![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Übersetzungen aus den Tagesberichten der TIHV Woche 36/2003 Özgür Gündem vom 30.08.2003 Folter in Van In Van beschwerten sich Mirvan Kaval von der Frauenabteilung der DEHAP und Hüseyin Armut von der Jugendabteilung, dass sie am 27. August von Soldaten und Polizisten verprügelt wurden und sie gedrängt wurden, Spitzel zu werden. Sie seien im Stadtteil Sabaniye angehalten wurden, als sie für eine Kundgebung mobilisierten. Mirval Kaval sagte: “Sie brachten mich in einen Keller, zogen mich an den Haaren und stiessen meinen Kopf gegen eine Wand. Unter ihnen war auch ein Offizier. Sie fragten mich, warum ich für DEHAP arbeite. Dann forderten sie mich auf, für sie zu arbeiten oder meine Aktivitäten bei DEHAP einzustellen. Sonst würden sie mich töten.” Hüseyin Armut sagte, dass er in ein Auto gezerrt wurde, als er gegen die Festnahme von Mirval Kaval protestierte. Ihm seien monatlich 200 Millionen TL für den Fall angeboten worden, dass er die Polizei mit Informationen versorge. Als er ablehnte, hätten die Polizisten ihn mit dem Tode bedroht. Hürriyet vom 01.09.2003/Özgür Gündem vom 02.09.2003 Überfall in Silvan In der Nacht vom 31. August wurde die Polizeiwache im Kreis Silvan (Diyarbakir) beschossen. Danach kam es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung, bei der der Polizist Hayri Duman (Gülen) starb. Ein Angreifer soll durch eine Handgranate getötet worden sein. Zwei Beamte wurden verletzt. Yeni Safak vom 30.08.2003 Überfälle in Cizre und Silopi Inzwischen wurden die Namen der Polizisten, die bei den bewaffneten Überfällen auf die Polizeistationen in Cizre und Silopi (Sirnak) am 28. August verletzt wurden, als Nurettin Ekiz, Suat Erdik, Cemal Topuz, Yüksel Canikli und Veysel San angegeben. In Silopi wurden 12 Personen festgenommen. Es sind: Salih Kol, Ramazan Atak, Hasan Atak, Abbas Atak, Zeki Sakir, Hüsnü Sakir, Haci Kiran, Mehmet Kiran, Güngür Akin, Selim Akin, Ferhan Ayaz und Sehmuz Ayan. Cumhuriyet/Evrensel/Özgür Gündem vom 02.-04.09.2003 Weltfriedenstag am 1. September Die Kundgebungen und Demonstrationen zum Weltfriedenstag verliefen in allen Orten bis auf Izmir ohne Zwischenfälle. In Izmir versammelten sich die Kriegsgegner auf dem Platz in Konak, obwohl der Gouverneur eine Demonstration untersagt hatte. Sie marschierten bis zum Platz der Republik, wo sie von der Polizei aufgehalten wurden. Die DemonstrantInnen versuchten die Barrikaden der Polizei zu überwinden und es kam zu einem Gerangel, in dessen Verlauf Steine und Knüppel flogen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein und nahm 30 Kriegsgegner, darunter 10 Frauen unter Schlägen fest. Neben vielen DemonstrantInnen wurden auch 6 Polizisten und 2 Journalisten verletzt. In Diyarbakir wurden 26 Personen festgenommen. Es sind: Rahmi Ataman, Cindi Ataman, Haydarhan Ataman, Zekeriya Ataman, Kemal Ataman, Aydin Çin, Rahmi Çin, Hüseyin Çagdas, Nurettin Uren, Engin Durmus, Perihan Algin, Arya Tok, Zehra Baran, Elif Oruç, Pijan Artak, Mehdi Katar, Meryem Kara, Sirin Güney, Mehmet Özmen, Celal Belge, Ahmet Sahik, Selahattin Sik, Ahmet Kaya, Ibrahim Altmis, Irfan Altürk, und Maaz Batmaz. Die Festgenommenen in Izmir und Diyarbakir wurden am 2. und 3. September wieder freigelassen. In Mersin kamen M. Emin Tastan von der Zeitschrift Özgür Halk in Antep, Mustafa Tuncer, Ramazan Atas (HADEP) und eine weitere Person, die nach der Friedensdemonstration auf dem Rückweg nach Antep festgenommen worden waren, in U-Haft. Ihnen wird die Unterstützung einer illegalen Organisation vorgeworfen. Özgür Gündem vom 04.09.2003 Syrien liefert KADEK Mitglieder aus In einem Schreiben aus dem Gefängnis in Hatay gab Haydar Özkan bekannt, dass er zusammen mit den KADEK Mitgliedern Nurettin Isik, Ferit Yildiz, Halil Sahin, Hüseyin Yeter, Ferzende Çiçek, Hayati Kaytan, Lokman Alpaslan und Ahmet Çizer am 3. August von Syrien an die Türkei ausgeliefert worden sei. Sie seien in Syrien in Haft gewesen und wären dort auch gefoltert worden. Haydar Özkan behauptete auch, dass im letzten Jahr 30-35 KADEK Angehörige an die Türkei ausgeliefert worden seien. Weitere Meldungen (vom DTF zusammengestellt): Özgür Politika vom 04.09.2003 UNHCR protestiert gegen Abschiebung Die Vertretung des UNHCR in der Türkei hat gegen die Abschiebung von Iranern, die letzte Woche in Van festgenommen worden waren, protesiert. Der Sprecher des UNHCR, Metin Corabatir, machte darauf aufmerksam, dass in der Vergangenheit Asylbewerber, die in den Iran abgeschoben wurden, danach hingerichtet worden sei. In dem jüngsten Fall sah er sich ausserstande, eine exakte Zahl anzugeben (es war von 12 Abgeschobenen die Rede). Am Samstag hatte die PDK Iran verlauten lassen, dass 40 Personen in Van festgenommen wurden, aber nicht alle in den Iran abgeschoben worden seien. Hintergrund von der Website der PDK-Iran (http://www.pdk-iran.org/) Am 29.01.2002 teilte die PDK-Iran mitt, dass ihr ehemaliges Mitglied, Karim Toujali am 24. Januar in einem Gebäude von Mahabad hingerichtet worden sei. Er soll 1998 von der Türkei in den Iran abgeschoben worden sein. Gleichzeitig wurde ein Liste mit Gefangenen veröffentlicht, die zum Tode verurteilt wurden und denen ebenfalls Hinrichtung droht/e.
Es folgte eine weitere Presseerklärung am 14. Oktober 2002, in der neben der Hinrichtung von Hamzeh Ghaderi auch auf die Hinrichtung von Khalid Showghi (50) und Jalil Zewee (30) hingewiesen wurde. Alle drei seien Mitglieder der Partei gewesen und auch deswegen zum Tode verurteilt worden, hiess es. Zumindestens Khalid Showghi wurde aus der Türkei abgeschoben. Özgür Politika vom 05.09.2003 Minenexplosion Dorfschützer aus dem Dorf Tokagac im Kreis Yüksekova (Hakkari) traten in der Nähe des Dorfes Gülkoval auf eine Mine. Durch die Explosion wurden Abidin Dizen und Abdulaziz Dizen getötet. Bahattin Dizen wurde schwer verletzt. Özgür Politika vom 05.09.2003 Folter in Mersin Der Jugendliche S.Ö. (17) hat die Polizei in Mersin beschuldigt, ihn wegen des Amblems der DEHAP auf seinem Handy verprügelt zu haben. Er sei bei der Kundgebung am 31. August unter der Losung “Demokratische Lösung” festgenommen worden. “Die Polizei kontrollierte die Teilnehmer. Einer der Polizisten schaute auf mein Handy und sah das Amblem von DEHAP. Ich sagte ihm, was es war. Dann hat er mir das Telefon aus der Hand geschlagen und es gab ein kleines Handgemenge. Sie entfernten mich ca. 50 Meter und sagten, dass die Teilnahme an der Kundgebung verboten sei. Aus Angst bin ich nicht hingegangen und habe auch die korrekte Adresse meiner Wohnung angegeben. Am Abend kamen sie dann, setzten mich in ein Auto und verbanden mir die Augen. Mit Handschellen wurde ich zu einem Ort gebracht, den ich für ein leeres Lager hielt. In der Nacht kamen dann 2 Personen, die mich nach dem Telefon fragten. Sie behaupteten, dass ich ein Agent der KADEK sei und schlugen mich mit Knüppeln auf den Rücken. Sie zogen mir eine Plastiktüte über den Kopf, so dass ich keine Luft mehr bekam. Sie haben die Tüte immer wieder mal gelüftet, damit ich atmen konnte. Als ich sie um Wasser bat, entgegnten sie mir, dass ich meinen Urin trinken solle. Am Morgen haben sie mich dann irgendwo in der Stadt wieder abgesetzt.”
|