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Übersetzungen aus den Tagesberichten
der TIHV
Woche 38/2003
Özgür Gündem
vom 13.09.2003
Folter in Menemen
Ismail Cadirli (38) hat
angegeben, am 23. August in Menemen (Provinz Izmir) gefoltert worden zu
sein. Er schilderte das Erlebnis folgendermassen: “Ich trank mit ein paar
Freunden am Schiessübungsplatz Alkohol, als auf der Strasse ein Unfall
passierte. Den Unfall hatte ein Jugendlicher mit Namen Ozan verursacht.
Obwohl er der herbeigekommenen Polizei sagte, dass er den Schaden begleichen
wolle, beschimpften sie ihn. Da habe ich mich eingemischt. Später
bin ich mit den Freunden in eine Kneipe gegangen. Die Polizei kam in den
Laden und nahm mich und die vier Freunde fest. Auf dem Polizeipräsidium
in Menemen wurde ich in den Keller gebracht und mit auf dem Rücken
angebrachten Handschellen wurde ich gefoltert. Meine Augen waren verbunden,
aber ich erkenne die Folterer an den Stimmen wieder, weil sie permanent
fluchten. Die Handschellen wurden nicht abgenommen. Ich wurde nacheinander
mit Wasser abgespritzt und geschlagen.” Am nächsten Morgen wurde Ismail
Cadirli freigelassen. Er gab an, dass im Staatskrankenhaus von Menemen
die Folterspuren nicht notiert wurden.
Yeni Safak vom 13.09.2003
Folter in Urfa
Die Kommission des Menschenrechtsausschusses
im Parlament hat ihren Bericht zu Untersuchungen im Dorf Küpeli im
Kreis Bozova (Urfa) veröffentlicht. Demnach kam es zwischen Soldaten
der Gendarmerie und Teilnehmern an einer Hochzeitfeier im Juli zu einem
Handgemenge. Die Gendarmerie kam am 10. Juli wieder in das Dorf. Die Dorfbewohner
wurden im Garten der Schule auf heissen Beton gelegt. Die Kommission kam
zu den Schluss, dass es bei dem Handgemenge wegen des Abfeuerns von Waffen
auf der Feier nicht zu Schlägen kam. Die Dorfbewohner hätten
sich mit dem Gesicht zu Boden weder 4-5 Stunden, aber auch nicht nur 15-20
Minuten hinlegen müssen, was mit der Notwendigkeit einer Durchsuchung
nicht zu rechtfertigen sei. Dies sei ein Fall von Misshandlung.
Özgür Gündem
vom 13.09.2003
Kein Verfahren nach Erschiessung
Die Anwältin Reyhan
Yalcindag gab an, dass die Ermittlungen wegen der Erschiessung von Selma
(Gurbet) Kilic, Necdet Demirkandan und einer Person aus Syrien, die von
Polizisten bei einer Hausdurchsuchung im Kreis Silvan (Diyarbakir) am 17.
Oktober 2001 getötet worden waren, am 1. August eingestellt worden
sind. Die Staatsanwaltschaft in Silvan habe zunächst beim Gouverneur
von Diyarbakir um Erlaubnis ersucht, gegen 43 Polizisten zu ermitteln.
Dies wurde am 4. August 2002 abgelehnt. Daraufhin legte die Anwältin,
die die Familie Kilic vertritt, Widerspruch beim Verwaltunsgericht in Diyarbakir
ein. Nachdem das Verwaltungsgericht diesen Widerspruch ablehnte, stellte
die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein.
Evrensel vom 13.09.2003
Eren Keskin freigesprochen
Das SSG Istanbul sprach
am 11. September die stellvertretende Vorsitzende des IHD, Eren Keskin,
im Zusammenhang mit einer Rede auf der Konferenz der Union der Alewitischen
Frauen in Köln am 16. März 2002 frei. Inzwischen wurde bekannt,
dass auch das Verfahren gegen Ömer Asan wegen seines Buches zur Kultur
in Ponthos freigesprochen wurde. Ihm war Separatismuspropaganda zur Last
gelegt worden.
Milliyet vom 15.09.2003
Munition explodiert
In der Nähe des Dorfes
Kocaklar im Kreis Kozluk (Batman) fand Birsen Tan (13) ein Artilleriegeschoss.
Sie wurde durch die Explosion verletzt.
Özgür Gündem
vom 18.09.2003
Situation im Gefängnis
von Midyat
Eine Kommission der Anwaltskammer
Diyarbakir hat die Situation im Gefängnis von Midyat untersucht. Feride
Aytug, Muharrem Sahin und Vedat Karaduman stellten in dem Bericht fest,
dass in der Frauenabteilung Typhus verbreitet sein. Etliche Frauen hätten
Knoten in der Brust und einige Gefangene litten an Leistenbruch. Es sei
der Kommission nicht möglich gewesen zu überprüfen, ob die
Beschwerden der Gefangenen auch an die zuständigen Stellen weitergeleitet
werden.
Evrensel vom 18.09.2003
Minenexplosion
Am 17. September kam es
in der Nähe des Dorfes Ortaköy im Kreis Uludere (Sirnak) zu einer
Minenexplosion, bei der Nusret Berk, der die Grenze zum Irak überqueren
wollte, verletzt wurde.
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