Wochenberichte
Sonderberichte
Deutsch English Türkçe
Startseite
Kurzmeldungen
Presseschau
Hintergrund
Archiv
Kontakt
zurück
Übersicht
vor

Thema: Menschenrechte in der Türkei
Übersetzungen aus den Tagesberichten der TIHV
Woche 12/2005

Radikal/Özgür Gündem vom 21.03.2005
Kind ermordet
Am 19. März töteten Dorfschützer Selahattin Günbay (13) im Dorf Düzce des Kreises Nusaybin (Mardin). Zusammen mit seinen Verwandten Zeki Günbay (12) und Seyithan Gürkan (13) hatten die Dorfschützer den jungen Schäfer zuvor gewarnt, seine Schafe nicht in der Gegend zu weiden. Danach hatten sie auf die Kinder geschossen. Zeki Günbay und Seyithan Gürkan blieben unverletzt. Die Initialen der Dorfschützer wurden mit H.D., I.D., I.D., A.D. und M.D. angegeben.
Özgür Gündem vom 24.03.2005
Mit Zusammenhang mit der Erschießung von Selahattin Günbay wurden der Dorfschützer Ahmet Dinç und die Dorfbewohner Abdurrahim Dinç und Hasan Dinç am 22. März in U-Haft genommen.
Bia vom 25.03.2005
Die Delegation des IHD, die den Vorfall untersuchen wollte, wurden von Soldaten am Betreten des Dorfes gehindert. Das Vorstandsmitglied des IHD, Mihdi Perinçek, sagte, dass er, der Vorsitzende des IHD in Mardin, Hüseyin Cangir, Mitglied der SPD (Deutschland) und von DEHAP keine Gelegenheit hatten, mit den Dorfbewohnern zu sprechen.

Sabah vom 22.03.2005
Tod in Haft
Güven Karakus (21) wurde tot in seiner Zelle auf der Gendarmeriestation in Caycuma (Zonguldak) aufgefunden. Er soll sich am Fenster der Toilette aufgehängt haben. Wie verlautete, hatte er am 5. März Fahnenflucht von seiner Einheit in Balikesir begangen und war in seine Heimatstadt Karapinar, die zum Kreis Caycuma gehört, gekommen. Sein Vater Nurettin Karakus hatte daraufhin die Gendarmerie benachrichtigt und er war in Haft genommen worden.

Milliyet/Özgür Gündem vom 22.03.2005
Newroz Feierlichkeiten
In den meisten Orten der Türkei verliefen die Newroz Feierlichkeiten ohne Zwischenfälle. In Adana kam es im Stadtteil 19 Mayis zu einer Auseinandersetzung zwischen der Polizei und einer Gruppe, die mit dem Verbrennen von Reifen den Verkehr behinderte. Dabei wurde ein Polizist leicht verletzt. In Konya wurde eine Person festgenommen, die ein Poster von Abdullah Öcalan aufhing. Von den Personen, die in Mersin im Vorfeld der Newroz Feiern festgenommen worden waren, kamen Lezgin Asan, Nezir Baskak, Ozan Bekçi, Vedat Geyikogullari, Ferhan Alkan, Erdogan Bayhan, Necmettin Çeçen, Diren Yalçin und Kiymet Toprak am 21. März in U-Haft. In Eskisehir wurden mehrere Personen am 20. März festgenommen. Darunter war auch der Reporter der Agentur DIHA, Erkan Sahin. Er wurde am Folgetage wieder auf freien Fuß gesetzt.

Cumhuriyet/Özgür Gündem vom 24.03.2005
Newroz Feierlichkeiten
In Ankara wurde Haftbefehl gegen 2 Personen erlassen, die bei den Newroz Feierlichkeiten Poster von Abdullah Öcalan getragen haben sollen. In Diyarbakir wurden aus demselben Grunde 31 Personen, in Istanbul 28 Personen, in Izmir 26 Personen, in Eskisehir 6 Personen und in Konya 3 Personen festgenommen. In Izmir kam es im Stadtteil Kadifekale zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, bei der 3 Polizeiautos und das Fahrzeug eines Fernsehsenders beschädigt wurden. In Mersin wurden von den 23 Personen, die am 20. März festgenommen worden waren, 18 am 22. März in U-Haft genommen. Die Kinder V.S. und C.S., die versucht haben sollen, eine türkische Flagge in Brand zu stecken, wurden am 23. März festgenommen. In etlichen Städten wurden Demonstrationen gegen das Verbrennen der Flagge durchgeführt, meistens organisiert vom Idealistenverein und der MHP. Nebi Sahin vom Organisationskomitee zu Newroz in Mersin sagte unterdessen, dass der Vorfall mit der Flagge eine Provokation sei. Die Feier sei ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen und er sei daran gewesen, nach Hause zu gehen, als er eine Gruppe sah, die das Wolf-Zeichen machte und in der ein 25-30-jähriger Mann eine Flagge trug. Es sei zu einem Handgemenge gekommen, bei dem die Flagge zu Boden fiel. Eines der Kinder habe sie aufgehoben und wieder auf den Boden geworfen.
Özgür Gündem vom 25.03.2005
Weitere Festnahmen in Mersin betrafen E.B. (18) und die Minderjährigen F.B., M.A.A. und S.T. Sie sollen zusammen mit den Kindern V.S. und C.S. in U-Haft genommen worden sein. In Ankara wurde am 24. März U-Haft für Aytaç Ayhan, Hasret Tusun, Burhan Aytaç, Behçet Güngör, Sinan Sümer, Dilek Karahan, Hatice Özüç und Nihat Firat angeordnet.

Hürriyet vom 24.03.2005
Flüchtlinge ertrunken
Am 22. März sank ein Boot, mit dem Flüchtlinge von Ayvalik (Provinz Balikesir) auf die Insel Lesbos gebracht werden sollten. Zwei Menschen aus Mauretanien ertranken. 8 Iraner und ein Mauretanier wurden von der Küstenwacht gerettet.

Weitere Meldungen (DTF)

Radikal vom 24.03.2005
Austritte im Beratungsrat für Menschenrechte
Insgesamt 6 Organisationen der Zivilgesellschaft (NGO) haben ihren Rücktritt aus dem Beratungsrat für Menschenrechte (IHDK), der dem Ministerpräsidenten untergeordnet ist, erklärt. Als Grund wiesen sie auf personelle Umstellungen nach dem Minderheitenbericht hin. Seinerzeit waren der Vorsitzende der IHDK, Prof. Dr. Ibrahim Kaboglu und der Verfasser des Berichts, Prof. Baskin Oran nach § 312 TSG angeklagt worden. Kaboglu wurde außerdem unterrichtet, dass seine Amtszeit beendet sei. Zu den NGO, die ihren Rücktritt erklärten gehört die TIHV, der Verein der Gerichtsmediziner, der Kulturverein Pir Sultan Abdal, die türkische Ärztekammer TTB, die Stiftung des Menschenrechtsinstitus (TIHAK) und die Institut für Öffentliche Verwaltung in der Türkei und dem Nahen Osten (TODAIE).

Özgür Politika vom 26.03.2005
Probleme mit Entschädigung
Seitdem das Gesetz 5233 zur Erstattung von Schäden, die durch den Terror und die Bekämpfung des Terrors entstanden sind, am 17. Juli 2004 in Kraft getreten ist, haben in Diyarbakir 12.300 Personen einen Antrag auf Entschädigung gestellt. Wenn die Personen hinzu gezählt werden, die sich in dieser Zeit an den IHD oder den Flüchtlingshilfsverein Göc-Der mit Beschwerden gewandt haben, so wären es sogar schon 16.527 Personen. Positiv entschieden wurden bislang aber nur die Beschwerden in 14 Akten. Dazu gehören 14 Betroffenen der Operation in Hevsel (Sommer letzten Jahres), denen 8.179 YTL (knapp 5.000 Euro) als Entschädigung zugesprochen wurde. Die Frist für Anträge wird im Juli dieses Jahres ablaufen.

1. Halbjahr 2003
1. Halbjahr 2004
1. Halbjahr 2005
1. Halbjahr 2006
2. Halbjahr 2003
2. Halbjahr 2004
2. Halbjahr 2005
2. Halbjahr 2006

 
 
 
Sitemap Impressum Webmaster powered by Syncope