Übersetzungen aus den
Tagesberichten der TIHV
Woche 06/2006
Milliyet vom 06.02.2006
Italienischer Priester
erschossen
Andrea Santaro (61), Priester
in der katholischen Kirche Santa Maria in Trabzon wurde gestern gegen 15.45
Uhr in seiner Kirche erschossen. Der Priester soll zuvor bedroht worden
sein.
Radikal vom 08.02.2006
Am 7. Februar wurde O.A.
(16) als der vermeintliche Täter festgenommen. Die Waffe soll bei
ihm zu Hause gefunden worden sein.
Milliyet vom 05.02.2006
Tod im Gefängnis
Am 1. Februar wurde der
wegen eines gewöhnlichen kriminellen Deliktes inhaftierte Ömer
Celik im Gefängnis von Mersin tot aufgefunden. Nach offizieller Darstellung
soll er sich erhängt haben. Seine Frau Sadiye Celik zweifelte dies
jedoch an, da er sie noch einen Tag vor seinem Tod um Geld gebeten habe.
Sie wies darauf hin, dass ihr Mann 2 Wärter vor Gericht gebracht
hatte, die einen Handel mit Handys für die Gefangenen betrieben.
Agentur ANF vom 05.02.2006
Vorwurf der Entführung
und Vergewaltigung
Am 4. Februar hielten Sevda
Aydin und ihr Anwalt Murat Ak eine Pressekonferenz im Büro des IHD
Istanbul ab. Sevda Aydin sagte, dass sie am 12. Dezember 2005 von zivil
gekleideten Polizeibeamten entführt und vergewaltigt worden sei. Danach
habe die Gerichtsmedizin am 28.12.2005 ein Gutachten angefertigt, in dem
gesagt wurde, dass eine Vergewaltigung medizinisch nicht nachzuweisen sei.
Der Anwalt Murat Ak warf den Behörden vor, den Fall nicht effektiv
zu untersuchen. Zwei Monate nach dem Vorfall seien die Schuldigen immer
noch nicht gefunden worden.
Özgür Gündem
vom 04.02.2006
Journalist verurteilt
Die 5. Kammer des Landgerichts
Diyarbakir hat am 3. Februar Cengiz Dogan, den Chefredakteur der in Nusaybin
(Mardin) erscheinenden Zeitung "Mavi ve Kent", zu einer Haftstrafe
von 18 Monaten verurteilt. In 4 Ausgaben der Zeitung soll er Verlautbarungen
der HPG abgedruckt haben. Die Strafe erfolgte nach Artikel 220/8 des neuen
TStG.
Halkin Sesi vom 07.02.2006
DKHC ermordet vermeintlichen
MIT-Agenten
Die DHKC gab bekannt, dass
sie Hakan Saraylioglu, der für den Geheimdienst MIT gearbeitet haben
soll, am 2. Februar erschossen und seine Leiche in einem Industrieviertel
in Ikitelli (Istanbul) deponiert hat. Der Getötete soll an Operationen
in der Provinz Antalya, Istanbul und Diyarbakir beteiligt gewesen sein.
Anm.: Die Leiche wurde am
Folgetag gefunden.
Atilim vom 07.02.2006
Bombenanschlag in Menemen
Die MLKP hat sich zu einem
Bombenanschlag auf das Büro der MHP in Menemen am 3. Februar bekannt.
Dabei war es zu Sachschaden gekommen.
Milliyet vom 07.02.2006
Journalisten freigesprochen
Die 2. Kammer des Friedensgerichts
Istanbul sprach die Journalisten Ertugrul Mavioglu und Ali Kirca vom Vorwurf
der Beleidigung und eines Verstoßes gegen das Anti-Terror Gesetz
frei. Die Journalisten hatten sich in einem Fernsehprogramm kritisch zum
Militärputsch vom 12. September geäußert.
Cumhuriyet vom 09.02.2006
Gesetzesvorschrift aufgehoben
Die Vollversammlung der
Kammern am obersten Verwaltungsgericht (Danistay) hat eine Bestimmung im
Artikel 22 der Verordnung zum Ergreifen, Festnahme und Verhören aufgehoben.
Sie hatte Akteneinsicht von Verteidigern im Ermittlungsstadium von der
Erlaubnis des Staatsanwalts abhängig gemacht. Die Vollversammlung
sah in der Bestimmung einen Verstoß gegen Artikel 153 StPO, nach
dem Anwälte im Ermittlungsstadium Akteneinsicht nehmen und sich Kopien
anfertigen dürfen. Die Klage hatte die Anwaltskammer Ankara eingelegt.
Milliyet vom 10.02.2006
Bombenanschlag in Istanbul
Auf ein Internetcafe im
Stadtteil Bayrampasa, das in der Nähe der Schnellen Eingreiftruppe
liegt, wurde ein Bombenattentat verübt. Dabei kam Zafer Isik (22)
ums Leben. 15 Personen, darunter die Jugendlichen Tayfun Kücük
(14), Cevat Kücük (15) und Sercan Öztürk (14) wurden
verletzt. Der Anschlag wurde von den Friedensfalken Kurdistans verübt.
Radikal vom 10.02.2006
Menschenrechtler und
Journalist freigesprochen
Die 3. Kammer des Amtsgerichts
Urfa hat den stellvertretenden Vorsitzenden von Mazlum Der, Sehmuz Ülek,
und den Journalisten Hrant Dink vom Vorwurf der Beleidigung während
einer Veranstaltung am 14.12.2002 freigesprochen.
Radikal vom 10.02.2006
6 Jahre, 3 Monate für
Unterstützung
Die 4. Kammer des Landgerichtes
Diyarbakir hat Türkiye Ildem (76) zu einer Haftstrafe von 6 Jahren
und 3 Monaten Haft wegen Unterstützung der PKK verurteilt. Er war
im Oktober 2005 in ein Lager der PKK im Nordirak gegangen und hatte dort
seinen Sohn getroffen. Von ihm und anderen Militanten hatte er Fotos und
einen Brief an eine Familie dabei, deren Sohn ebenfalls im Lager weilte.
Die Bestrafung erfolgte nach Artikel 314/2 neues TStG.
Radikal vom 10.02.2006
Priester bedroht
Martin Kmetec, der Priester
der katholischen Kirche St. Helen im Bezirk Karsiyaka von Izmir, wurde
von einer Gruppe von 9 Personen am 9. Februar in der Kirche bedroht. Berichten
zufolge sagte die Gruppe: „Du darfst nicht unseren Propheten beleidigen.
Wir können dein Leben beenden!“ Kmetec stellte einen Antrag an die
Sicherheitsbehörden, reichte jedoch keine förmliche Klage ein.
Weitere Meldungen (DTF)
Bia (Netzwerk) vom 07.02.2006
IHD präsentiert
Überblick über 5 Jahre
Die stellvertretende Vorsitzende
des IHD, Reyhan Yalcindag, hat einen Bericht des Vereins über die
letzten 5 Jahre im Osten und Südosten der Türkei vorgestellt.
Demzufolge habe Folter zwar abgenommen, aber Gewalt gegen Frauen und Sittenmorde
haben zugenommen. Ebenso haben Gefechte wieder zugenommen und es habe mehr
Verletzte und Tote durch Minenexplosionen gegeben. Bei Demonstrationen
habe es 7 Tote und 179 Verletzte gegeben. Bei den Gefechten seien 373 Bürger
und Bürgerinnen ums Leben gekommen und 238 Personen seien verletzt
worden.
Kurdish Media, 12.02.2006
Kani Yilmaz und ein Parteigenosse
in Süleymania ermordet
Am Morgen des 11. Februar
wurden Faysal Dunlayici (Kani Yilmaz) und Serdar Kaya (Sabri Torin) auf
dem Weg zu einem Treffen durch eine Autobombe in Süleymania (Nordirak)
getötet. Ihre Leichen wurden identifiziert.
Kani Yilmaz war ein Mitglied
der Führung der PKK und ihr Europa-Verantwortlicher gewesen. Er trennte
sich mit einigen hochrangigen PKK-Mitgliedern von der Organisation und
gründete eine neue Partei, Partiya Welatparezan Demokraten Kurdistan
(PWD-K).
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