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Übersetzungen aus den Übersetzungen der TIHV
Wochen 44/2005

Evrensel vom 29.10.2005
Folter in Mersin
Fünf Studenten, die nach einem Angriff von Rechtsradikale auf Studenten, die nicht fasteten, am 26. Oktober festgenommen wurden, haben Foltervorwürfe erhoben. Okay Kinik sagte, dass sie schon auf dem Weg zur Polizeistation "Carsi" im Auto geschlagen und beschimpft wurden. Dann seien sie zum Polizeipräsidium gebracht worden, wo sie bis zum nächsten Morgen um 9.15 Uhr in Zellen gehalten wurden. Beamte von der Polizeistation Kinik hätten sie dann erst zur Gerichtsmedizin im Staatskrankenhaus gebracht, wo die Spuren von Schlägen und den Handschellen notiert wurden. Nachdem der Arzt den Raum verlassen hatte, hätten sich die Polizisten auf sie geworfen und ihnen erneut Handschellen angelegt. Auf dem Weg zur Polizeiwache seien sie wieder geschlagen worden. Nach der Aussage bei der Staatsanwaltschaft seien sie wieder zur Gerichtsmedizin gebracht worden, weil sie dort zwei der Beamten identifiziert und von den anderen Beamten eine Beschreibung abgegeben hatten. Die Verletzungen seien erneut festgestellt worden.

ANF (Nachrichtenagentur Firat) vom 29.10.2005
HPG'ler ausgeliefert
Der Iran hat die vermeintlichen Militanten der HPG, Ramazan Özbek und Hogir Öztürk an die Türkei ausgeliefert. Sie kamen am 28.10.2005 in U-Haft.
Die Übersetzung bei ISKU (Informationsstelle Kurdistan) lautet:
Iran liefert zwei Gefangene an Türkei aus
Der Iran hat zwei Personen als Kongra-Gel-Mitglieder aus dem Gefängnis in Urmiye in Ostkurdistan an die Türkei ausgeliefert. Bei den Betroffenen handelt es sich um Ramazan Özbek, der seit drei Jahren in Urmiye inhaftiert war, sowie um Hogir Öztürk, der ein Jahr im Gefängnis verbrachte. Vergangene Woche hatten Vertreter des Konsulats der Türkei in Urmiye die Auslieferung aller gefangenen türkischen Staatsbürger gefordert. Einem weiteren Gefangenen steht die Auslieferung nach Südkurdistan bevor. Rebwar Eli Mihemed, geboren in Süleymaniya, wurde im Iran als Kongra-Gel-Mitglied verhaftet.

Radikal vom 30.10.2005/Milliyet vom 26.10.2005
Minenexplosion
Özcan Önal (9) und Kerem Tosun (7) starben am 29.10., als sie in der Nähe der Stadt Esendere im Kreis Yüksekova (Hakkari) auf eine Mine traten. Der Soldat Mehmet Er starb, als er am 25. Oktober auf eine Mine in Sirnak trat.

Özgür Gündem vom 01.11.2005
Entführung in Baskale (Van)
Nurettin Marti hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Baskale (Van) gestellt. Er beschwerte sich über die Polizeibeamten K. und S. Sie sollen ihn am 24. Oktober in ein Auto gezerrt und zu einem freien Feld gefahren haben. Sie hätten ihn aufgefordert, als Spitzel zu arbeiten. Auf der Abteilung für Verkehrsdelikte sei er gefoltert worden, habe sich aber weiterhin geweigert, für die Polizei zu arbeiten. Daraufhin zogen die Beamten ihm die Hose aus und drohten ihm mit Vergewaltigung. Sie schlugen ihn mit den Knauf ihrer Pistolen. Gleichzeitig stießen sie Morddrohungen aus. Nurettin Marti warf den Polizisten auch vor, die 200 YTL, die sie ihm abgenommen hatten, nicht wieder ausgehändigt zu haben. Er sei dann in der Nähe seiner Wohnung abgesetzt aber auch bedroht worden, dass seine Kinder getötet würden, wenn er jemandem davon erzähle.

Özgür Gündem vom 01.11.2005
Bombenexplosion
Bülent Kireman (12) spielte mit einer Bombe, die er auf dem Gelände des Bergkommandos in der Nähe des Dorfes Kazan (Tane) im Kreis Yüksekova (Hakkari) gefunden hatte. Bei der Explosion wurde er schwer verletzt.

Özgür Gündem vom 01.11.2005
Bilanz der Gefechte
Die HPG gab als Bilanz für den Monat Oktober an, dass 105 Soldaten, ein Polizist und neun Militante bei Gefechten getötet wurden.

Bia (Netzwerk) vom 01.11.2005
Protokoll gegen Todesstrafe
Die Türkei hat am 28. Oktober dass 2. optionale Protokoll zum UN Pakt über bürgerliche und politische Rechten ratifiziert. Dieses Protokoll sieht die Todesstrafe lediglich in Kriegszeiten vor.

Zaman vom 06.11.2005
Todesschüsse in Izmir
In der Nacht zum 5. November erschoss die Polizei in Izmir Baris G. Sie soll zuvor ihn und seinen Freund Can K. in der Nähe des "Lunapark"s nach Ausweisen gefragt haben. Baris G. soll daraufhin geschossen haben und geflohen sein. Die Schüsse der Polizisten verletzten ihn und er verstarb im Krankenhaus.

Radikal vom 03-06.11.2005
Vorfall in Rize
Am 2. November kamen 15 Mitglieder des Gefangenenhilfsverein TAYAD nach Rize, um die Gräber von den während des Todesfastens gestorbenen Schwestern Canan Kulaksiz (15. April 2001) und Zehra Kulaksiz (29. Juni 2001) zu besuchen. An der Uferstraße, an der auch die Stadtverwaltung und das Polizeipräsidium liegen, wurden sie von Rechtsradikalen angegriffen. Die Gruppe entfernte sich in einem Kleinbus, wurde an verschiedenen Orten der Stadt aber erneut angegriffen. Am Cumhuriyet Platz zerrte eine Gruppe von 300 Personen sie aus dem Kleinbus und schlug sie. Die Polizei trieb die Menge durch Schüsse in die Luft auseinander. Zeynep Erdugrul, die schon bei dem Vorfall in Trabzon dabei gewesen war, sagte nachher, dass die Angreifer sie als PKK'ler bezeichnet hätten, aber aus der Bevölkerung sich niemand an dem Überfall beteiligt hätte. Sie warf der Polizei vor, dass sie ihren Kleinbus immer dort angehalten hätte, wo es zu den Überfällen gekommen sei.

Cumhuriyet vom 04.11.2005
KDV'ler beendet Hungerstreik
Mehmet Tarhan hat seinen am 30. September begonnenen Hungerstreik am 3. November beendet. Er befindet sich im Militärgefängnis von Sivas.

Cumhuriyet vom 03.-08.11.2005
Proteste gegen YÖK
Am 2. November wurden 13 Mitglieder der Jugendföderation festgenommen, als sie auf der Istiklal Straße in Istanbul gegen die Gründung des Rates für Hochschulen (YÖK) protestierten. Bis auf Ankara verliefen alle Protest ohne Zwischenfälle. In Ankara marschierten die Studenten vom Kurtulus Park zum Platz Kizilay. Die Polizei versuchte, sie auseinander zu treiben. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit Steinen und Stöcken. Es wurden 48 Studenten festgenommen.

ANF (Nachrichtenagentur Firat) vom 01.11.2005
Operation in der Provinz Maras
Im Dorf Terbizek, Kreis Araban wurde Ali Askin und im Dorf Tilkiler im Kreis Pazarcik wurde der Dorfvorsteher Ahmet Ovayolu festgenommen, angeblich weil unter den führenden Mitgliedern des Vereins Kurdistan-Leute aus Pazarcik in der Stadt Waldbröl Verwandte sind.

Hürriyet/Milliyet vom 03./04.11.2005
Flüchtlinge ertrunken
Vor der Kreisstadt Cesme (Izmir) sank am 2. November ein Boot, das Flüchtlingen auf die Insel Chios bringen wollte. Die Küstenwache rettete 8 Personen und fand die Leichen von 12 Personen. Die Hoffnung, dass die vermissten 16 Personen überleben haben könnten, wurden aufgegeben. Die Flüchtlinge sollen aus Palästina, Mauretanien und Lybien gekommen sein.

Hürriyet-Zaman vom 02.-07.11.2005
Explosionen in Semdinli
Am 1. November kam es vor der Kommandantur der Gendarmerie im Kreis Semdinli (Hakkari) zu einer Explosion in einem Auto. Hierdurch wurden vier Soldaten, 3 Polizisten und 16 Zivilisten verletzt. Die Wucht der Explosion beschädigte 67 Häuser und Geschäfte. Unterdessen wurden drei Personen im Zusammenhang mit einer Explosion am 24. Oktober in Yüksekova (Hakkari) festgenommen. M.T. Kam am Folgetage (4. November) in U-Haft. In Batman war es am 20. Oktober zu einer Explosion vor dem Gerichtsgebäude gekommen. Kenan Demir, Bahar Yesilyurt, Hamit Arslan und Fahrettin Seven von der Partei der demokratischen Gesellschaft kamen als Verdächtige am 3. November in U-Haft. Nach einer Explosion in Beytüssebap (Sirnak) am 6. November führte die Polizei Razzien durch.

Özgür Gündem vom 07.11.2005
Bombenexplosion in Semdinli
Harbi Senlik (23) fand in der Nähe des Dorfes Güvelik im Kreis Semdinli (Hakkari) eine Bombe. Er starb am 5. November als sie explodierte.

Nasname vom 09.11.2005
Organisationsinterne Hinrichtung?
Auf der Website von PKK-Kritikern unter dem Namen nasname wurde erklärt, dass die laut einer Erklärung der HPG am 5. November in der Nähe von Mardin ermordeten Seyhmus Erden und Ahmet Kochan keine Mitarbeiter des Geheimdienstes JITEM sind, die an der Ermordung von Ugur Kaymaz (im November 2004 in Kiziltepe) beteiligt waren, sondern dass Seyhmus Erden als Kreisvorsitzender der Partei der demokratischen Gesellschaft und der wegen Unterstützung der PKK verurteilte Ahmet Kochan von der HPG gerufen und nach Verhören ermordet wurden.

Cumhuriyet/Özgür Gündem vom 10.11.2005
Vorfall in Semdinli
Am 9. November stürmten bewaffnete Personen den Buchladen von Seferi Yilmaz, der angeblich am ersten Überfall der PKK in Eruh (Siirt) am 15. August 1984 beteiligt gewesen sein soll, und warfen eine Handgranate. Mehmet Zahit Korkmaz starb und 10 Personen wurden verletzt. Nach dem Vorfall stellten Zivilisten drei Personen, bei denen es sich um Gendarmen handeln soll. Es kam danach zu Unruhen, wobei die Gendarmerie und das Landratsamt verbarrikadiert wurden. Bei einem Ortstermin des Staatsanwalts wurde aus einem Auto auf die Bevölkerung geschossen. Ali Yilmaz starb und vier Personen wurden verletzt. Der CHP Abgeordnete für Hakkari sagte, dass seinen Informationen zufolge nur eine Person in Polizeihaft sei. Beim Ortstermin des Staatsanwaltes war der Abgeordnete in Semdinli und berichtete, dass die Schüsse aus einem Polizeiauto abgefeuert wurden. Deswegen habe der Staatsanwalt seine Ermittlungen nicht durchführen können. Niemand sei in der Stadt sicher, weder der Staatsanwalt noch er als Abgeordnete. Seit Juli sei es in der Provinz zu 14 Explosionen gekommen, 4 davon im Zentrum, 2 in Semdinli und 8 in Yüksekova.

Özgür Gündem vom 10.11.2005
Folter in Izmir
Mir Zeydin Özcan und sein Bruder Ibrahim Özcan, die am 13. Mai in Salihli (Provinz Manisa) festgenommen worden waren, haben Foltervorwürfe erhoben. Sie seien unter dem Vorwurf, das Auto des Bauherrn Hüseyin Kocaaga beschossen zu haben, festgenommen worden und Ibrahim Özcan musste danach eine Woche lang im Krankenhaus behandelt werden. Erst nach 93 Tagen seien sie aus der U-Haft gekommen. Gegen den folternden Polizeibeamten Süleyman Ö. sollen andere Verfahren wegen Misshandlung anhängig sein.

Bia (Netzwerk) vom 10.11.2005
Urteil gegen Mehmet Tarhan aufgehoben
Der militärische Kassationsgerichtshof hat das Urteil gegen den KDV'ler Mehmet Tarhan aus formalen Gründen aufgehoben. Das Urteil sei verhängt worden, ohne eine Untersuchung durchzuführen, ob Mehmet Tarhan, wie behauptet, schwul sei oder nicht. Er war am 10. August dieses Jahres vom Militärgericht in Sivas zu 4 Jahren Haft wegen 2 Befehlsverweigerungen verurteilt worden.

Atilim-Milliyet vom 10.11.2005
Verhaftungen nach YÖK Protesten
Nach den Demonstrationen zum Jahrestag des Rates für Hochschulen (YÖK) war es zu 50 Festnahmen gekommen. Dafür wurden 39 einem Haftrichter vorgeführt. Unter ihnen wurden Hasan Selim Gönen, Serkan Onur Yilmaz, Abdullah Özgün, Mustafa Dogru, Ekrem Kurtulus, Özkan Kaya, Nurgül Acar, Didem Akman, Ilhan Kaya, Ilker Dogan, Kemal Çete, Volkan Alkes, Ömer Deniz, Tufan Bakir, Ilker Ekiz, Mesut Aydin, Engin Aslan, Ziyahan Aldeniz, Cihan Çinki und Ender Aldanmaz unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation in U-Haft genommen.

Özgür Gündem vom 10.11.2005
Minenexplosion
Am 8. November kam es in der Nähe des Kreises Gürbulak (Agri) zu einer Minenexplosion bei dem der Afghane Ehmet Hamel verletzt wurde. Sein Bruder Muzaffer Ali Hamel wurde festgenommen.

Weitere Meldungen (DTF)

Radikal vom 05.11.2005
Weniger Gefangene
Nach das neue Strafgesetz (TSG) und die neue Strafprozessordnung (StPO) in Kraft getreten sind, hat sich die Zahl der Gefangenen von 57.930 auf 54.842 verringert. Im Jahre 2004 waren unter den knapp 58.000 Gefangenen ca. 26.000 Untersuchungs- und 32 Strafgefangene.

Radikal vom 07.11.2005
Ausländer unter den Gefangenen
Unter den Gefangenen in der Türkei befinden sich 1.172 Ausländer aus 76 Ländern. Unter ihnen stellen die Iraner mit 251 Häftlingen die grösste Gruppe, gefolgt von Personen aus Syrien (102) und Bulgarien (99). Unter den Europäern kommen die meisten Gefangenen aus Deutschland (40). Aus den Niederlanden kommen 17 Gefangene und aus Österreich und Griechenland jeweils 8 Gefangene.

1. Halbjahr 2003
1. Halbjahr 2004
1. Halbjahr 2005
1. Halbjahr 2006
2. Halbjahr 2003
2. Halbjahr 2004
2. Halbjahr 2005
2. Halbjahr 2006

 
 
 
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