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Haftbedingungen in Gefängnissen der Türkei
Meldungen des Demokratischen Türkeiforums aus den Jahren 2006, 2007 und 2008

Beispiele 2007
Beispiele 2008

Atilim/Milliyet vom 07., 15. und 17.01.2006
Tod im Gefängnis
Serdar Demirel, der sich seit dem 9. Mai 2005 im F-Typ Gefängnis von Sincan (Ankara) im Todesfasten befand, ist am 7. Januar verstorben. Er soll am 18. Dezember 2005 den Versuch der Selbstverbrennung unternommen haben und wurde danach in das Numune Krankenhaus in Ankara verlegt, wo er dann verstarb.
  
Milliyet vom 05.02.2006
Tod im Gefängnis
Am 1. Februar wurde der wegen eines gewöhnlichen kriminellen Deliktes inhaftierte Ömer Celik im Gefängnis von Mersin tot aufgefunden. Nach offizieller Darstellung soll er sich erhängt haben. Seine Frau Sadiye Celik zweifelte dies jedoch an, da er sie noch einen Tag vor seinem Tod um Geld gebeten habe. Sie wies darauf hin, dass ihr Mann 2  Wärter vor Gericht gebracht hatte, die einen Handel mit Handys für die Gefangenen betrieben.
  
Özgür Gündem vom 22.02.2006
Haftbedingungen vom Typ F
Deniz Yasar gab der Zeitung nach seiner Entlassung aus dem F-Typ Gefängnis von Tekirdag ein Interview. Darin sagte er: "Erst kommt man in eine Einzelzelle und später in einen Raum mit 3 Gefangenen. Kaltes Wasser fließt am Tag zwischen 5 und 10 Minuten. Zwei Mal in der Woche soll es warmes Wasser geben, aber das passiert nur einmal im Monat. Wir konnten an keinen Kursen wie Englisch oder Computerkursen teilnehmen. Wir erhalten nicht die Bücher, die wir wollen, aus der Bibliothek und die Bücher, die uns geschickt werden, werden wieder zurück geschickt. Unser Recht auf 5 Stunden Besuch pro Woche wird wegen Disziplinarstrafen wegen Hungerstreik etc. auf eine Stunden beschränkt." Er habe auch nur wenige der Briefe erhalten, die ihm geschickt wurden. Es werde viel zu häufig gezählt und wenn dabei viele Soldaten kommen, gebe es Prügel genauso wie auf dem Weg zum Krankenhaus, zum Gericht und wieder zurück. Immer noch seien Freunde im Gefängnis von Disziplinarstrafen betroffen, die es wegen eines Hungerstreiks vor 4 Monaten gegeben habe. Sie würden in Isolationshaft gehalten.
  
Evrensel vom 24.06.2006
Selbstverbrennung in Izmir
Tahsin Mert und Mahur Ertugrul, die im F-Typ Gefängnis von Izmir eine Strafe wegen Mitgliedschaft in der Union der Islamischen Vereine und Gemeinden absitzen, haben sich am 6. Februar selber in Brand gesetzt. Als Grund gaben sie das neue Gesetz zum Strafvollzug, den Druck im Gefängnis und zwangsweise Behandlung von Hungerstreikenden an.
  
Özgür Gündem vom 11.04.2006
Prügel im Gefängnis
Im Gefängnis vom Typ F in Tekirdag sollen Wärter Gefangene, die am 21. März das Newroz-Fest feierten, verprügelt haben. Unter den Gefangenen sollen Sami Dündar, Bekir Kiliçarslan, Cengiz Ogurtan, Kenan Avci, Hasbi Aydemir, Muhammet Inal, Senol Akyaz, Muhammet Fatih Bingöl, Aga Saglik, Mustafa Erkan und Yunus Akbal verletzt sein. Ceylan Avci, die Mutter des Gefangenen Murat Avci, beschwerte sich, dass ihren Kindern immer wieder andere Disziplinarstrafen auferlegt werden und sie keine freien Besuche machen könne. Der Gefangene Yusuf Kaplan, der an einem Bein amputiert ist, soll seit dem 15. März in Isolationshaft gehalten und medizinisch nicht versorgt werden.
Aus den Gefängnissen in Buca und Sivas sollen Gefangene nach Burdur verlegt und dort zu 8 Personen in Zellen für 3 Personen gehalten werden. Seit dem 5. April befindet sich der Anwalt Behic Asci im Todesfasten gegen die Isolation in den F-Typ Gefängnissen. Im gleichen Haus führt auch die ehemalige Gefangene Fatma Koyupinar ihr Todesfasten fort. Dogan Çelik, Sezai Demirtas, Hatice Asik, Gözde Sahin und Cem Özcan haben sich mit einem unbefristeten Hungerstreik angeschlossen.
  
Milliyet/Özgür Gündem vom 21.04.2006
Tod im Gefängnis
Der unter dem Vorwurf der PKK Mitgliedschaft in Mersin inhaftierte Mehmet Alkan soll vor 10 Tagen in einer Zelle tot aufgefunden worden sein. Nach offizieller Darstellung soll er Selbstmord begangen haben, aber es wurde auch behauptet, dass er an Händen und Füßen gefesselt aufgehängt gewesen sei.

Özgür Gündem vom 23.04.2006
Foltervorwürfe aus dem Gefängnis
Sevgül Balci, die Mutter von Hakan Balci, der als Wehrpflichtiger an einer Demonstration für Abdullah Öcalan teilgenommen haben soll und am 13. April verhaftet worden war, wandte sich an den Hilfsverein für Gefangene (THYD-DER). Sie berichtete von einem Telefonat mit ihrem Sohn, der im Militärgefängnis Mamak (Ankara) festgehalten wird. Er habe ihr berichtet, dass er eine ganze Nacht lang mit Stöcken verprügelt wurde, und flehte seine Mutter an, ihn aus dem Gefängnis zu holen, da er sich nicht mehr aufrecht halten könne. Ursprünglich war Hakan Balci in das F-Typ Gefängnis in Sincan eingewiesen worden, später aber in das Militärgefängnis verlegt worden.
  
Özgür Gündem vom 06.-08.05.2006
Druck im Gefängnis
Yahya Gigan, ein Gefangener in Malatya, soll mit 13 Tage Isolationshaft belegt worden sein, weil er in einem Antrag den Begriff "werter Öcalan" benutzte. Aus dem gleichen Grunde sollen die sozialen Rechte der Gefangenen Ömer Hayri Konar, Suat Dasdan, Nevzat Içten, Çetin Ilkkan, Hüseyin Yeter und Bülent Atmaca beschnitten worden sein. In Gaziantep soll der Gefangene Sedat Görenç am 24. April von Wärtern verprügelt worden sein, nachdem sie verlangten, dass er einen Antrag auf Medikamente stelle, die er seit 10 Jahren einnehme.

Cumhuriyet vom 06.07.2006
Weibliche Häftlinge verprügelt
Der Hilfsverein für Gefangene TUYAB hat am 5. Juli eine Pressekonferenz in Istanbul gehalten und Vorwürfe erhoben, dass die Frauen, die aufgrund der Schließung der geschlossenen Haftanstalt in Ankara in das L-Typ Gefängnis von Sincan verlegt wurden, dabei geschlagen wurden. Nilüfer Sahin, Figen Cagri und Necla Comak hatten sich zu einer Leibesvisitation splitternackt ausziehen müssen und seien dann in Einzelzellen gesteckt worden. Den Gefangenen seien Anträge auf ärztliche Behandlung und Anwaltsbesuche abgelehnt worden.
  
Özgür Gündem vom 15.07.2006
Gefangene angegriffen
Am 7. Juli wurden die wegen PKK-Mitgliedschaft angeklagten Gefangenen Erdal Özdogan, Hüseyin Yasar und Murat Ipek von ca. 10 Gefangenen, die wegen Drogenhandel angeklagt gewesen sein sollen, im Wartesaal des Landgerichts Besiktas angegriffen und brutal geschlagen. Die politischen Angeklagten sollen in Handschellen gewesen sein, während die anderen Angeklagten keine Handschellen trugen. Die Soldaten, die die Gefangenen begleiteten, sollen nicht eingegriffen haben.
  
Cumhuriyet vom 06.07.2006
Weibliche Häftlinge verprügelt
Der Hilfsverein für Gefangene TUYAB hat am 5. Juli eine Pressekonferenz in Istanbul gehalten und Vorwürfe erhoben, dass die Frauen, die aufgrund der Schließung der geschlossenen Haftanstalt in Ankara in das L-Typ Gefängnis von Sincan verlegt wurden, dabei geschlagen wurden. Nilüfer Sahin, Figen Cagri und Necla Comak hatten sich zu einer Leibesvisitation splitternackt ausziehen müssen und seien dann in Einzelzellen gesteckt worden. Den Gefangenen seien Anträge auf ärztliche Behandlung und Anwaltsbesuche abgelehnt worden.
  
ANF (Agentur Firat) vom 11.07.2006
Schläge im Gefängnis Kürkcüler (Adana)
Leyla Güner hat sich beim IHD in Adana beschwert, dass ihr Sohn Ibrahim Güner und sein Freund Baki Koyun unter dem Vorwand fliehen zu wollen von Wärtern im Gefängnis Kürkcüler vom Typ F (Adana) geschlagen wurden. Am 10. Juli sei sie zu Besuch gewesen und habe die blauen Flecken gesehen, die ihr Sohn sich vor 5 Tagen zugezogen hatte. Leyla Güner sagte des weiteren, dass der Kiefer so schwer verletzt sei, dass ihr Sohn nicht essen könne. Dennoch würde er weder in der Krankenstation des Gefängnisses noch außerhalb behandelt.

Özgür Gündem vom 13.08.2006
Probleme im Gefängnis in Van
Berichten zufolge soll der aus dem Iran stammende Ali Emirhani nicht behandelt werden. Der im Gefängnis vom Typ F einsitzende Emirhani war bei einer Explosion in Van im Jahre 2004 verletzt worden. Am 10. August wurde ihm eine Behandlung gestattet, aber er soll aus Sicherheitsgründen nicht ins Krankenhaus gebracht worden sein.
Bazi Bor, der Vorsitzende der DTP im zentralen Kreis von Van, wurde am 10. August aus einer viermonatigen U-Haft entlassen. Er sagte, dass alle Gefangenen in Van mit Isolationshaft bestraft wurden. Selbst wenn auf einem Zettel nur "Guten Tag" stehe, werde man schon mit Isolation bestraft. Die auf 1 Stunde bewilligten Besuche dauern in Van nur 15 Minuten. Der Krankenhausbesuch werde behindert und die Medizin werde nicht geregelt verabreicht.

Özgür Gündem vom 16.08.2006
Angehörige von Gefangenen beschweren sich
Auf einer Pressekonferenz beim IHD in Ankara haben Angehörige von Gefangenen sich über Übergriffe beschwert. Nach der Schließung der geschlossenen Haftanstalt in Ankara waren die weiblichen Gefangenen in das Frauengefängnis Sincan verlegt worden. Gökce Uzun, die mit der Gefangenen Nilüfer Sahin verwandt ist, gab an, dass die Gefangenen bei der Verlegung splitternackt durchsucht wurden und dabei auch Anus und die Vagina untersucht wurden. Nilüfer Sahin sei mit 5 Tagen Isolation bestraft worden und, obwohl sie krank sei, werde sie nicht in ein Krankenhaus verlegt. Im Juli sei sie nicht zu ihrem Gerichtstermin gebracht worden. Adile Demir, die mit Figen Cagri verwandt ist, beschwerte sich, dass dieser die persönlichen Sachen, die sie in der Einzelzelle hatte, nicht wieder ausgehändigt wurden. Zudem würden die Besuche behindert.

Atilim-Özgür Gündem vom 18.08.2006
Kurdischer Besucher im Gefängnis angegriffen
Mehmet Celik, der am 16. August seinen Bruder Abdullah Celik im F-Typ Gefängnis von Tekirdag besuchte, hat den Wärtern vorgeworfen, ihn erst beleidigt und dann angegriffen zu haben, weil er mit seinem Bruder Kurdisch sprach. 

Özgür Gündem vom 19.08.2006
Gefangener geschlagen
Vom F-Typ Gefängnis in Sincan wurde berichtet, dass Erol Zavar (ehemaliger Chefredakteur der Zeitschrift Odak) verprügelt wurde. Seine Frau Elif Zavar berichtete, dass er am 2. August wegen Darmkrebs operiert worden sei und am 7. August wieder ins Gefängnis kam. Sie habe am 16. August erfahren, dass er Gewalt ausgesetzt war und habe "blaue Flecken" auf seinen Armen und seinem Körper gesehen. Elif Zavar sagte weiter, dass ihr Mann wegen einer Meinungsverschiedenheit zur Leibesvisitation geschlagen wurde und dabei 150 Meter über den Boden geschleift worden war. Er habe den Bediensteten gesagt, dass er operiert wurde und Schmerzen habe. Erst auf wiederholte Aufforderung habe der Arzt des Gefängnisses Erol Zavar untersucht, ihn aber nicht von dem Ergebnis unterrichtet. 

Özgür Gündem vom 24.08.2006
Vorfälle im Gefängnis Sincan
Am 23. August veranstaltete die Zweigstelle Ankara des IHD eine Pressekonferenz auf der gesagt wurde, dass die Vorfälle beim Verlegen weiblicher Gefangener von der geschlossenen Haftanstalt in Ankara in das Gefängnis in Sincan vom Typ F die Form von Folter angenommen habe. Der Vorsitzende des IHD Ankara, der Anwalt Sait Kiran, sagte, dass die Verwaltung wochenlang nicht auf Anfragen nach einem Treffen reagiert habe. Am 15. August wurde versucht, in dem Raum von drei Gefangenen eine Tafel aufzuhängen. Als sich die Gefangenen wehrten, seien ihre Fotos zerrissen worden. Nilüfer Sahin sei über den Boden aus dem Raum gezogen und misshandelt worden. Die Anwältinnen Akca Oflaz und Filiz Kalayci sahen die Spuren davon. Die Gefangene Figen Cagri wurde geschlagen, weil sie sich gegen eine Leibesvisitation wandte. Der After und die Vagina der Gefangenen werde kontrolliert und wer sich gegen das Ausziehen der Schuhe wehre, erhalte Besuchsverbot. Es gebe kein warmes Wasser. Bücher und Briefe würden nicht ausgehändigt. Sait Kiran sagte weiter, dass permanent das Lied "Ich sterbe für meine Türkei" sehr laut abgespielt werde. Die Öffnungszeiten der Kantine würden ständig wechseln. Bei dem Gespräch mit der Verwaltung sei entgegnet worden, dass das Personal unter den gleichen Unregelmäßigkeiten leide. Sait Kiran meinte, dass es daran liege, dass das Gefängnis nicht "betriebsbereit" sei und schlecht geführt werde.
Aysa Yazar, der Mutter von Nesrin Yazar, die im Gefängnis Kürkcüler (Adana) gehalten wird, wurde bei einem Besuch die Stempel "Erst das Vaterland" und "Eingesehen" (wie es auf Gefangenpost steht, DTF) auf den Arm gedrückt. Aysa Yazar sagte, dass dies auch bei anderen Besuchern gemacht werde und zwei von ihnen, die den Stempel löschen wollten, habe man lange Zeit im Gefängnis festgehalten. Aysa Yazar beschwerte sich außerdem, dass sie lange auf ihre Tochter warten musste und als sie nach 15 Minuten fragte, sei ihr gesagt worden, sie solle doch warten.
  
Özgür Gündem vom 26.08.2006
Beschwerden aus dem Gefängnis
Nach Aussagen seiner Schwester Filiz Azbay soll Abdurrahman Tasdelen im Militärgefängnis von Adana mit einer Heftmaschine gefoltert worden sein. Ihm seien Klammern in den Körper gedrückt worden. Bei ihrem Gespräch habe sich zwar stets jemand eingemischt, aber in einem unbeobachteten Moment habe ihr Bruder ihr die Wunde an der Brust gezeigt. Ihr Bruder habe gesagt, dass es insgesamt 37 Klammern seien. Das sollen die Bediensteten im Gefängnis noch mit anderen 8 Gefangenen gemacht haben. Mehr habe der Bruder nicht mitteilen können, weil danach das Gespräch unterbunden wurde.
Isa Idigül, der Vater des gefangenen Soldaten Hakan Idigül, sagte, dass er seinen Sohn besuchen wollte, stattdessen aber zu einem Oberstleutnant und Major gebracht wurde, die ihm sagten, dass sein Sohn und andere bestraft wurden, weil sie Fenster und Betten zerstört hätten. Isa Idigül habe die Erklärung nicht befriedigt und er habe die Offizieren beschuldigt, dass sie folterten. Das habe der Major verneint, aber indirekt auch vor weiteren Schritten gewarnt, ‘weil es nicht gut für den Sohn sei’. Isa Idigül wollte den militärischen Staatsanwalt sprechen, wurde aber nicht vorgelassen. Die zivile Staatsanwaltschaft nahm eine Anzeige nicht an, da die Sache nicht in ihren Zuständigkeitsbereich falle. Auch Mukaddes Boyraz, der Mutter des Gefangenen Rasim Boyraz, wurde ein Besuch nicht gestattet. Im Militärgefängnis Adana war der gefangene Soldaten Murat Polat im Juli 2005 zu Tode geprügelt worden.
  
Özgür Gündem vom 01.09.2006
Gefangene sollen für Übersetzungen zahlen
Aus dem E-Typ Gefängnis in Siirt wurde berichtet, dass Gefangen, die Briefe in Kurdisch schreiben, für jede Übersetzung 60 YTL zahlen müssen. Die Briefe der Gefangenen, die nicht zahlen, werden nicht weiter geleitet. Der Anwalt M. Sabir Tas gab nach einem Gespräch mit seinen Mandanten Yilmaz Altig, Naime Encü, Pakizer Uksul. 

Beispiele 2007
  
Sabah vom 12.01.2007 
Ermittlungen zu Folter im F-Typ-Gefängnis 
Der Staatsanwalt begann Ermittlungen im Zusammenhang mit den Behauptungen, dass 31 Personen im F-Typ-Gefängnis von Izmir Kiriklar F-Typ-Gefängnis gefoltert worden seien. In den beiden Berichten, die von dem 'Gefängnis-Beobachtungs-Komitee" bestehend aus der Ärztekammer Izmir, der Menschenrechtsstiftung. Dem Menschenrechtsverein und der Vereinigung der Zeitgenössischen Anwälte verfasst wurde,  wurde berichtet, dass 31 Gefangene über Folter geklagt haben. Der Staatsanwalt begann Ermittlungen im Zusammenhang mit den Klagen von 10 Gefangenen. In den Berichten wird gesagt, dass diejenige Gruppe von Beamten, die "Plötzliche Interventionstruppe" genannt wird, die Gefangenen in einen Raum zum Schlagen und Beschimpfen bringt, der mit Schaumgummi ausgekleidet ist. Der 1. und 2. Direktor des Gefängnisses sollen Berichten zufolge an der Folter mitgewirkt haben. Die räumlichen Gegebenheiten außerhalb und innerhalb des Folterraums wurden in dem Bericht detailliert beschrieben. Der Menschenrechtsrat der Provinz ging zu dem Gefängnis und interviewte die Gefangenen und veröffentlichte danach ihren Bericht. Die Vereinigung der Zeitgenössischen Anwälte fragte das Justizministerium nach dem "mit Schaumgummi ausgekleideten Raum". Das Ministerium erklärte, dass dies der "Beobachtungsraum" sei, der sich auf Artikel 49 des Gesetzes über die Haftvollstreckung  (Gesetz Nr. 5275) gründet. Artikel 49 des Gesetzes lautet folgendermaßen: "Im Fall grundlegender Gefahr, welche die Ordnung der Einrichtung und die Sicherheit der Menschen gefährdet, können präventive Sicherheitsmaßnahmen, die nicht offen in dem Gesetz definiert werden, ergriffen werden, um die Sicherheit und Ordnung sicherzustellen." Laut der Registrierung des Staatsanwaltes sind die Aussagen von einigen der Gefangenen folgendermaßen: "Sie holten mich am 21.12.2005 aus der Zelle. Sie  fesselten meine Hände und Füße hinten. Sie legten mich auf den Boden. Danach brachten sie M. und S. . Sie fesselten M. in der gleichen Weise. "Die "Plötzliche Interventions-Einheit" fesselte uns unter dem Befehl des 2. Direktors K und schlugen auf meine Augenbraue, als sie mich in dem Raum Nr. A-6 angriffen. Wir mussten gefesselt warten von 8 Uhr bis um 8 Uhr am nächsten Tag. " "Sie befestigten Klebeband über den Handschellen, nachdem sie mich niederknien ließen. Sie banden meine Füße mit meinen gefesselten Händen zusammen auf Anordnung des 1. Direktors Z.U. Ich verbrachte einen Tag in der "Gummizelle". Wir benutzten unsere Zähne um die Verschlüsse der anderen Gefangenen zu lösen, wenn sie auf die Toilette gehen mussten." 

Milliyet vom 14.01.2007
Falsche Bescheinigungen nach Folter im Gefängnis
Es wurde aufgedeckt, dass der Arzt im Sincan-Jugendgefängnis einen Bericht verfasste, der angeblich "gute Gesundheit" von Nadir Cinar, Cemal Danaci, Özgür Karakaya, Ilker Sahin and Cenan Altunc feststellt, die im Gefängnis gefoltert worden waren. Die Jugendlichen erhielten Berichte des Gerichtsmedizinischen Institutes, in denen bestätigt wird, dass sie gefoltert wurden. 

Vatan vom 15.01.2007  
Selbstmord im Gefängnis
Ali Demir (50) der im Gefängnis im Kreis Kocabas bei Denizli inhaftiert war, beging am 14. Januar Selbstmord. Ali Demir, der wegen einer gewöhnlichen Straftat verurteilt worden war, soll Berichten zufolge unter der Behauptung, er habe gegen die Disziplinregeln verstoßen in eine Einzelzelle gesteckt worden sein. Ali Demir erhängte sich an dem Tür-Querbalken.

Cumhuriyet-Milliyet vom 14./15.01.2007 
Folter im Gefängnis
F.A. (17) und E.A.(18), die unter der Beschuldigung, sie hätten das Mädchen Z.K. (14) in der Aziz Nesin Stiftung in der Stadt Çatalca bei Istanbul vergewaltigt, verhaftet worden waren, wurden Berichten zufolge im Gefängnis gefoltert. Die Jugendlichen waren am 8. Januar festgenommen und am 10. Januar verhaftet worden. E.A. wurde in das Metris-Gefängnis gebracht während F.A. in das Bayrampasa-Gefängnis, weil er jünger als 18 Jahre ist. Aufgrund des Berichtes der Gerichtsmedizin, der feststellte, dass das Mädchen nicht vergewaltigt worden war, wurden die beiden Jugendlichen in der Nacht des 12. Januar freigelassen. Prof. Ali Nesin, der Vorsitzende der Aziz Nesin-Stiftung, gab bekannt, dass die Jugendlichen im Gefängnis gefoltert wurden. Nesin berichtete, dass die Gendarmerie die Rechte der Jugendlichen während der Polizeihaft und des Vorgangs der Verhaftung beachtet hätten, er berichtet aber dass E.A. von Soldaten und Wärtern im Metris-Gefängnis geschlagen wurde und F.A. im Bayrampasa-Gefängnis von den Wärtern und anderen Gefangenen geschlagen wurde und die Folter die Psyche der Jugendlichen beschädigt habe:
“E.A. sagte, dass er im Metris-Gefängnis ununterbrochen geschlagen wurde, erniedrigt und erschreckt worden sei, wo er gezwungen worden sei, am Boden zu schlafen. Er hat Spuren von Tritten an seinen Beinen und sein Kopf ist geschwollen. ... F.A., der nach seiner Freilassung zum Haus seiner Mutter gegangen ist, hat Schwierigkeiten beim Gehen und Sprechen. Er wurde der Folter der Falaka ausgesetzt und nackt mit Plastikschläuchen geschlagen. Er wurde mit Vergewaltigung bedroht und dass er in die "Abteilung für Vergewaltiger" gebracht würde. F.A. sagt, er würde den Wärter identifizieren. Seine Mutter sagt, dass er schläft, indem er sie die ganze Nacht umarmt."
F.A. berichtete den Journalisten Folgendes: “Die Folter begann sofort nachdem wir das Gefängnis betraten. Ein Wärter fragte beim Eingang nach meiner Straftat. Ich antwortete ihm nicht. Er schlug mit langen Plastikschläuchen auf meine Beine und Hände, nachdem er von meiner Straftat durch einen anderen Wärter erfuhr. Danach legte er mich auf den Boden und schlug mit einem Stock auf meine Füße. Wegen der Schmerzen ging ich auf meinen Hacken. Er wurde ärgerlich, weil ich nicht normal ging und schlug mit dem Plastikschlauch auf meinen Rücken. Nach einer Weile brachte er mich in den Quarantäne-Raum. Wir waren sechs Personen in dem zwei Quadratmeter großen Raum. Wir kamen am nächsten Morgen heraus. Ein anderer Wärter schlug auf meinen Nacken, trat und sagte: “Ihr seid die pervertierten Enkel von Nesin”. Sie stellten uns in einer Reihe auf und schnitten uns die Haare. Der "Herr der Abteilung" in der A-1 Abteilung schlug mich, nachdem er die Anschuldigungen gegen mich erfahren hatte. Gegen  24.00 Uhr kam der Wärter und sagte, ich könne gehen. Ich hatte kein Geld, weil sie  mir meine 100 YTL abgenommen hatten. Jemand gab mir 10 YTL. Als ich das Gefängnis verließ, war es dunkel und es regnete. Ich fuhr mit der Bahn nach Hause.” E.A. berichtete Folgendes: “Am 8. Januar (Montag), an dem ich festgenommen wurde, war mein Geburtstag. Ich wurde am Mittwoch ins Metris-Gefängnis gebracht. Der Soldat begann mich sofort zu schlagen, als er die Anschuldigungen gegen mich in meiner Akte gelesen hatte.  Vier Soldaten traten und schlugen mich. Als die Wärter meine angebliche Straftat erfuhren, schlugen sie mich auch. Danach brachten sie mich in den Quarantäne-Raum. Einer der Beamten fragte mich, ob ich an Gott glaube oder nicht. Er war überrascht, als ich sagte, dass ich an Gott glaube und begann mich anzuschreien: "Bist du nicht von der Aziz Nesin Stiftung? Wie kannst du sagen, dass du an Gott glaubst?" Es waren etwa 80 Personen in dem Quarantäneraum. Ich sagte, ich sei des Diebstahls beschuldigt, als sie mich fragten. Ich wurde am Freitag in die Abteilung der Vergewaltiger gebracht. Der Wärter, der mich vorher geschlagen hatte, schlug mich in dieser Abteilung wieder. Ein anderer Wärter drohte mir, mich in die Abteilung für Mörder zu stecken. Sie drohten mir indirekt mit Vergewaltigung und Tod.” Die Jugendlichen erhielten einen Bericht des Bakirköy Dr. Sadi Konuk Training und Forschungs-Krankenhauses, das Spuren an ihren Körpern bescheinigte. Ali Nesin gab nach der Festnahme der Jugendlichen bekannt, dass die Beschuldigungen gegen die Jugendlichen keine Grundlage hätten. 

Evrensel vom 18.01.2007
Medizinische Behandlung im Gefängnis vernachlässigt
Verwandte von Gefangenen organisierten am 17. Dezember 2006 ein Pressetreffen in der Zweigstelle des Menschenrechtsvereins in Istanbul. Es betraf Gefangene mit beeinträchtigter Gesundheit. Bahar Ertük äußerte während des Treffens, dass Kemal Ertürk, der im T-Typ-Gefängnis Nr. 1 eingekerkert ist, Zuckerkrankheit und Bluthochdruck habe. Yasar Ince hat Leberentzündung, einen Leistenbruch, Nierensteine, Geschwür und Herzinsuffizienz. Fadime Özkan, der im M-Typ Gefängnis von Agri eingekerkert ist, hat Knochenerweichung. Mesut Deniz leidet unter Schizophrenie. Bahar Ertürk äußerte, dass die Gefangenen trotz ihrer Krankheiten nicht behandelt werden.  

Atilim vom 02.02.2007
Verfahren gegen Gefangene
Ein Gerichtsverfahren wurde gegen 23 Häftlinge eröffnet, die im F-Typ-Gefängnis Nr. 1 in Tekirdag einsitzen. Es geht um Briefe, die sie zum Generalstab und Staatspräsidenten wegen der Tötung von 17 Militanten der Maoistisch-Kommunistischen Partei (MKP) im Juni 2005 in Tunceli geschickt hatten. Die Anklageschrift fordert eine Verurteilung gemäß Artikel 301 TStG wegen Beleidigung der Türkischen Republik, des türkischen Parlaments, der Regierung, des Generalstabes, der Polizei- und Sicherheitskräfte. Das Verfahren wird am Landgericht Nr. 1 in Tekirdag durchgeführt werden. Die Häftlinge vor Gericht sind Hasan Polat, Osman Nuri Ocakli, Cihan Kahraman, Caner Uluç, Hüseyin Uzundag, Baysal Demirhan, F. Ergün Arpaç, Muhammed Akyol, Dogan Akçiçek, ?ükrü Duman, Gökhan Oruç, Sinan Gülüm, Coskun Akdeniz, Oguz Aslan, Nihat Konak, Ramazan Aydin, Veli Özdemir, Ismail Yilmaz, Murat Karayel, Cihat Özdemir, S. Yilmaz Bulduruç, Onur Öztanriverdi und Ali Kemal Selenoglu.
Der Anwalt Abdullah Kanat an, dass sein Mandant Yilmaz Altig vor die Wahl gestellt worden sei, entweder zu zahlen oder auf die Weiterleitung des Briefes zu verzichten. Der Anwalt gab weiter an, dass die einzige weibliche Gefangene, Naime Encü, in Einzelhaft gehalten werde.
  
Anadolu Ajansi, 06.02.2007
Tod im Gefängnis
Der Gefangene Ferit Uzun (75), der im Gefängnis von Konya einsaß, starb am 5. Februar. Berichten zufolge starb Uzun im Staatskrankenhaus Aksehir, wohin er gebracht wurde, nachdem er in ein diabetisches Koma gefallen war.
  
Evrensel, 26.03.2007
Harte Disziplinarstrafen im F-Typ-Gefängnis
Der Verein der Angehörigen von Gefangenen TUYAB veranstaltete in den Räumen der Zweigstelle des Menschenrechtsvereins Istanbul am 24. März eine Pressekonferenz. Laut Presseberichten wurden Hunderten von Gefangenen im F-Typ-Gefängnis Tekirdag Briefe und Besuche für mehr als ein Jahr verboten.
  
Cumhuriyet-Güncel, 29.03.2007
Schläge in F-Typ-Gefängnissen
Die "Vereinigte Plattform für den Kampf" organisierte am 27. März bei der Zweigstelle des Menschenrechtsvereins in Istanbul eine Pressekonferenz. Fatma Yildirim gab bekannt, dass Hüseyin Durmaz und Hasan Öksüz, die in einem TKEP/L-Verfahren angeklagt sind, am 15. März geschlagen wurden, als sie vom Gericht zurückkamen. Die Verantwortlichen im Gefängnis verhinderten, dass Hüseyin Durmaz und Hasan Öksüz ins Krankenhaus gebracht wurden.
Sait Ersöz berichtete, dass er am 26. März von Wächtern im F-Typ-Gefängnis Van geschlagen wurde. Er wandte sich an die Zweigstelle des Menschenrechtsvereins in Van und sagte, dass er vor einer Woche zum Gefängnis gegangen sei und gefragt habe, ob seinem Sohn die von ihm ins Gefängnis gebrachten Sachen gegeben worden seien. Die Gefängniswärter seien ärgerlich geworden und hätten ihn geschlagen. 

ANF-Güncel, 02.04.2007 
Repression in Gefängnissen 
Im Gefängnis des M-Typs in Bingöl wurden wegen PKK-Gerichtsverfahren Inhaftierte, wegen ihrer Anrede “Herr Öcalan” im Rahmen eines Antrags an das Justizministerium zu einem Monat Verbot von Besuchsen und sportlichen und kulturellen Aktivitäten  bestraft. 
Der im Gefängnis des E-Typs in Siirt inhaftierte Habip Aslan wird, obgleich er sehr krank ist, in einer Zelle in Einzelhaft gehalten. 

ozgurgundem.net, 06.04.2007 
Misshandlung von Jugendlichen im Gefängnis 
Rechtsanwalt Turgay Berk gab bekannt, dass die Jugendlichen A.A. (17), M.K. (17) und S.K. (16), die am 27. März unter der Beschuldigung, sie hätten während der Newroz-Feiern in Adana "Transparente von Abdullah Öcalan geöffnet", von Gendarmen und Wärtern im Kürkçüler E-Typ-Gefängnis geschlagen worden seien. 
Turgay Berk erklärte, dass er die Jugendlichen am 2. April besucht habe und die Jugendlichen ihm berichtet hätten, dass sie beim Gefängniseingang geschlagen worden seien. "Sie sagten, dass die Gendarmen und Wärter sie gefoltert hätten. Die Polizisten, die sie zum Gefängnis gebracht hatten, sagten den Gendarmen, dass der Vater von A.A. ein Terrorist war und zu 36 Jahren Haft verurteilt worden sei." Danach wurden die Jugendlichen geschlagen. Die Wärter zwangen sie Slogans zu rufen und schlugen sie, wenn sie nicht gehorchten. Die Wärter kämen manchmal zu ihrem Gefängnisraum  und schlugen sie ohne Grund. Die Jugendlichen waren infolge der Behandlung, der sie ausgesetzt waren, verängstigt. " 

ANF, 09.04.2007 
Disziplinarstrafen in F-Typ-Gefängnissen Bolu und Kandira 
50 in PKK-Gerichtsverfahren Verurteilte im F-Typ-Gefängnis Bolu erhielten eine Strafe von 10 Tagen "Zellenhaft", weil sie den Ausdruck "Sayin" (entspricht "geehrter") bezüglich Abdullah Öcalan in einer Petition an die Gefängnisverwaltung benutzt hatten. 
30 Gefangene im F-Typ-Gefängnis Kandira in Kocaeli erhielten Besuchs- und Telefonverbot, weil sie den Ausdruck "Sayin Öcalan" in Petitionen an das Justizministerium verwandt hatten. Zusätzlich erhielten die Gefangenen Nusrettin Kuran, Nurettin Adamis, Ramazan Kortak, Nevzat Öztürk und Saban Soruhan Zellenhaft. 

ANF-Gündem, 12.04.2007 
Disziplinarstrafe im  E-Typ-Gefängnis Diyarbakir 
Ilknur Özden, inhaftiert im E-Typ-Gefängnis in Diyarbakir, erhielt eine Disziplinarstrafe, wodurch ihr Entlassungstermin vom 5. April auf den 6. Juni verschoben wurde. Grund für die Disziplinarstrafe war die Behauptung, dass sie am 28. Dezember 2006 2 Minuten und 25 Sekunden zu lange telefoniert habe. Ihr Rechtsanwalt  Süleyman Özbayhan  sagte, dass er eine Klage gegen die Gefängnisverwaltung einreichen werde, da eine Entscheidung über Haft nur von einem Gericht gefällt werden könne. 

Atilim vom 25.04.07 
Repression in Gefängnissen 
In einer Erklärung des Vereins der Angehörigen von Gefangenen (TUYAB) vom 23. April heißt es, dass die Gefangenen Cengiz Kahraman und Kenan Özyürek im F-Typ-Gefängnis Sincan am 10. April auf dem Weg zur Krankenstation geschlagen wurden, weil sie einen anderen Häftling gegrüßt hätten. Kahraman, dessen Leiste und Hoden mit Fußtritten traktiert worden seien, sei nicht zur Krankenstation gebracht worden. Aufgrund des Protestes der anderen Häftlinge sei er schließlich ins Ankara Numune-Krankenhaus gebracht worden. Dort sei er für 14 Tage krank geschrieben worden. Weiter wurde mitgeteilt, dass Resmiye Vatansever, die vom Gefängnis Ceyhan ins Frauen- und Kindergefängnis Sincan gebracht wurde, im Eingangsbereich nackt durchsucht werden sollte. Als sie sich wehrte, sei Vatansever geschlagen worden. Im selben Gefängnis säßen Necla Comak und Nilüfer Sahin in einer Einzelzelle. 

Evrensel/Hürriyet vom 30.04.07
Repression in Gefängnissen 
H.D. (16), der wegen des Vorwurfs der „Vergewaltigung“ im E-Typ-Gefängnis in Mugla inhaftiert ist, soll von Mithäftlingen im Februar 15 Tage lang gefoltert worden sein. Es wurde mitgeteilt, dass H.D. vergewaltigt wurde und mit einem Seil, das an seinem Geschlechtsorgan befestigt war, auf dem Boden geschleift wurde. Das Ereignis kam zutage, da Dr. Naki Bulut, Mitglied des Menschenrechtsrats in Mugla, im Krankenhaus, in welches H.D. eingeliefert worden war, davon Kenntnis erhielt. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass H.D. vergewaltigt wurde, seine Rippen gebrochen waren, er an verschiedenen Stellen seines Körpers gebissen worden war und seine Lunge verletzt wurde. 
Auf die Initiative des Menschenrechtsrats in Mugla wurde ein Ermittlungsverfahren gegen die Gefangenen, die  H.D. gefoltert haben sollen, und die Gefängniswärter, die die Folter zugelassen haben, eingeleitet. Es wurde bekannt, dass der Gefangene B.M. sich auch an den Menschenrechtsrat wandte. 
Angehörige von Häftlingen, die am 27. April in Ankara eine Pressekonferenz durchführten, teilten mit, dass die im F-Typ-Gefängnis Sincan Nr.1 inhaftierten Gefangenen Sedat Ot, Cengiz Kahraman, Naki Demir und Tayyar Eroglu am 6. April, als sie zum Gericht gebracht wurden, von Soldaten und Wachleuten vor ihren Angehörigen geschlagen wurden. In der Erklärung heißt es, dass Yasar Ince, Kemal Ertürk, Erol Zavar und Zeynel Karabulut im Gefängnis ernste Gesundheitsprobleme hätten.

Radikal, 04.08.2007 
Vorwurf der Folter im Gefängnis 
Ibrahim Cuhadir, Mehmet Yasar, Erdinc Eroglu, Ugur Eyilik, Deniz Kutlu, Ibrahim Akin und Musa Kurt, die unter den Demonstranten waren, die nach einer Demonstration der Front für Rechte und Freiheiten zum Protest gegen die Parlamentswahlen am 16. Juli in Ankara festgenommen und wegen “Widerstands gegen die Staatsgewalt” und “Verletzung des Versammlungs- und Demonstrationsrechtes” inhaftiert worden waren, sollen Berichten zufolge im Sincan L-Typ-Gefängnis gefoltert worden sein. Laut den Berichten sollen sie nackt ausgezogen, der Falaka ausgesetzt und geschlagen worden sein. Mehmet Yasar wurde eine Rippe gebrochen. 

Bianet, 16.08.2007 
IHD: In den Gefängnissen gibt es unsinnige Verbote 
Laut Bericht des IHD besteht die Isolationshaft in den Gefängnissen fort und es wird gefoltert. Es ist verboten, schwarze Trauben zu verlangen, in der Kantine für jemand anderen einzukaufen, Kurdisch zu sprechen, Musik aus dem Walkman zu hören und oppositionelle Veröffentlichungen zu lesen. Der Istanbuler Menschenrechtsverein fordert in seinem Bericht, in dem die Rechtsverletzungen in Gefängnissen aufgezählt werden, dass die Leitungsmodelle durch Verbote abgeschafft werden. Der Bericht nimmt Bezug auf Briefe und Anträge aus Gefängnissen und umfasst den Zeitraum der ersten sechs Monate des Jahres 2007. Er informiert darüber, dass entgegen des Rundschreibens vom Justizministerium in den F-Typ-Gefängnissen Isolationshaft praktiziert wird, dass die Gefangenen durch willkürliche Verbote in ihrer Kommunikationsfreiheit beschnitten werden und ihre Rechte auf Verteidigung, Besuch und Gesundheitsversorgung verletzt werden. Der IHD geht gesondert auch auf die Folter in Gefängnissen ein. Das Rundschreiben, welches nach dem Hungerstreik des Rechtsanwalts Behic Asci veröffentlicht worden war, sah vor, dass die Gefangenen in den F-Typ-Gefängnissen in Gruppen von nicht mehr als 10 Personen unter Beobachtung der Leitung bis zu 10 Stunden pro Woche zusammen kommen können. Beim Verein trafen insgesamt 47 Beschwerden und Gesuche ein, davon 1 Brief aus dem Gefängnis in Bursa, 1 aus der Vollzugsanstalt Vezirköprü, 1 aus dem Gefängnis Metris, 3 aus dem Gefängnis in Konya, 2 aus dem F-Typ-Gefängnis in Edirne, 2 aus dem F-Typ Gefängnis in Bolu und 37 aus dem F-Typ-Gefängnis in Tekirdag. Zwischen dem 1. Januar und dem 1. August wandten sich neun Angehörige von Gefangenen wegen Rechtsverstößen an den Verein. 

Gündem, 14.09.2007 
Wärter greifen Gefangenen an 
Nach einem Besuch im F-Typ Gefängnis von Tekirdag gab Servet Kaya an, dass sein Bruder Ramazan Kaya und 2 Mitgefangene, die unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der PKK in Haft sind, am 7. September von Wärtern angegriffen wurden. Die Gefangenen sollen Wunden und blaue Flecken haben. 

Gündem, 20.09.07 
Repression in Gefängnissen 
Es wurde mitgeteilt, dass den Inhaftierten des F-Typ-Gefängnisses Nr. 1 in Tekirdag die Zeitung Azadiya Welat, da sie auf Kurdisch ist, nicht ausgehändigt wird, und dass die armenischen Artikel der Zeitung Agos herausgeschnitten worden sind. Die Zeitschriften Dogru Secenek, Odak und Tiroj seien als "bedenklich" eingestuft und verboten worden. Die Häftlinge schrieben in einem Brief an die Gefängnisinitiative in Izmir, dass zwei kurdische Grammatikbücher, die Besucher des Gefangenen Turhan Günana mitbrachten, nicht angenommen worden seien, und dass die beiden Gefangenen Ayd?n Burgucu und Cengiz Bal , obwohl sie am 17. Juli entlassen werden sollten, nicht freigelassen wurden aufgrund einer Disziplinarstrafe von 6 Monaten, die sie wegen eines Hungerstreiks im letzten Jahr und wegen „Schlagens gegen die Türen“ erhalten hatten. 

atilim.org, 20.09.07 
Repressionen in Gefängnissen
Es wurde mitgeteilt, dass am 15. September 70 Gefangene, die aus den F-Typ-Gefängnissen Nr. 1 und 2 in Sincan ins F-Typ-Gefängnis in Kirikkale gebracht worden sind, gefoltert wurden. Die Gefangenen seien von 10 Wachleuten angegriffen und an verschiedenen Stellen verletzt worden. Einem Teil der Gefangenen, so hieß es, wurden die Zähne herausgeschlagen und die meisten wiesen im Gesicht Spuren von Schlägen auf. 

ANF, 01.-03.11.2007 
Druck in Gefängnissen
Berichten zufolge stieg nach der Kampfhandlung zwischen der PKK und den türkischen Sicherheitskräften am 21. Oktober in Hakkari-Daglica (Anmerkung: Bei der 12 Soldaten getötet, mehrere verletzt und 8 entführt wurden) der Druck auf die Gefangenen im F-Typ Gefängnis Nr.1 in Buca Kiriklar, im F-Typ-Gefängnis Tekirdag und im H-Typ-Gefängnis in Erzurum .

Nachrichtenagentur ANF, 07.12.2007 
Disziplinarstrafen im F-Typ-Gefängnis 
Sami Özbil, ein Gefangener im F-Typ-Gefängnis Kandira, äußerte, dass 23 Gefangene, die sich der Durchsuchung der Zellen mit Detektoren widersetzten, im November 2007 mit einem zweimonatigen Besuchsverbot bestraft wurden. Özdil ergänzte, dass die Gefängnisverwaltung den Rundbrief über die Rechte der Gefangenen auf Kommunikation vom 22. Januar 2007 im F-Typ-Gefängnis von Kandira nicht in die Praxis umgesetzt habe. 

Nachrichtenagentur ANF, 07.12.2007 
Folter im Gefängnis in Istanbul 
Yilmaz Aslan, Hamdullah Taskura, Tahir Adin und Necmettin Kures, Mitarbeiter des  Notus-Kultur-Zentrums, wurden im Bayrampasa-Gefängnis nackt ausgezogen und mit Knüppeln geschlagen, nachdem sie von der 10. Kammer des Landgerichtes Istanbul unter der Beschuldigung der „Mitgliedschaft in der PKK“ in Untersuchungshaft überstellt worden waren. Den Nachrichten zufolge schrie ein Gendarmeriekommandeur “Gott ist im Urlaub, der Prophet im Krankenhaus und ihr seid uns ausgeliefert”, als sie im Gefängnis geschlagen wurden.  

atilim.org, 13.12.2007 
Misshandlung im Gefängnis
Alihan Alhan wurde von Sicherheitskräften geschlagen, als er am 13. Dezember vom F-Typ-Gefängnis in Sincan zum Staatskrankenhaus von Sincan gebracht wurde. 

atilim.org, 17.12.2007 
Misshandlungen im F-Typ-Gefängnis 
Am 15. Dezember wurden 8 Gefangene, die in Verfahren der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verurteilt worden waren, von Wärtern geschlagen, nachdem sie gerade von dem F-Typ-Gefängnis Kocaeli Kandira zu dem F-Typ-Gefängnis von Bolu gebracht worden waren, weil sie sich weigerten, ihre Kleidung auszuziehen.  

Beispiele 2008
 
 
 
 
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