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Übersetzungen aus den Tagesberichten der TIHV

Woche 47/2003

Milliyet-Radikal-Zaman vom 16./17.11.2003
Bombenanschlag in Istanbul
Durch den Bombenanschlag am 15. November auf die Synagogen Neve Schalom und Beth Israel in Beyoglu-Istanbul verloren 25 Menschen ihr Leben (darunter auch beide Attentäter) und 300 Personen wurden verletzt. Bei der Explosion vor der Beth Israel Synagoge starben 8 Personen (und der Angreifer), während vier Minuten später (9.34 Uhr) die Explosion vor der Neve Schalom Moschee 15 Personen (und den Angreifer) tötete. Bis auf 10 Personen wurden alle Verletzten am ersten Tag wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Nach dem Vorfall wurden vier Personen festgenommen, die aber wieder freigelassen wurden. Unterdessen sandte eine Organisation auf den Namen Ebu Hafiz el Masri, die ein Arm von Al Kaida sein soll, eine Botschaft an eine arabische Zeitung in London und erklärte sich für den Anschlag verantwortlich. Die Todesopfer sind: Nurettin Aydin, Yono Romono, Mesut Gürol, Saadet Günes, Mustafa Yenier (Sicherheitsbeamter), Kaya Kaya, Fazil Süslü, Oguz Kizilirmak, Ömer Yazar, Murat Sahin, Berta Özdogan, Ahmet Özdogan, Mehmet Erus, Emin Türkaslan (Sicherheitsbeamter), Serkan Balci (Sicherheitsbeamter), Hakan Yüksel, Nasit Güler, Avram Varol, Isräl Yoel Ülçer, Arnette Rubinstei Talu (8), Polizist Bülent Bostanoglu, Mehmet Ates (Sicherheitsbeamter). Arnette Rubinstei Talu und ihre Grossmutter mit dem gleichen Namen Arnette Rubinstei Talu. Die Neve Schalom Synagoge war am 6 September 1986 schon einmal überfallen worden. Dabei starben 23 Menschen. Bei einem Überfall am 1. März 1992 war niemand zu Schaden gekommen.
Berichte am Folgetage (Hürriyet-Yeni Safak)
Als Fahrer der “Bombenautos” wurden die Namen von Mesut Çabuk und Gökhan Elaltuntas (Elaltintas) genannt. Mesut Aktas soll ein Mitglied der “Islamischen Bewegung” sein, während es für Gökhan Elaltuntas keine organisatorische Zuordnung gab. Der Besitzer des Kleintransporters, der bei dem Angriff auf die Beth Schalom Synagoge benutzt wurde, Metin Ekinci, wurde von Bingöl nach Istanbul gebracht. Er soll angegeben haben, dass er nach dem Erdbeben vom 1. Mai in einem Zelt gelebt habe und ihm dort sein Ausweis und sein Führerschein gestohlen wurden. Ahmet Ugurlu, der Besitzer des anderen Kleintransporters, sein Sohn Süleyman Ugurlu und sein Bruder sollen ebenfalls festgenommen worden sein. Ein anderer Sohn von ihm, Feridun Ugurlu und ein Bruder von Metin Ekinci, Azad Ekinci, sollen zwei Wochen vor dem Attentat nach Dubai gegangen sein. Azad Ekinci soll in Tschetschenistan und Feridun Ugurlu in Afghanistan gekämpft haben.
Milliyet vom 20.11.2003
Sechs der acht festgenommenen Presonen kamen am 19. November in U-Haft. Süleyman Ugurlu, Ismail Duru, Osman Eken, Metin Ekinci und Mehmet Helvaci wurden wegen der Bereitstellung der Kleintransporter nach § 146/3 TSG in U-Haft genommen, während Ismet Alçik aufgrund von § 169 TSG in U-Haft kam. Ahmet Ugurlu und Bülent Duman wurden freigelassen.

Özgür Gündem vom 14.11.2003
Verein in Mersin geschlossen
Die 3. Kammer des Justizgerichtes in Mersin hat die Schliessung des Gefangenenhilfsvereins TUHAD-DER verfügt. Der Beschluss vom 12. November wurde gefasst, da der Verein Aktivitäten entfaltet haben soll, die nicht mit dem Vereinsgesetz vereinbar sein sollen.

Radikal vom 16.11.2003
Verordnung zu Sendungen in Kurdisch tritt in Kraft
Der Hohe Rat für Radio- und Fernsehstationen (RTÜK) hat eine neue Fassung der Verordnung zu “Sendungen in Sprachen und Dialekten, die türkische Bürger im alltäglichen Leben benutzen” verfasst. Sie wird am 19.11.2003 im Amtsblatt eröffnet. Die erste Fassung war im September 2002 im Amtsblatt erschienen, aber der staatliche Sender TRT hatte beim obersten Verwaltungsgericht Einspruch eingelegt und das Gericht hat eine einstweilige Anordnung auf Aussetzen der Verfügung beschlossen. Nach der neuen Verordnung dürfen nur landesweite Sender in anderen Sprachen als Türkisch Sendungen ausstrahlen. Die Radioprgramme dürfen am Tage nicht länger als 45 Minuten und in der Woche nicht länger als 4 Stunden sein. Für Fernsehsender wurden die Programme auf täglich 30 Minuten und wöchentlich 3 Stunden beschränkt. Es dürfen keine Programme zur Sprachvermittlung gesendet werden und es darf jeweils nur eine Sprache oder Dialekt verwendet werden. Über die Auswahl entscheidet RTÜK.

Milliyet vom 19.11.2003
Lale Açik erhält lebenslänglich
Das SSG Istanbul verurteilte Lale Açik zu lebenslanger Haft. Sie soll an dem Attentat auf den Gouverneur von Çankiri, Ayhan Çevik am 5. März 1999 beteiligt gewesen sein. Das Verfahren hatte am 14. Februar 2002 mit einer lebenslangen Haftstrafe für Kemal Ertürk, Mesut Deniz, Küçük Hasan Çoban und Kemal Kaygisiz geendet. Lale Açik, Hakan Eren, Nihat Konak und Savas Kör waren mit je 15 Jahren Haft bestraft worden, während die Verfahren gegen Sener Kökten, Erkan Balçik, Devrim Karacan, Bülent Ertürk, Özgür Deniz Demirdis, Arap Deniz, Bilal Ekin, Halil Köseoglu, Cemile Sönmez, Serdal Çitil, Murat Yilmaz, Sevinç Güden, Selahattin Yurdär, Murat Demirdis, Turan Açik, Ömer Necmi Hatipoglu, Aziz Batur, Cafer Kaya Bozkurt, Metin Sezgin und Eren Karacan nach dem Gesetz zur bedingten Haftentlassung zur Bewährung ausgesetzt worden waren. Im Juni hatte der Kassationsgerichtshof alle Strafen bis auf die gegen Lale Açik bestätigt.

Özgür Gündem vom 20.11.2003
Todesschüsse an der Grenze
In der Nacht zum 18. November schossen Soldaten in der Nähe des Dorfes Yavuzlar im Kreis Baskale (Van) auf Personen, die sie als Schmuggler verdächtigten. Dabei wurde Izzet Özdemir und ein Iraner getötet.

Milliyet/Radikal vom 21.11.2003
Bombenanschlag in Istanbul
Zwei weitere Bombenattentate wurde gegen die Zentrale der HSBC Bank in Levent (Istanbul) und das britische Konsulat in Beyoglu verübt. Dabei starben 27 Menschen und fast 500 Personen wurden verletzt. Unter den Todesopfern ist auch der britische Generalkonsul Roger Guy Short. Als weitere Namen wurden genennt: Lisa Hallworth (Diplomat), Cafer Gündüz (Angestellter im Konsulat), Kiraz Gündüz (Angestellte im Konsulat), Süleyman Aydogan (Angestellter im Konsulat), Janet (Angestellte im Konsulat), Kerem Yilmazer (Theaterschauspieler), Yonca Bilgin, Ethem Dogan (Busfahrer), Sedat Yesilyurt (Busfahrer), Hüseyin Apaydin (Angestellter im Konsulat), Salih Çapkin (Angestellter im Konsulat), Adem Tezer, Ahmet Baha, Ilbey Erdogdu, Durmus Toprak, Gülcan Boyun, Ismail Çiftlik, Candan Toros Anusavan, Nazim Harmankaya, Nannet Hurma, Aynur Erkoca, Nadire Özdemir, Önder Erdogan und Nadide Demirbozan.

Milliyet vom 21.11.2003
14 Guerillas getötet
Zwischen den Kreisen Karliova und Adakli (Bingöl) soll es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung gekommen sein, bei der 14 Militante der HPG (Volksverteidigungskräfte der PKK/KADEK) ums Leben kamen. 2 Unteroffiziere und 2 Dorfschützer sollen verletzt worden sein.

Wichtige Anmerkung:
Aufgrund des Ramadan Festes wird es in der nächsten Woche keine Berichte geben. Die Ereignisse werden in der Ausgabe vom 01.12.2003 aufgearbeitet. Das DTF wird je nach Nachrichtenlage vielleicht auch einen Bericht für die Woche 48 aus 2003 erstellen.

1. Halbjahr 2003
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