Wochenberichte
Sonderberichte
Deutsch English Türkçe
Startseite
Kurzmeldungen
Presseschau
Hintergrund
Archiv
Kontakt
zurück
Übersicht
vor

Übersetzungen aus den Tagesberichten der TIHV
Woche 37/2005

Özgür Gündem vom 11.09.2005
Folter in Mersin
Yilmaz Piskin und M.K., die in Mersin am 5. September nach einer Demonstration für Abdullah Öcalan festgenommen worden waren, haben Foltervorwürfe erhoben. M.K., der noch am selben Tag wieder freigelassen wurde, sagte, dass sie zu einem leeren Feld gebracht und dort von Polizisten verprügelt wurden. "Zivile Polizeibeamten mit Stöcken in den Händen riefen uns zu sich, als wir im Büro der DEHAP waren. Als ich rauskam, schlug mir einer mit dem Stock auf die Brust. Dann haben sie uns zu einem freien Feld in der Nähe des Büros gebracht. Ich erhielt einige Schläge, aber Yilmaz haben sie auf den Boden gelegt und ihn mit Tritten und Schlägen misshandelt." Auch auf dem Polizeipräsidium in Mersin sei er geschlagen worden, sagte M.K. Er sei nach den Regeln des Islam gefragt worden und musste dann aus Angst ein Papier unterschrieben, dessen Inhalt er nicht lesen durfte, weil, so ein Polizist, ihm dann die Nase blutig geschlagen werde. Der Anwalt Serhat Ölmez der Yilmaz Piskin im Gefängnis besucht, berichtete, dass er auf der linken Hüfte Quetschungen und auf dem linken Knie blaue Flecken gesehen habe, ebenso hinter beiden Ohren. Piskin habe ihm gesagt, dass er auf der Straße mit Stöcken und Tritten geschlagen wurde, während es auf dem Polizeipräsidium Beamte eines Sondereinsatzkommandos gewesen sein. Wegen seiner Atembeschwerden sei er zwar ins Krankenhaus gebracht worden, habe aber nur ein Serum erhalten und stundenlang warten müssen. Schließlich habe er eine Aussage unterschreiben müssen, obwohl er nicht lesen und schreiben könne.

Evrensel/Radikal vom 13.09.2005
Prügel in Siirt
20 Personen, die am 6. September in Siirt bei einer Demonstration für Abdullah Öcalan festgenommen worden waren, haben sich über Prügel und Beschimpfungen in der Polizeihaft beschwert. Einer von ihnen, Metin Besdogan, sagte "Nach der Aktionen gingen wir zum Büro der DEHAP. Die Polizisten stürmten das Büro, indem sie die Tür eintraten. Sie griffen uns mit Polizeiknüppeln und Stöcken an. Sie legten uns auf den Boden und schlugen uns. Während des Transports und auf der Wache wurden wir brutal geschlagen und beschimpft. Mir haben sie eine Zigarette auf dem Arm ausgedrückt."

Zaman vom 15.09.2005
Journalisten vor Gericht
Die 2. Kammer des Amtsgerichts in Istanbul sprach am 13. September das Urteil im Verfahren gegen Emin Karaca, Dogan Özgüden und Mehmet Emin Sert im Zusammenhang mit Artikeln im April 2002 in der Zeitschrift "Sommer in Europa und der Türkei". Emin Karaca wurde wegen des Artikels "Was uns der 30. Jahrestag in Erinnerung bringt" (darin hatte er die Hinrichtungen an den Studentenführern Deniz Gezmis, Yusuf Aslan und Hüseyin Inan kritisiert) zu einer Strafe von 5 Monaten Haft nach Artikel 301/2 neues TStG (159 altes TStG). Die Haftstrafe wurde in eine Geldstrafe von 900 YTL verwandelt und zur Bewährung ausgesetzt. Das Verfahren gegen Dogan Özgüden, der im Ausland lebt, wurde abgetrennt. Der Chefredakteur der Zeitschrift, Mehmet Emin Sert wurde freigesprochen.

Azadiya Welat vom 15.09.2005
Massengrab gefunden?
In der letzten Ausgabe der Wochenzeitung Azadiya Welat wird von einem Massengrab zwischen den Dörfern Demir und Kamislo im Kreis Kulp (Diyarbakir) berichtet, in dem neun PKK Militante verscharrt sein sollen. Die Zeitschrift sprach mit Dilsa Ildeniz, der berichtete, dass 12 Militante bei einem Gefecht am 21.09.1998 ums Leben kamen. Zwei Tage danach seien sie zum Ort des Vorfalls gegangen und hätten die Leichen von 9 Militanten gefunden. Sie seien entkleidet gewesen und ihre Köpfe seien zerquetscht gewesen. Sie hätten die Leichen nicht angefasst, weil die Soldaten gedroht hätten, denjenigen zu töten, der sie beerdige. Später seien sie jedoch hingegangen und hätten ein Massengrab geschaufelt, damit die Leichen nicht von wilden Tieren gefressen werden. Das ganze Dorf wisse, wo die Leichen begraben seien. Ferner sagte Dilsa Ildeniz, dass die Leichen der anderen 3 Militanten von Soldaten fortgeschafft wurden. Unter den Getöteten sollen Mehmet Sirin Inatçi, Mehmet Bozan, Mehmet Özdemir, und 3 mit den Decknamen “Piling”, “Xwendewan” und “Hawar” gewesen sein.

Milliyet vom 16.09.2005
Vorfall in Tunceli
In der Nacht vom 14. September erschoss der Polizeibeamte R.L. den Taxifahrer Hasan Akdag. Der Gouverneur von Tunceli Mustafa Erkal sagte, dass der Vorfall keine politische Dimension habe. Es sei ein Mord, der unter Einfluss von Alkohol passiert. Der Polizeibeamten und zwei weitere Insassen des Taxis seien festgenommen worden.

Atilim vom 16.09.2005
Bombenanschlag auf Zeitung und Parteibüro
Die "bewaffneten Kräfte der Armen und Unterdrückten" haben sich in einer Erklärung zum Bombenattentat auf die rechtsgerichtete Zeitung "Ortadogu" (Ankara) bekannt. Der Anschlag soll am 8. September erfolgt sein. Am 9. September habe die Organisation eine Bombe im Büro der MHP in Ümraniye platziert.

Weitere Meldungen (DTF)

Bia (Netzwerk) vom 14.09.2005
Journalisten inhaftiert
Gestern wurde Cengiz Dogan, der Chefredakteur der Lokalzeitungen "Mavi" und "Kent", die in Nusaybin (Mardin) herausgebracht werden, verhaftet, weil die Zeitung Erklärungen der HPG (bewaffnete Teil der PKK) veröffentlicht haben soll. Die Staatsanwaltschaft ließ die Zeitung am 13. September konfiszieren und klagte den Chefredakteur wegen "Propaganda für die PKK" und das "Loben eines Kriminellen und einer Straftat" an. Der Herausgeber Süleyman Tekin war schon am 31. August verhaftet worden, weil er sich an einer Aktion im Zusammenhang mit der Überführung eines Militanten, der in Trabzon getötet worden war, beteiligt hatte. Mit ihm waren weitere 6 Personen in U-Haft gekommen.

Bia (Netzwerk) vom 14.09.2005
Bilanz des IHD Diyarbakir
Die Zweigstelle des IHD in Diyarbakir hat eine Bilanz der letzten 3 Monate herausgegeben. Sie stellte 959 Menschenrechtsverletzungen fest. Darunter waren 123 getötete Personen und die Festnahme von 165 Menschen. Der Vorsitzende Selahattin Demirtas machte auf den Zusammenhang zwischen den wieder entflammten Gefechten und den Übertretungen aufmerksam. So habe es in letzter Zeit keine Rückkehr in die Dörfer mehr gegeben. Gleichzeitig seien die Fälle von Folter angestiegen. Der Verein erhielt in dem Zeitraum insgesamt 276 Beschwerden.

1. Halbjahr 2003
1. Halbjahr 2004
1. Halbjahr 2005
1. Halbjahr 2006
2. Halbjahr 2003
2. Halbjahr 2004
2. Halbjahr 2005
2. Halbjahr 2006

 
 
 
Sitemap Impressum Webmaster powered by Syncope