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Übersetzungen aus den
Tagesberichten der TIHV
Woche 37/2006
Radikal vom 11.09.2006
Todesschüsse in
Batman
Die Namen der bei dem Vorfall
in Batman am 5. September getöteten Personen wurden mit Seyhmus Degirmenci
und Halis Akbiyik angegeben. Sie waren in einem Auto auf dem Weg von Kozluk
nach Batman zusammen mit dem Mädchen Mizgin Özbek erschossen
worden. Es soll sich bei ihnen um HPG Militante gehandelt haben.
Atilim vom 09./10.09.2006
Journalisten festgenommen
Der Herausgeber von Atilim,
Ibrahim Cicek wurden am 8. September in Manisa festgenommen. Sedat Senoglu,
der die Publikation koordiniert, wurde am 9. September festgenommen. Darüber
hinaus sollen der vorhergehende Herausgeber von Atilim, Ziya Ulusoy, ein
ehemaliger Reporter der Zeitschrift, Bayram Namaz und die Koordinatorin
der Sendungen vom Radiosender Özgür, Füsun Erdogan festgenommen
worden sein.
Özgür Gündem
vom 12.09.2006
Bei den seit dem 8. September
in Istanbul, Manisa und Antalya durchgeführten und gegen die MLKP
gerichteten Operationen wurden neben Ibrahim Çiçek, Sedat
Senoglu, Bayram Namaz und Füsun Erdogan auch Ziya Ulusoy, Mehmet Sekerci,
Güldane Çakmakkiran, Mehmet Çakmakkiran, Ozan Uludag,
Rukiye Erbas, Hanefi Kinaci, Arzu Torun, Hüseyin Ari, Fatma Siner,
Naci Güner, Volkan Okumus, Hatice Bolat, Ali Hidir Polat, Ayhan Güzel,
Gülden Güzel, Özgür Gedik, Arif Çelebi und Seyfi
Polat festgenommen.
Hürriyet vom 13.09.2006
Der Gouverneur von Istanbul
Muammer Güler gab bekannt, dass die Operation in sieben Städten
erfolgte und gegen Bombenanschläge der MLKP gerichtet sei. Von den
23 Festgenommen kamen am 12. September Ibrahim Çiçek, Sedat
Senoglu, Ziya Ulusoy, Bayram Namaz, Füsun Erdogan, Erkan Salduz, Turaç
Solak, Arif Çelebi, Ali Hidir Polat, Elif Almakça, Hatice
Bolat, Erkan Özdemir, Fatma Siner, Mehmet Ali Polat, Hasan Ozan, Arzu
Torun, Naci Göktas, Sultan Ulusoy, Serkan Gündogdu und Seyfi
Polat in U-Haft. Ayhan Güzel, Gülden Güzel und Özgür
Gedik wurden freigelassen.
ANF vom 09.09.2006
Entführungen
Von den 2 am 5. September
in der Nähe des Dorfes Saggöze im Kreis Genc (Bingöl) entführten
Personen wurde Ahmet Üstün am 8. September in der Nähe des
Kreises Lice (Diyarbakir) freigelassen. Über den Verbleib von Ekrem
Yarar gab es keine Auskunft.
Hürriyet vom 12.09.2006
Tod in Polizeihaft
Ali Karatas (50), der unter
dem Verdacht, ein Hotel im Kreis Marmaris (Mugla) in Brand gesteckt zu
haben, festgenommen worden war, soll sich mit Material aus seiner Decke
an den Gitterstäben des Fensters seiner Zelle erhängt haben.
Yeni Safak vom 12.09.2006
Freispruch für Polizisten
aufgehoben
Die 4. Kammer des Kassationshofs
hat den Freispruch für Polizisten, die wegen unberechtigter Festnahme
und Verhören angeklagt war, aufgehoben. Die Beamten konnten eine wegen
einer gewöhnlichen Tat gesuchte Person M.G. nicht finden und durchsuchten
daher die Wohnungen von dessen Verwandten A.T. und H.T. Sie nahmen H.T.
fest und verhörten ihn. H.T. beschuldigte sie danach mit Freiheitsberaubung.
Die 4. Kammer des Kassationshofs hob den Freispruch für die Polizisten
auf und machte darin aus internationales und nationales Recht aufmerksam,
dass sie auch eine vorübergehende Festsetzung von Personen nur im
Rahmen der ihnen erteilten Aufgaben durchführen dürfen.
Özgür Gündem
vom 12.09.2006
Publikationsverbot
Die 12. Kammer des Landgerichts
Istanbul hat der Zeitung Genc Bakis ein Erscheinungsverbot von einem Monat
auferlegt. Als Grund wurde angegeben, dass die Zeitschrift Propaganda für
die PKK und HPG betrieben habe.
Özgür Gündem
vom 12.09.2006
Journalist vor Gericht
Die 4. Kammer des Landgerichts
Van begann am 10. September das Verfahren gegen Faysal Tunc, Reporter für
Özgür Gündem, der am 16. Februar in Mus verhaftet worden
waren. Das Gericht lehnte eine Freilassung ab und vertagte das Verfahren
auf den 8. November. Nach Auskunft des Anwalts Mensur Isik ist der Journalist
wegen Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation angeklagt worden,
weil einige Dossiers aus dem Internet herunter geladen und Bücher
bei ihm gefunden worden waren.
Yeni Safak vom 12.09.2006
KDV aus religiösen
Gründen
Wie verlautete wurde der
in Gaziantep stationierte Wehrpflichtige S.A. zu 5 Monaten und 25 Tagen
Gefängnis verurteilt, weil er sich aus religiösen Gründen
geweigert hatte, eine Waffe und militärisches Material zu tragen.
Das Urteil wurde nach Artikel 87/1 des militärischen Strafrechts verhängt.
Die 4. Kammer des militärischen Kassationshofs bestätigte das
Urteil, obwohl der Verteidiger aufgeführt hatte, dass sein Mandant
keine besondere Absicht der Befehlsverweigerung gehabt habe.
Hürriyet vom 13.09.2006
Bombenexplosion in Diyarbakir
Am 12. September detonierte
im Stadtteil Baglar von Diyarbakir eine Bombe, die nach ersten Meldungen
11 Personen das Leben kostete. Von ihnen wurden zunächst Rojhan Aslan
und Ezgi Yetisecek (1) identifiziert.
Presse vom 14.09.2006
Die Ungewissheit um den
Anschlag dauern. Von den vermeintlichen 10 Opfern wurden die Namen von
Rojhilat Aslan, Fahide Demir (35), ihre Kinder Mizgin Demir (13), Dilan
Demir (9), Zilan Demir (6) Siyan Demir (3) sowie Emine Yetisecek, Nazli
Çetinkaya und ihren Kindern Abdullah Çetinkaya und Nazar
Çetinkaya genannt. Es soll aber noch die Leiche eines 25-jährigen
Mannes nicht identifiziert worden sein. Die Bombe soll in einer Thermosflasche
gewesen sein. Des weiteren wurden auf der Internet-Seite der Türkischen
Rachebrigade (TIT) www.turkintikamtugayi.8m.com die Verantwortung für
den Vorfall als Rache für den Tod eines Soldaten im Kreis Eruh (Siirt)
am 7. September übernommen.
Presse vom 15.09.2006
Die Diskussionen um den
Bombenanschlag dauern an. Die Nachrichtenagentur ANF berichtete, dass die
gleiche Marke eines Funksprechgeräts, dass bei dem Bombenanschlag
benutzt wurde bei einer Bande gefunden wurde, zu der auch Mitglieder der
Abteilung zur besonderen Kriegsführung (özel harp) gehörten.
Nach den letzten Meldungen handelt es sich bei den Getöteten um folgende
Personen: Zilan Demir (8), Silan Demir (6 aylik), Mizgin Demir (12), Evin
Demir (10), Faide Demir (33), Nazar Çetinkaya (2), Nazli Çetinkaya
(4), Abdullah Çetinkaya (9 aylik) Rojhilat Aslan (28) und Hasan
Marangoz (14).
Özgür Gündem
vom 13.09.2006
Minenexplosion
Am 11. September starben
Ibrahim Ucar und Cavit Yaylaci bei dem Versuch die Grenze nach Griechenland
im Kreis Ipsala (Edirne) zu überqueren und eine Mine explodierte.
Netzwerk BIA vom 14.09.2006
Prügel in Istanbul
Ömer Sahin (20) hat
Beamten der Polizeiwache in Taksim beschuldigt, ihn am 9. September geschlagen
zu haben, weil er keinen Ausweis bei sich hatte. Er sei nach seinem Heimatort
gefragt worden und als er einen Ort in der Provinz Agri nannte, sei er
geschlagen worden. Auf der Wache sei er vier Stunden lang im 5. Stock festgehalten
und erneut von zwei zivilen Beamten geschlagen worden. Er habe eine gebrochene
Nase, eine geplatzte Membran im Ohr und überall am Körper Spuren
von Schlägen.
Radikal vom 14.09.2006
Englischer Künstler
verhaftet
Michael Dickinson, der am
12. September festgenommen worden war, weil er mit einer Karikatur den
Ministerpräsidenten Erdogan als Hund von George Bush gezeigt hatte,
kam am 13. September in U-Haft. Er hatte den Prozess gegen Erkan Kara beobachtet,
der im Zusammenhang mit einer Ausstellung der Globalen Friedens- und Gerechtigkeitskoalition
im März des Jahres in Istanbul angeklagt war. Zuvor hatte Dickinson
beantragt, ebenfalls angeklagt zu werden, was jedoch abgelehnt wurde.
Netzwerk BIA vom 15.09.2006
Journalist vor Gericht
Vor der 2. Kammer des Amtsgerichts
Bagcilar (Istanbul) ging ein Verfahren gegen den Journalisten Abdurrahman
Dilipak weiter. Er ist wegen zwei Artikeln in der Zeitung Akit und einem
Artikel in der Zeitschrift Cuma wegen Beleidigung der Autoritäten
und Aufwiegeln zum Rassenhass angeklagt. Das Verfahren wurde auf den 27.
Februar 2007 vertagt.
Vatan vom 15.09.2009
Zweifelhafter Mord
Unbekannte Männer töteten
am 13. September den taubstummen Adem Yilmaz in Gaziosmanpasa (Istanbul).
Adem Yilmaz war zusammen mit Kabil Güler, Ali Subasi und Sinan Yavuz
am 8. April 2005 festgenommen worden. Die Verdächtigen wurden in Zusammenhang
mit dem Mord an Esat Atmaca gebracht, der der Front für Rechte und
Freiheiten nahe stand. Adem Yilmaz war nach 14 Monaten U-Haft freigelassen
worden.
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