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Informationen der Menschenrechtsstiftung
der Türkei (TIHV) und des Demokratischen Türkeiforums
38. Woche 2005
Cumhuriyet vom 17.09.2005
Verfahren gegen Demonstranten
Der Staatsanwalt in Trabzon
leitete ein Verfahren gegen Murat Bektasoglu, den Vorsitzenden des Volkshauses
in Trabzon, und Ethem Küçük, ein Mitglied des Volkshauses
ein. Sie waren festgenommen worden, weil sie bei einer Eröfnungszeremonie
am 24. Juni in Trabzon Ministerpräsident Recep Erdogan mit Eiern
beworfen hatten. Die Anklage fordert eine Bestrafung der Angeklagten zu
2 Jahren Haft wegen „Beleidigung des Ministerpräsidenten“. Das Verfahren
wird am Friedensgericht Nr. 1 in Trabzon fortgesetzt.
Özgür Gündem,
Radikal und Zaman vom 17./18.09.2005
Festnahme und Inhaftierung
von DEHAP-Mitgliedern
Tayyip Yildiz, Vorsitzender
der DEHAP von Adana, und Hidir Taskitan, DEHAP-Vorsitzender von Yuregir,
Zeki Kiliç und Kenan Çiçek die am 15. September im
Zusammenhang mit einer Presseerklärung vom 10. Juli festgenommen worden
waren, wurden am 16. September in U-Haft genommen. Die DEHAP-Mitglieder
Bedrettin Karakas, Nihat Doganer, Kadri Yagmur, Isa Bulut, Emine Adibelli,
Ali Toprak und Kenan Karavil wurden freigelassen. Nach der Festnahme der
DEHAP-Funktionäre führte die Polizei in den DEHAP-Büros
Razzien durch. Rechtsanwalt Turgay Berk soll Berichten zufolge von Polizisten
angegriffen worden sein.
Abdülkadir Akdag, DEHAP-Vorsitzender
von Eminönü (Istanbul) und die DEHAP-Mitglieder Siddik Gülmez
und Nurettin Sengit wurden festgenommen. Abdurrahman Dogar, DEHAP-Vorsitzender
von Van, wurde am 17. September unter der Anklage von „Propaganda-Machen
für eine illegale Organisation und Provozierung der Leute zur Gewalt
im Zusammenhang mit der Demonstration für Abdullah Öcalan am
5. September festgenommen.
Radikal vom 17.09.2005
Festnahmen von Mitgliedern
der Hezb Al Tahrir
M.G., A.S., I.E., M.G.,
A.G., M.H.A. und I.E. wurden am 16. September in Bursa festgenommen unter
der Beschuldigung „Mitglieder von Hezb Al Tahrir zu sein“. I.E., I.E. and
M.G. wurden in U-Haft genommen.
Zaman vom 17-19.09.2005
Flüchtlinge vermisst
Ein Boot mit 12 irakischen
und 2 türkischen Flüchtlingen sank auf der fahrt von der Türkei
nach Griechenland bei der Enez-Küste. 10 Personen, darunter 2 Kinder,
werden vermisst. 4 Personen erreichten die Küste und wurden von der
Gendarmerie in der Nähe des Dorfes Gülcavus festgenommen. Die
Leichen von 4 Personen wurden Berichten zufolge am 18. September gefunden.
Sabah vom 19.09.2005
Bewaffneter Angriff auf
Polizeifahrzeug in Urfa
Bei einem bewaffneten Überfall
auf ein Polizeifahrzeug in der Nacht vom 17. September kam in Baglarbasi/
Urfa ein Polizist ums Leben, zwei andere wurden verletzt. Die Polizisten
waren im Dienst vor dem Haus der Familie Akdag, die mit der Familie Akkus
wegen Landstreitigkeiten eine bewaffnete Auseinadersetzung hatte.
Özgür Gündem
vom 17.09.2005
Vorfall in Tokat
N.M., H.O. und M.H., die
im Zusammenhang mit einem auf die Häuser der Angehörigen des
Militärs im Stadtzentrum von Tokat am 14. September durchgeführten
bewaffneten Angriffs festgenommen worden waren, wurden in U-Haft überstellt.
Der Soldat Aydogan Sen wurde bei dem Vorfall verletzt.
Milliyet, Özgür
Gündem und Radikal vom 16., 17.,18.und 19.09.2005
Bewaffnete Auseinadersetzungen
im Südosten
Die HPG gab bekannt, dass
die Militanten Mahmut Demir, Nazmi Abdurrahman (Syrer), Osman Cengiz and
Mizgin Hadi am 9. September bei einer bewaffneten Auseinandersetzung nahe
Tunceli uns Leben kamen.
Unteroffizier Emrah Akman,
der am 15. September in Hakkari starb, wurde am 16. September in Saruhanli
in der Provinz Manisa beerdigt. Nach der Beerdigung griff eine Personengruppe
das Büro der DEHAP an. Bei dem Vorfall wurde materieller Schaden verursacht.
Unteroffizier Murat Karabulut und ein HPG- Militanter kamen am 15. September
bei einer Kampfhandlung in der Nähe von Semdinli in der Provinz Hakkari
ums Leben. Der Polizist Korhan Ekiz starb und die Polizisten Mehmet Tamis,
Yücel Açikkapi und Abdurrahman Demir wurden verwundet bei einem
bewaffneten Angriff in der Nach des 17. September auf die Cumhuriyet Polizeistation
in Van. 2 HPG-Militante sollen Berichten zufolge bei einer Kamphandlung
am 18. September in der Nähe des Dorfes Kirkköy im Kreis Yayladere
der Provinz Bingöl gestorben sein. 2 Soldaten wurden am 18. September
bei einem bewaffneten Angriff gegen die Muti Gendarmerie-Station an der
Grenze zwischen den Provinzen Erzincan und Tunceli verwundet.
Bianet vom 22.09.2005
Radiosender geschlossen
Der Staatsanwalt in Ankara
beschloss die Schließung des Radiosenders „Imaj“, der in Ankara sendete,
mit der Beschuldigung er „sende ohne Autorisierung“. Polizisten gingen
am 21. September zu dem Sender und gab die Entscheidung des Staatsanwaltes
bekannt. Ein Gerichtsverfahren wurde gegen die Geschäftsführer
des Radios Ismail Yüce, Adnan Yüce, Irem Belek, Giyasettin Vergün
und Gözde Erözgün mit der gleichen Beschuldigung eingeleitet.
Das Verfahren wird am 17. Oktober am Strafgericht 1. Instanz in Ankara
beginnen. Yüce behauptet, dass die Entscheidung über die Schließung
wegen des Sendens kurdischer Musik erfolgt ist.
Milliyet vom 22.09.2005
Schließung des
Schwulen und Lesben Vereins beantragt
Das Gouverneursamt von Ankara
beantragte beim Staatsanwalt von Ankara die Schließung des Schwulen-Lesben-Vereins
KAOS. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Umut Güner gab
bekannt, dass sie am 15. Juli einen Antrag auf Transformation der Organisation
an das Innenministerium gestellt hatten. Güner berichtete, dass das
Gouverneursamt die Forderung an den Staatsanwalt gerichtet habe mit der
Beschuldigung, dass “die Organisation gegen das Gesetz und die Moral sei”.
Evrensel vom 22.09.2005
Studenten von der Universität
entlassen
Die Ermittlungen gegen 148
Studenten im Zusammenhang mit Kämpfen, die nach einem Angriff von
Rechten an der Universität Istanbul im Jahr 2004 ausbrachen, wurde
beendet. 36 Studenten wurden für verschiedene Zeitspannen von einem
Monat bis zu einem Semester von der Universität suspendiert. Die Studenten
haben noch keine Informationen über die Entscheidungen, da die Universität
noch nicht begonnen hat. Das Verfahren, das gegen 46 Studenten, die von
Rechten angegriffen worden waren, unter der Beschuldigung der „Behinderung
der Vorlesungen” eingeleitet wurde, geht weiter.
Radikal vom 22.09.2005
Dev-Sol-Verfahren
Am 21. September wurde am
Gericht für schwere Straftaten Nr. 1 das Verfahren gegen 1243 Angeklagte
wegen der Beschuldigung Mitglieder von Devrimci Sol (Revolutionäre
Linke) zu sein fortgesetzt. Der Angeklagte Burhan Kizilgedik erklärte
während der Verhandlung: “Das Verfahren fand in verschiedenen Gebäuden
statt. Wir erfuhren, dass die Akten, von denen gesagt worden war, sie seien
verschwunden, während der Operation im Ümraniye Gefängnis,
das einer der Orte war, an dem die Akten aufbewahrt worden waren, verbrannt
seien. Es wird gesagt, dass der Sack Nr. 19, der als verschwunden gemeldet
worden war, beim Kassationsgericht gefunden worden sei. Es ist nicht möglich,
die verbrannten Akten zu finden.” Das Verfahren wurde auf den 9. Februar
2006 vertagt.
Özgür Gündem
vom 22.09.2005
Dorfvorsteher entführt
Abdulkerim Kiliç,
Dorfvorsteher des Dorfes Çatalca im Kreis Semdinli (Hakkari), wurde
in der Nacht des 18. September von Personen entführt, die sein Haus
überfielen.
Cumhuriyet, Hürriyet
und Sabah vom 22.09.2005
Festnahmen und Verhaftungen
Ö.T., der unter der
Beschuldigung der Mitgliedschaft in der PKK festgenommen worden war, wurde
in U-Haft überstellt. Y.D. (27) und I.D. wurden in Izmir wegen Mitgliedschaft
in der PKK festgenommen. Emel Benel, Vertreter der Front für Rechte
und Freiheit, und Onur Urbay wurden festgenommen, als sie am 18. September
das Journal Yürüyüs im Stadtteil Ümraniye von Istanbul
verkauften. Onur Urbay wurde später in U-Haft überstellt. Ömer
Salman, ein mutmaßlich führendes Mitglied der Organisation Hizb-Al-Tahrir
wurde in Kahramanmaras festgenommen.
Hürriyet und Radikal
vom 22.09.2005
Tod von Flüchtlingen
Einheiten der Küstenwache
eröffneten in der Nähe von Seferihisar in der Provinz Izmir das
Feuer auf ein Schiff, das in der Nacht des 18. September 30 Flüchtlinge
illegal nach Griechenland bringen wollte. Der syrische Staatsbürger
Fezans Hashakczan (26) starb bei den Vorfall, während Ammar Bozan
(31), Metas Shab (23) und der Kapitän des Schiffes Agiadis Dimitris
(griechischer Staatsbürger) dabei verwundet wurden. Agiadis Dimitris
und sein Assistent Aygiadis Georgios wurden später verhaftet. 2 Somalier
starben, 28 Personen darunter 25 Somalier und drei Palästinenser
wurden festgenommen, als ihr Schiff in der Nacht des 20. September in der
Nähe von Cesme in der Provinz Izmir sank.
Radikal vom 22.09.2005
Tod durch Minenexplosion
Am 19. September trat ein
Angestellter des Hozat Casatral Direktoriums auf eine Mine bei Arbeiten
in der Nähe von der Suveren Gendarmeriestation im Kreis Genç
in der Provinz Hakkari Infolge der Minenexplosion starb Fehmi Dogan,
Furkan Yazar und Ayhan Agirbas wurden verletzt.
Milliyet, Sabah, Özgür
Gündem vom 22.09.2005
Kampfhandlungen im Südosten
Der Polizist Mehmet Tamis,
der bei dem bewaffneten Überfall auf die Cumhuriyet Polizeistation
in Van in der Nacht des 17. September verwundet worden war, starb am 18.
September im Krankenhaus. Die PKK-Militanten, die während der am 15.
September in der Region zwischen den Dörfern Gelisim und Tekeli im
Kreis Semdinli in der Provinz Hakkari ausgebrochenen Kampfhandlungen starben
sind Berichten zufolge Mehmet Sahin und Aydin Çiliger. Aydin Çiliger
wurde am 20. September im Kreis Bulanik in der Provinz Mus beerdigt. Der
Rechtsanwalt der Familie Çiliger, Mensur Isik, der Vorsitzende der
Zweigstelle Musdes Menschenrechtsvereins, äußerte Folgendes:
“Nach unseren Beobachtungen wurden die Körper von einem Panzer oder
einem anderen Fahrzeug geschleift. Die Haut an seinen Hüften und Armen
waren abgeschürft. Zigaretten waren an seinem Nacken und seinen Schultern
ausgedrückt. Wir sahen Spuren von Zigaretten an seinem Körper.“
Der HPG Militante Tamer Uysal wurde bei Kamphandlungen getötet, die
am 17. September in der Nähe des Dorfes Uzuntarla in der Provinz Tunceli
ausbrachen. Während der Kämpfe auf dem Gabar Berg in der Nähe
von Sirnak wurde am 19.September der HPG Militante Tamer Uysal getötet.
Nach Berichten der HPG wurde bei den Kampfhandlungen, die am 20. September
in dem Gebiet zwischen den Dörfern Büyükköy und Karadere
ein Soldat getötet. Ein Kampf brach in Van in der Nacht des 21. September
aus zwischen der Polizei und fünf Personen, die mutmaßlich HPG
Militante waren. Drei Personen wurden getötet, zwei Personen wurden
festgenommen. Zwei der Personen sollen weggelaufen sein
22.09.2005
Kongra-Gel verlängert
Waffenstillstand
Kongra-Gel gab bekannt,
das der im August begonnenen Waffenstillstand bis zum 3. Oktober, an dem
die Türkei Verhandlungen über eine Mitgliedschaft in der EU beginnen
wird, verlängert wird. Laut der HPG Erklärung wurden 20
HPG Militante, 48 Soldaten (5 Unteroffiziere, 2 Dorfschützer, 41 Soldaten)
und 3 Polizisten getötet bei Kampfhandlungen, die während des
„Waffenstillstands“ ausbrachen. Außerdem seien 5 Polizisten,
42 Soldaten, ein Unteroffizier und ein Leutnant verwundet worden, während
zwei Militante lebend gefasst worden seien. Auf der anderen Seite wurden
laut einer in Milliyet erschienenen Nachricht Berichten zufolge 30 Militante
and 11 Sicherheitskräfte getötet.
Milliyet und Özgür
Gündem vom 23.09.2005
Außergerichtliche
Hinrichtung
Die Tötung von drei
Personen durch die Polizei in der Nacht des 21. September im Zentrum von
Van war vermutlich eine außergerichtliche Hinrichtung. Die getöteten
Personen waren Berichten zufolge Uzeyir Tasar, Ikbal Altindal (18)
und Selçuk Inci (20). Laut der offiziellen Erklärung umzingelten
die Sicherheitskräfte ein Haus, in dem “drei HPG Militante” seien.
Eine der vier Personen, die versuchte, mit einem Taxi zu flüchten,
wurde getötet und drei Personen wurden festgenommen. In der Erklärung
wird auch behauptet, dass die beiden Militanten (Ikbal Altindal und Selçuk
Inci) während Schusswechseln mit den Militanten in dem Haus getötet
wurden, drei Personen einschließlich einer verwundeten Person wurden
festgenommen und eine Person sei entkommen. Jedoch in den Nachrichten der
Zeitung Özgür Gündem wird behauptet: “Die Polizei, die die
Sicherheitskontrollen in der Stadt nach einem Angriff auf die Cumhuriyet
Polizeistation im Stadtteil Hacibekir am 17. September verstärkt hatte,
begann, etwa um 22.30 Uhr dem Taxi von Mehmet Saglam zu folgen und tötete
Uzeyir Tasar, als er das Taxi bei der Hisar Strasse anhielt. Sie
nahmen Yakup Tasar und den Taxifahrer Mehmet Saglam fest. Danach überfielen
sie das Haus von Salih Turgut in der selben Strasse und töteten zwei
andere Personen, die sie aus dem Haus holten. Sie nahmen auch Salih Turgut,
Hüsna Turgut und Y. Turgut (15) fest”. Laut der Zeitung hat der Augenzeuge
Encer Görün Folgendes berichtet: “Die Polizei kam in den Stadtteil
mit einem Panzerfahrzeug. Wir konnten nicht verstehen, was geschah. Sie
eröffneten das Feuer und überfielen unsere Häuser. Wir wurden
auf dem Boden geschleift und geschlagen. Die Leute schrieen. Am Ende nahmen
sie 3 Personen und gingen weg.” Üzeyir Tasars Verwandter Siddik Güler
sagte Folgendes: “Üzeyir wurde getötet, während er aus dem
Taxi stieg. Die Polizei sagt, dass die getöteten Personen „Terroristen“
seien. Sie kamen nach van um eine Hochzeit vorzubereiten. Er hat 8 Kinder.
Sie kamen in den Stadtteil, um ihren Verwandten zu sagen, dass sie nach
Istanbul fahren wollten. Nach den Informationen, die wir gesammelt haben,
sind die anderen zwei Personen getötet worden, nachdem sie aus dem
haus geholt worden waren. Es gab überhaupt keine bewaffneten Auseinandersetzungen.
Milliyet vom 23.09.2005
Verfahren gegen Soldaten
Wegen der Tötung von
Ramazan Demir und der Verletzung von Murat Demir (17), seinem Vater
Hamdullah Demir (67), Nusret Demir (65) und Mehmet Demir (38) am 13. Oktober
2003 in dem Dorf Kovali im Bezirk Derik (Mardin) wurde gegen 13 Soldaten
ein Verfahren eingeleitet. Die Anklage fordert, dass die Soldaten wegen
„Überschreitung der gesetzlichen Grenzen beim Gebrauch der Gwehre
und Tötens einer Person“ verurteilt werden. Das Verfahren wird am
Gericht für schwere Straftaten Nr. 2 in Mardin durchgeführt.
Ramazan Demir, der bei dem Vorfall verletzt worden war, starb am 18. Oktober
2003.
Cumhuriyet vom 23.09.2005
Verfahren wegen Gefängnisoperationen
Am 22. September wurde am
Gericht für schwere Straftaten Nr. 1 in Çanakkale das Verfahren
gegen 154 Verurteilte, die im E-Typ-Gefängnis von Canakkale inhaftiert
waren, und 563 Sicherheitsbeamte fortgesetzt. Das Gericht wies den Antrag
der Anwälte auf eine Untersuchung in dem Gefängnis und zur Feststellung,
welche Gewehre von den Soldaten bei der Operation benutzt wurden, zurück.
Das Verfahren wurde vertagt, um die TV-Kanäle und RTÜK nach den
Videos über die Operation zu fragen.
Cumhuriyet vom 23.09.2005
Demonstration behindert
Am 22. September schritten
Soldaten der Gendarmerie gegen eine Demonstration der Leute in dem Dorf
Inay in der Provinz Usak ein, die gegen die Firma TÜPRAG protestierten,
die mit Zyanid nach Gold sucht. Die Dorfbewohner blockierten die Strasse
nach dem Dorf Gümüskol und zerstörten die Fenster von einem
Bulldozer. Bei den Auseinandersetzungen infolge der Intervention der Gendarmerie
wurden 11 Personen verletzt und 12 Personen wurden festgenommen.
Sabah vom 23.09.2005
Mordfall im Zusammenhang
mit dem Umut-Verfahren
Muzaffer Dagdeviren, der
in dem Umut-Gerichtsverfahren zu einer Haftstrafe verurteilt worden war,
wurde am 21. September in Istanbul getötet. Dagdeviren wurde mutmaßlich
von einigen Gangstern ermordet. Durmus Dere, der mit Durmus Dere während
des Vorfalls zusammen war, wurde verwundet. Gegen Muzaffer Dagdeviren war
ein Verfahren eingeleitet worden wegen der Beschuldigung der Mitgliedschaft
in der von Kürsat Yilmaz und Haluk Kirci gegründeten Organisation,
während er im Gefängnis in Eskisehir Prison war. Dagdeviren war
am 5. August aus dem Gefängnis entlassen worden.
Atilim und Özgür
Gündem vom 23.09.2005
Festnahmen und Verhaftungen
Azime Peker, die am 20.
September in Mersin festgenommen worden war, wurde in U-Haft überstellt
wegen “Propaganda für die Maoistische Kommunistische Party (MKP).
Aydin Bolkan, Artikelschreiber für die Tageszeitung Özgür
Gündem, wurde am 22. September im Kreis Maden in der Provinz Elazig
festgenommen. Bolkan wurde freigelassen, als erkannt wurde, dass der Haftbefehl
gegen ihn aufgehoben worden war.
Özgür Gündem
vom 23.09.2005
Kampfhandlungen im Südosten
Der HPG Militante Mizgin
Hadi (Syrer) wurde bei Kampfhandlungen in der Nähe des Dorfes Çiçekli
in der Provinz Tunceli getötet. Die HPG Militanten Hilmi Borak und
Cengiz Rasta (Iraner) wurden bei Kampfhandlungen am 21. September in der
Nähe des Bezirkes Yayladere in der Provinz Erzurum getötet.
Weitere Informationen des
DTF
Hürriyet vom 23.9.2005
Verbot mit einer Stimme
Mehrheit
Die im Mai von der Bogazici
Universität aufgrund von Protesten abgesagte und für heute geplante
alternative Armenierkonferenz wurde gestern Abend durch Gerichtsurteil
gestoppt. Das Verwaltungsgericht Nr. 4 stoppte die Konferenz „ Die osmanischen
Armenier in der Zeit des Niedergangs des Reiches: Wissenschaftliche
Verantwortung und Demokratieprobleme“ mit 3 zu 2 Stimmen auf Antrag
einer Gruppe von Anwälten aus der Juristenvereinigung. An der
für 3 Tage geplanten Konferenz sollten 100 in- und ausländische
Wissenschaftler, meist aus den USA, teilnehmen. Das Urteil wurde gestern
um 16.30 Uhr dem Rektorat der Bogazici Universität, dem Gouverneursamt
und den Polizeipräsidien Besiktas, Sariyer und Istanbul mitgeteilt.
Als Grund für die Entscheidung wurde angegeben, es sei nicht klar,
wie der Plan für die Konferenz zustande gekommen sei und welche Verwaltungsorgane
beteiligt worden seien, nach welchen Kriterien die Redner ausgewählt
worden seien, wie die sonstigen Teilnehmer ausgewählt worden seien,
wer die Kosten für Anreise und Unterbringung der Teilnehmer trage.
Die Universität wurde aufgefordert, jeweils ausführliche Belege
auch zur Qualifikation von Rednern und Teilnehmern vorzulegen.
Die Presse (Wien) vom 24.09.2005
Türkei: Groteske
um Konferenz zur Armenier-Frage
Türkisches Gericht
wollte ein Historiker-Treffen verbieten. Es findet nun verspätet an
einem anderen Schauplatz statt.
Die internationale Historikerkonferenz
zum Vorwurf des Völkermordes an den Armeniern, die eigentlich schon
am Freitag in Istanbul hätte beginnen sollen, startet nun am heutigen
Samstag...
Das Urteil verbot die Abhaltung
der Konferenz an den ursprünglich geplanten Veranstaltungsorten. Die
Organisatoren konnten am Freitag jedoch die Leitung der Bilgi Universität
in Istanbul davon überzeugen, den Teilnehmern ihre Räumlichkeiten
zu überlassen.
Die EU-Kommission nannte
den zwei Wochen vor dem Beginn der Beitrittsgespräche gefällten
Gerichtsbeschluss "eine Provokation". Die türkische Regierung versuchte,
die Wogen zu glätten. Sie verurteilte die Gerichtsentscheidung als
einen Schlag gegen die Redefreiheit: "Ein Treffen zu verhindern, das noch
nicht begonnen hat und wo nicht klar ist, was diskutiert wird, hat nichts
mit Demokratie zu tun", so Premier Recep Tayyip Erdogan...
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