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Übersetzungen aus den Tagesberichten der TIHV Woche 35/2003 Özgür Gündem vom 23.08.2003 Folter im Gefängnis Cevahir Basiç sagte auf einer Pressekonferenz von TAYAD, dass ihr Sohn E. Basiç, der im Kinder- und Frauengefängnis von Bakirköy (Istanbul) seit 25 Tagen einsitzt, seit dieser Zeit von den Wärtern drangsaliert werde. Die Wärter hätten ihn geschlagen, ihm seine Kleidung weggenommen und ihm einen alten Trainingsanzug gegeben, den er nun die ganze Zeit anhabe. Cevahir Basiç gabe weiter an, dass sie sich an den Staatsanwalt gewandt habe, damit ihr Sohn medizinische Behandlung erhalte und in einen anderen Saal verlegt werde. Das sei ihr zwar versprochen worden, aber nichts sei geschehen. Özgür Gündem vom 25.08.2003 Selbstverbrennung in Istanbul Am 24. August setzte sich Yusuf Baliç (18) im Kreis Küçükçekmece (Istanbul) selber in Brand. Er wurde in der Krankenhaus der Universität in Cerrahpasa verlegt. Der Akt soll ein Protest dagegen sein, dass der KADEK Führer Abdullah Öcalan nicht behandelt wird, obwohl sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hat. Anm.: Yusuf Balic verstarb am 27. August. Evrensel vom 25.08.2003 Gülseren Güzel verhaftet Gülseren Güzel, die dem Vorstand der Föderation kurdischer Verein in Deutschland (YEK-KOM) angehört, wurde bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen in Istanbul am 22. August festgenommen. Nach Auskunft ihres Anwaltes Hüseyin Sahin soll gegen die deutsche Staatsbürgerin ein Haftbefehl des Amtsgerichts in Urfa vom 23. Mai vorliegen. Özgür Gündem vom 26.08.2003 Gewerkschafter misshandelt Die 7 Gewerkschafter, die bei einer Kundgebung von KESK in Ankara am 23. August festgenommen worden waren, wurden am 24. August wieder freigelassen. Savas Öngel gab an, dass sie die ganze Zeit in Handschellen gehalten wurden. Ein Polizist habe Cemalettin Canli auf den Kopf geschlagen, so dass ihm anschliessend 3 Tage Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurden. Im Zusammenhang mit der Kundgebung kam es zu weiteren Festnahmen am 25. und 26. August. Es handelt sich dabei um: Volkan Ayaz, Emrah Yayla, Cemaat Ocak, Derya Güler, Ibrahim Çaglarbudak, Hakki Gökhan Mert, Ergin Öztürk, Pinar Kadiroglu und Servet Tuna Aydin. (vgl. die letzte Meldung in diesem Bericht) Özgür Gündem vom 27.08.2003 Schläge wegen kurdischer Musik Der Kleinbusfahrer Halil Demir wandte sich an den IHD in Urfa. Er gab an, dass er auf der Strecke zwischen Suruc und Urfa fahre. Bei einer dieser Fahrten sei ein zivil gekleideter Polizist in seinen Bus gestiegen. Am Ortseingang von Urfa gab es dann eine Verkehrskontrolle, bei der er angehalten wurde. Dabei habe der zivile Beamte ihn ins Gesicht geschlagen, weil er kurdische Musik gespielt hatte. Die Verkehrspolizisten hätten ihn mit 32 Millionen TL bestraft, weil zu viele Fahrgäste in seinem Bus waren. Evrensel vom 27.08.2003 Schläge im Gefängnis Kamber Erkoçak und die RA Gülseren Yoleri, Deniz Tuna und Ahmet Tamer haben für den IHD Istanbul die Situation im F-Typ Gefängnis von Tekirdag untersucht. Den Bericht dazu legten sie am 26. August vor. Darin wurde festgehalten, dass die Gefangenen Cihat Özdemir, Ali Haydar Saygili und Habip Akkaya am 30. Juni von Wärtern und Soldaten brutal verprügelt wurden. Ihre Beschwerden seien nicht angenommen worden. Radikal vom 27.08.2003 Freispruch für Fikret Baskaya Das SSG in Ankara hat Fikret Baskaya und den Verleger Ismet Erdogan vom Vorwurf der Separatismuspropaganda in dem Buch “Pleite des Paradigmas – Einführung in die Kritik der Offiziellen Ideologie” freigesprochen, nachdem der Artikel 8 des ATG mit dem 6. Anpassungspaket (dem Gesetz 4928) aufgehoben worden war. Özgür Gündem vom 27.08.2003 Gefecht im Südosten Bei einem Gefecht zwischen den Kreisstädten Kurtalan (Siirt) und Besiri (Batman) zwischen den türkischen Sicherheitskräften und kurdischen Guerillas kamen am 21. August 7 Militante der KADEK ums Leben. Ihre Namen wurden mit Izzet Yilmaz (21), Serif Yalçin (29), Yilmaz Ayaz (25), Muhammed Ömer Resid (27), Deniz Yanat (23), Izzettin Kök (21) und Yilmaz Simsek (20) angegeben. Radikal vom 28.08.2003 Probleme mit Namensgebung Selim Atik gab bekannt, dass das Einwohnermeldeamt in Avcilar (Istanbul) nicht erlaubt habe, seinem Kind den Namen Bartu zu geben, obwohl eine bekannter Fussballspieler so heisse. Bei dieser Gelegenheit sei er auf weitere Eltern gestossen, die ihren Kindern nicht die wünschten Namen geben durften. In einem Fall sei der Name “Hatun” beanstandet worden und in einem anderen Fall der Name “Aleyna”. Vom Meldeamt in Bakirköy verlautete, dass dort Bülent Öz nicht gestattet wurden, seinem Kind den Namen “Rozerin” (Kurdisch für gelbe Sonne) zu geben. Der Name “Zilan” (Kurdisch für Knospe) sei aber erlaubt worden. Cumhuriyet/Radikal vom 29.08.2003 Sippenhaft in Ankara Nach den Festnahmen bei der Kundgebung von KESK am 23. August suchte die Polizei in Ankara Muhsin Anil (19). Als sie ihn nicht fand, wurde die Mutter Fatma Anil und der Vater Haci Osman Anil festgenommen. Erst als Muhsin Anil mit seinem Anwalt zum Polizeipräsidium ging, wurden die Eltern freigelassen. Unterdessen sollen 5 der festgenommenen 19 Personen unter dem Verdacht der Mitgliedschaft in der DHKP-C verhaftet worden sein. Die Namen von vier der Verhafteten wurden mit Volkan Ayaz, Emrah Yayla, Cemaat Ocak und Dogan Karatastan angegeben.
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