz eine Handgranate warfen.
Evrensel vom 05.10.2006
Todesschüsse in
Adana
Am 3. Oktober erschoss die
Polizei in Ceyhan (Adana) Murat Kasap, als er nach einem Unfall versuchte
zu fliehen, da er keinen Führerschein besaß.
Özgür Gündem/Zaman
vom 15./16.10.2006
Todesschüsse an
der Grenze
Soldaten der Gendarmerie
haben am 14 Oktober Aslan Aydin (41) in der Nähe des Dorfes Albayrak
im Kreis Baskale (Van) erschossen. Es soll sich bei ihm um einen Schmuggler
mit Heizöl gehandelt haben, der der Aufforderung, stehen zu bleiben,
nicht nachkam.
Gündem vom 26.01.2007
Vorwurf der außergerichtlichen
Hinrichtung
Am 25. Januar begann das
Amtsgericht Nr. 2 in Mardin mit der Anhörung im Verfahren gegen den
PKK-Geständigen Ömer Karatas, ein Dorfschützer aus dem Dorf
Germik im Kreis Derik von Mardin. Das Verfahren war im Zusammenhang mit
der Tötung des HPG-Militanten, Mehmet Serif Unat, am 25. Juni 2006
eröffnet worden. Den offiziellen Angaben zufolge war Unat während
einer Kampfhandlung getötet worden. Das Verfahren war aufgrund einer
Klage der Unat-Familie eröffnet worden.Ömer Karatas sagte wie
folgt aus: "Ich war in der Region, um eine Untersuchung und Inspektion
zu machen. Die Kommandantur der Polizei in Derik war informiert. Ich bin
ein PKK-Geständiger und zugleich ein Dorfschützer. Jemand kam
nahe an mein Fahrzeug. Er klopfte an das Fenster, und ich schoss ihn tot,
als er versuchte, mich zu töten. Ich kannte seinen Code-Namen Seyda,
und er war ein Terrorist. Nachdem ich ihn tötete, entkamen seine drei
Freunde. Ich nahm den Terroristen in mein Auto und brachte ihn zur Polizeiwache."
Das Gericht vertagte die Anhörung zum 1. Mai. Den Nachrichten zufolge,
die in der Homepage der Zeitschrift Özgür Politika erschienen,
war Unat verwundet, als er zur Gendarmeriestation in Derik gebracht wurde,
und wurde im Garten der Wache erschossen. Özgür Politika behauptete
auch, dass obwohl der Ort der Kampfhandlung nahe der Kreisstadt war, niemand
die Kampfhandlung gehört hat, dass jedoch stattdessen Personen, welche
die nahe Gendarmeriestation verließen, Schüsse hörten und
von Soldaten gewarnt wurden.
Gündem, 09.04.2007
Verdacht der Entführung
Deham Özdemir wandte
sich an die Zweigstelle des Menschenrechtsvereins in Adana, weil sein Vater
Hadi Özdemir seit dem 2. April verschwunden sei. Deham Özdemir
berichtete, dass sein Vater 1995 fünf Monate lang inhaftiert gewesen
sei unter der Beschuldigung "der PKK zu helfen", sein Onkel sei bei Kampfhandlungen
getötet worden, sein Bruder habe sich der PKK angeschlossen. Er sagte:
"Mein Vater wurde seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis von der
Polizei bedroht. Die Polizei hatte versucht, meinen Vater zu entführen,
als er zum Ceyhan-E-Typ-Gefängnis gegangen war, um seine Freunde zu
besuchen. Sie ließen ihn jedoch im Stadtzentrum frei, weil die in
der Nähe befindlichen Leute gesehen hatten, wie er zwangsweise in
das Polizeifahrzeug verbracht wurde. Wir organisierten im letzten Jahr
eine Gedenkfeier für meinen Onkel. Danach nahmen die Drohungen zu.
Mein Vater musste wegen der Drohungen mit dem Viehhandel aufhören."
Özdemir fügte hinzu, dass das Sicherheitsdirektorat von Ceyhan,
das Gouverneursamt, der Staatsanwalt und die Gendarmeriekommandantur auf
seine Anfragen bezüglich seines Vaters nicht geantwortet hätten.
Atilim-TIHV, 11.04.2007
Die Leiche des am 2. April
im Kreis Ceyhan in der Provinz Adana verschwundenen Hadi Özdemir wurde
im Ceyhan-Fluss gefunden. Die Leiche wies keine Schussverletzungen auf.
Der Bericht über die Todesursache wird in einem Monat erwartet.
Evrensel, 12.04.2007
Veysel Bahadir, eine der
Personen, welche die Leiche von Hadi Özdemir (64) aus dem Fluss bargen,
berichtete Folgendes: "Ich ging zum Platz des Vorfalls, als ich die Menge
sah. Als ich bemerkte, dass die tote Person im Fluss Hadi Özdemir
war, sprang ich in den Fluss. Mit Hilfe anderer Leute holte ich die Leiche
aus dem Fluss. Die Leiche wurde zum Staatskrankenhaus Ceyhan gebracht.
Im Krankenhaus wurde bei der ersten Untersuchung festgestellt, dass sein
Nacken und die Füße gebrochen waren."
Radikal vom 24.04.07
Aufforderung, stehen
zu bleiben...
Am 22. April wurde der Dorfschützer
Mikail Setin in der Nähe des Dorfes Kuzludere, Ortschaft Payas, Kreisstadt
Dörtyol (Hatay) getötet, da er nicht auf die Anweisung der Soldaten,
stehen zu bleiben, reagiert haben soll. Dabei wurde auch sein älterer
Bruder Mehmet Cetin verwundet. Der Gouverneur von Hatay, Ahmet Kayhan,
teilte mit, dass der Zwischenfall gegen 20 Uhr passierte, die Cetin-Brüder
nicht bewaffnet gewesen seien und Rucksäcke bei sich gehabt hätten.
Kayhan sagte: "Die Kommandoeinheit der Gendarmerie, die gegen die Terrororganisation
kämpft, sahen in der Dunkelheit zwei Personen mit Rucksäcken
im Gestrüpp und forderten sie auf, stehen zu bleiben. Als diese Personen
flüchteten, wurde das Feuer eröffnet. Dabei wurde ein Dorfschützer
getötet und der andere verletzt. Das war eine Situation, die sich
aus einem Missverständnis ergeben hat."
Gündem vom 03.05.07
Verdacht einer außergerichtlichen
Hinrichtung
Bei einer Razzia im Stadtteil
Dag der Kreisstadt Derik (Mardin) am 2. Mai starb eine Person. In einer
offiziellen Erklärung heißt es, bei dem Toten handele es sich
um den HPG-Militanten Heysen (Haysem) Anik und er sei während einer
bewaffneten Auseinandersetzung gestorben. Wie mitgeteilt wurde, ist Heysen
Anik der Sohn des Bürgermeisters der Kreisstadt Dargecit (Mardin)
von der DTP, Süleyman Anik. Die bei der Razzia im Haus anwesenden
fünf Personen wurden in Polizeigewahrsam genommen. In einer Nachricht
der Zeitung Gündem jedoch heißt es, in dem Haus sei es nicht
zu einer bewaffneten Auseinandersetzung gekommen, sondern Heysen Anik sei
von Kräften der Sondereinheit „Özel tim“ getötet worden.
Radikal, 04.08.2007
Tod nach Nichtbeachtung
von Stop-Warnung
Die Polizei eröffnete
im Kreis Alanya in der Provinz Antalya das Feuer auf zwei Frauen, die sie
des Diebstahls verdächtigte. Nachrichten zufolge hielten die Frauen
nicht an einem Kontrollpunkt und die Polizei eröffnete das Feuer.
Bei dem Vorfall starb Narin Bulut und Hanim Calikusu wurde verletzt.
ANF, 21.09.07
Tod nach Nichtbeachten
einer Halt-Aufforderung
In dem Dorf Ortaklar (Besusin),
Kreis Semdinli, Povinz Hakkari, eröffneten Soldaten am Abend des 20.09.07
das Feuer auf ein Auto. Der Dorfbewohner Fikret Erdem starb dabei. Offiziell
hieß es, er habe auf die Aufforderung, anzuhalten, nicht reagiert.
BIA-Evrensel, 14-19.09.07
Dorfbewohner von Soldaten
getötet...
Ejder Demir, der im Dorf
Asagi Kockiran, Kreis Özalp (Van) lebte, wurde am 13.09.07 von der
Gendarmerie getötet. Offiziell hieß es, er habe nach dem Störungsfeuer
der Soldaten zurückgeschossen. Die Dorfbewohner jedoch sagten, dass
nicht geschossen worden sei. Die Staatsanwaltschaft von Özalp nahm
die Untersuchungen im Todesfall Ejder Demir auf.
atilim.org, 28.09.2007
Zwei Jugendliche bei
Militäroperation erschossen
Bei einer Operation in dem
Dorf Boydas (Hozat-Tunceli) schossen Soldaten auf die Jugendlichen Bülent
Karatas und Ali Riza Cicek. Bülent Karatas starb und Ali Riza Cicek,
der schwer verletzt war, starb im Krankenhaus in Elazig.
bianet, Radikal, 05.10.2007
Außergerichtliche
Hinrichtung
Eine Delegation, die den
Tod von Ejder Demir untersuchte, ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es
eine außergerichtliche Hinrichtung war. Die Delegation zitierte Zeugen
und bezog sich hauptsächlich auf die Tatsache, dass Ejder Demir von
hinten erschossen wurde. Ejder Demir wurde wegen Schmuggels gesucht und
die Soldaten waren auf einen Hinweis hin am 13. September in sein Dorf
Asagi Kockiran gekommen.
Gündem, 18.10.2007
Ermordung zweier Bauern
Die Delegation, die die
Ermordung von Ali Taydas und seinem Bruder Hidir Taydas im Kreis Mazgirt
(Tunceli) untersucht hat, hat ihren Bericht abgeschlossen. In dem Bericht,
der von der Zweigstelle des Menschenrechtsvereins Tunceli, der Anwaltskammer
Tunceli, dem Parlamentsabgeordneten von Tunceli Serafettin Halis und dem
Mitglied des Stadtrats von Mazgirt Salih Gündogan abgefasst wurde,
urteilt, dass das Recht auf Leben verletzt wurde. Der Bericht fordert,
dass die Soldaten aus dem Dienst entlassen und vor Gericht gestellt werden.
yeniozgurpolitika.com, 19.10.2007
Kein Verfahren nach Tötung
wegen Nichtbeachtung von Halt-Befehl
Die Distriktsverwaltung
des Bezirks Ceyhan (Adana) genehmigte kein Verfahren gegen den Polizisten
Halil Ibrahim Yildirim im Fall der Tötung von Murat Kasap. Murat Kasap
war erschossen worden, weil er einem Halbefehl der Polizei nicht gefolgt
war. In der Nacht des 29. September 2006 hatte der Polizist Halil Ibrahim
Yildirim im Stadtteil Haci Ibrahim mit seinem Gewehr auf Murat Kasap (19)
und Resit Seven geschossen, weil sie den Haltebefehl der Polizei nicht
beachtet hatten. Bei dem Vorfall war Murat Kasap getötet und Resit
Seven verletzt worden.
Star-Gündem, 24.10.2007
Tod im Zusammenhang mit
Polizeikontrolle
Am 23. Oktober erschoss
die Polizei eine Person aus einem Minibus, der bei einem Kontrollpunkt
im Kreis Kale (Provinz Malatya) angehalten wurde, und verletzte eine andere.
Der Polizeichef von Malatya sagte, die beiden Leute hätten mit langläufigen
Gewehren auf den Polizeitrupp geschossen, als sie aus dem Minibus herauskamen.
Bei dem Schusswechsel mit der Polizei sei eine Person, von der angenommen
werde, dass sie ein Terrorist sei, getötet und eine andere Person
lebend gefasst worden.
Evrensel, 25.10.2007
Polizist erschießt
Verdächtigen
Ein Polizist tötete
Emrah Gider, der in zwei Fällen von Körperverletzung verdächtigt
wurde und der Widerstand gegen die Polizei geleistet haben soll. Bei einer
Demonstration der Bewohner des Stadtteils wegen der Tötung von Gider
wurde ein Polizist verletzt und drei Personen wurden festgenommen.
Radikal, 23.11.2007
Tod im Zusammenhang mit
Identitätskontrolle
Am 21. November wurde Feyzullah
Ete (26) bei einem Streit mit der Polizei nach einer Identitätskontrolle
in einem Park im Stadtteil Avcilar (Istanbul) durch einen Fußtritt
auf die Brust getötet. Laut Aussagen von Augenzeugen verursachte das
Treten des Zivilpolizisten gegen die Brust von Ete dessen Tod. Der Zivilpolizist
wurde freigelassen, nachdem er eine Aussage gemacht hatte.
Radikal, 11.12.2007
Tötung bei Razzia
in Ankara
Am 10. Dezember führten
die Anti-Terror-Einheiten in Ankara im Stadtteil Cebeci Quarter in einer
verdächtigen Wohnung eine Razzia durch, bei der Kevser Mizrak getötet
wurde. Bei der Operation wurden zwei Polizisten und eine Person (Sezgin
C.) festgenommen. Kevser Mizrak und die festgenommene Person sollen Mitglieder
der Revolutionären Volksbefreiungs-Partei/Front (DHKP/C) sein.
Gewaltakte bewaffneter
Gruppen
Özgür Gündem
vom 12.08.2004
Aktion der MKP
Die Familie des im Juli
getöteten Zeynel Benler (59) hat sich gegen den Vorwurf gewehrt, dass
es sich bei ihm um einen "kollaborierenden Agenten" handelt. Die Maoistische
Kommunistische Partei MKP (Nachfolger von TIKKO) hatte sich zu dem Mord
auf der Hochweide Heldagi (Zeldagi) im Kreis Pülümür (Tunceli)
mit dieser Anschuldigung bekannt. Die Tochter Semra Benler (18), die bei
dem Vorfall verletzt wurde, gab bekannt, dass es sich um Blutrache handele,
da ihre Familie für den Tod von 3 Personen aus der Familie Kahraman
im Jahre 1993 verantwortlich gemacht werde. Damals sei Veli Kahraman ebenfalls
als "Agent" umgebracht worden und zwei seiner Töchter, die das verhindern
wollten, hätten ebenfalls das Leben verloren. Erdal Benler habe zu
diesem Zeitpunkt für die PKK gekämpft, sei aber im Kampf gefallen.
Die Familie Kahraman habe die Familie Benler für die Morde verantwortlich
gemacht und Murat Kahraman habe sich im Jahre 1993 der TIKKO anschließen
wollen. Der Überfall auf die Hochweide sei von einer Gruppe mit 20
Personen, darunter Murat Kahraman, Abidin Kahraman, Ali Riza Kahraman und
Ecevit Bulut, durchgeführt worden. Sie hätten sie zwischen 22
und 23 Uhr aus den Zelten geholt und gemeint, dass die Partei meinen Vater
verhören wolle. Da er nicht mitging, sei er erschossen worden. Sie
sei ebenfalls beschossen worden. Ihre Geschwister seien verprügelt
worden, wobei der Murat Kahraman meinte, dass die PKK sie doch retten solle,
wenn sie der Organisation trauten. Die Aktion selber sei aber im Stile
einer Blutrache und nicht als politische Abrechnung durchgeführt worden,
sagte Semra Benler.
Özgür Gündem
vom 08.07.2005
Necati Yurdakul getötet
Die PKK gab bekannt, dass
sie Necati Yurdakul töteten, weil er in Hakkari für JITEM gearbeitet
habe.
Milliyet vom 08.08.2006
Funktionär der HPG
ermordet
Ramazan Toptas, ein leitender
Funktionär des bewaffneten Flügels der PKK, der HPG, wurde am
1. August in den Kandil Bergen (Nordirak) ermordet. Er soll sich der Patriotischen
Demokratischen Partei (PWD) des Osman Öcalan angeschlossen haben.
Die PKK wiederum sagte, dass der Angreifer gefasst worden sei und verhört
werde.
Radikal, 15.05.2007
Toter durch Bombenexplosion
Eine Bombe explodierte am
12. Mai auf dem Markt im Stadtteil Özkanlar im Kreis Bornova in der
Provinz Izmir. Bei der Explosion wurden viele Menschen verletzt, Hatem
Kartal erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Den Nachrichten zufolge
befand sich die Bombe in einem Korb auf einem Fahrrad. Keine Organisation
bekannte sich zu dem Anschlag.
Milliyet-Radikal, 23.05.2007
Bombenanschlag in Ankara
Am 22. Mai explodierte nachmittags
gegen 6.45 Uhr im Stadtteil Ulus von Ankara eine Bombe. 6 Personen starben
und mehr als 100 Personen wurden durch die Explosion verletzt. Bei dem
Sprengstoff soll es sich um den Typ A-4 handeln und das Ziel des Anschlags
sollen der Kommandeur der Türkischen Armee und militärische Besucher
gewesen sein, die in die Türkei gekommen waren, um an der Messe der
Waffenindustrie IDEF 2007 teilzunehmen und die durch Ulus gehen sollten.
Da es keine Aushöhlung im Boden gab, wo die Bombe explodierte, vermuteten
die Beamten, dass die Bombe beim Tragen versehentlich explodiert ist. Die
Sicherheitskräfte untersuchen, ob eine der getöteten Personen
der Attentäter war.
Atilim-Milliyet, 24.05.2007
Der Gouverneur von Ankara,
Kemal Önal, gab bekannt, dass der Bombenanschlag am 22. Mai in der
Anafartalar Avenue in Ankara von Güven Akkus ausgeführt wurde.
Der Gouverneur betonte, dass der Attentäter aufgrund von am Tatort
gefundenen Körperteilen identifiziert worden sei. Bisher ist nicht
klar, ob es ein Bombenanschlag war oder ob die Bombe beim Tragen explodierte.
Güven Akkus war 1996 unter der Anklage der "Mitgliedschaft der Revolutionären
Kommunistischen Union der Türkei (TIKB)" im Gefängnis. Nach seiner
Freilassung ist er angeblich der PKK beigetreten.
Die TIKB gab bekannt, dass
die Organisation nicht in den Anschlag verwickelt sei. Laut den Erklärungen
soll Güven Akkus 1997 als Sympathisant Beziehungen zur T?KB gehabt
haben, nach seiner Freilassung habe die Organisation keine Beziehung mehr
zu ihm gehabt.
Inzwischen hat auch die
PKK eine Erklärung abgegeben und alle Behauptungen zurückgewiesen,
dass der Anschlag von der PKK organisiert worden sei.
Birgün, 08.06.2007
Bombenanschläge
Selahattin Deniz, der bei
dem Bombenanschlag am 22. Mai in Ankara verletzt wurde, starb am 7. Juni.
Yeni Safak-Gündem, 11.10.2007
Bombenanschlag in Diyarbakir
In Diyarbakir wurde eine
Handgranate auf einen Trupp Polizisten geworfen. Ein Polizist starb und
sechs Personen, darunter ein Kind, wurden verletzt. Ein gepanzertes Fahrzeug
wurde zum Tatort geschickt, es überfuhr Frau Emine Arik (69).
Yeni Safak, 08.10.2007
Bombenexplosion in Istanbul
Am Abend des 7. Oktober
explodierte eine Bombe, die in einem Abfallbehälter in einem Park
in Avcilar (Istanbul) deponiert worden war. Fünf Personen wurden verletzt,
darunter ein Polizist.
ntvmsnbc.com, 25.12.2007
Ein Toter durch Bombenexplosion
in Istanbul
Im Stadtteil Sefaköy
von Istanbul wurden durch eine Bombe, die in einem Abfallbehälter
explodierte, eine Person getötet und sechs Personen verletzt.
Politische Morde
Vatan vom 15.09.2006
Mord durch unbekannte
Täter
Unbekannte Männer töteten
am 13. September den taubstummen Adem Yilmaz in Gaziosmanpasa (Istanbul).
Adem Yilmaz war zusammen mit Kabil Güler, Ali Subasi und Sinan Yavuz
am 8. April 2005 festgenommen worden. Die Verdächtigen wurden in Zusammenhang
mit dem Mord an Esat Atmaca gebracht, der der Front für Rechte und
Freiheiten nahe stand. Adem Yilmaz war nach 14 Monaten U-Haft freigelassen
worden.
Hürriyet-Sabah, 19.04.2007
Mordanschlag gegen Christen
in Malatya
Drei Personen wurden bei
einem Mordanschlag gegen das Zirve-Verlagshaus, das Bücher über
das Christentum veröffentlicht, am 18. April in Malatya getötet.
Der Vorfall ereignete sich folgendermaßen: Cuma Özdemir (20),
Hamit Ceker (19), Salih Gürler (20) und Abuzer Yildirim (19) überfielen
das Büro des Zirve-Verlags im Stadtteil Niyazi Misri gegen 13.30 Uhr.
Die Attentäter verschlossen die Tür von innen und fesselten die
Hände, Füße und banden die Münder des deutschen Staatsbürgers
Tilman Ekkehart Geske (46) und von Necati Aydin (35) zu, indem sie sie
mit Messern bedrohten. Ugur Yüksel kam zu dem Büro und rief Necati
Aydin mit dem Telefon an, nachdem er eine Weile geklingelt hatte. Aydin
sagte ihm, er solle weggehen und im Hotel bleiben. Ugur Yüksel war
die Situation verdächtig und er rief die Polizei an. Als er danach
an die Tür klopfte, zogen ihn die Attentäter hinein und banden
seine Hände, Füße und seinen Mund. Sie töteten alle
drei Personen, indem sie ihnen die Kehle durchschnitten. Als die Polizei
zum Tatort kam, geriet der Attentäter Emre Günaydin in Panik
und sprang aus dem Fenster. Die anderen vier Attentäter wurden im
Büro von der Polizei festgenommen. Geske und Aydin starben den Berichten
zufolge am Tatort, Yüksek starb im Krankenhaus. Es wird angenommen,
dass Emre Günaydin der Anführer und Organisator des Mordanschlags
war. Die Polizei führte in dem Ihlas-Studentenwohnheim, in dem die
Studenten lebten, eine Razzia durch. Es wurde bekannt, dass Emre Günaydin
am 28. Januar aus dem Wohnheim entlassen wurde und die anderen dort noch
wohnten.
Yeni Safak, 05.10.2007
Urteil gegen Mörder
des Priesters Santoro rechtskräftig
Die 1. Kammer des Kassationshofes
bestätigte die Verurteilung von O.A. zu einer Haftstrafe vom 18 Jahren
und 10 Monaten. O.A. war wegen der Ermordung des Priesters Andrea Santaro
von der St. Maria Kirche in Trabzon verurteilt worden.
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