Übersetzungen
aus den Tagesberichten der TIHV
Woche 33/2003
Milliyet vom 10.08.2003
Folter in Istanbul
O.I. (13), der am 23. Juli
in Istanbul-Beyoglu festgenommen worden war, hat Vorwürfe erhoben,
dass er in der Abteilung für
öffentliche Ordnung
geschlagen wurde. Er berichtete auch von Folter an Mitgefangenen. Er sagte:
“Ich wurde drei Stunden in einem
Kleinbus der Polizei festgehalten
und dann zur Abteilung für öffentliche Ordnung gebracht. Wir
mussten erst mit dem Gesicht zur
Wand stehen. Dann holten
sie uns nacheinander herein und schlugen uns mit Knüppeln und Fusstritten.
Einer trat mir mit dem Fuss auf den Kopf, ein anderer hielt meinen Arm
und wieder ein anderer schlug auf mich ein. Am Morgen gegen 5 Uhr haben
sie uns
einem Wald ausgesetzt.“
Evrensel vom 09.08.2003
Freispruch für Mazlum
Der
Die 3. Kammer des Amtsgerichts
in Fatih (Istanbul) hat den Vorsitzenden der Zweigstelle Istanbul von Mazlum
Der, Ahmet Mercan,
sowie Gülden Sönmez,
Mustafa Ercan und Yasar Sekizkardes vom Vorwurf einer illegalen Demonstration
freigespochen. Sie hatten
am 30. Januar gegen den
Einmarsch der USA in den Irak protestiert.
Anm.: Am 14.08. wurde ein
Verfahren gegen Ahmet Mercan und Abdurrahman Dilipak vor der 4. Kammer
des Amtsgerichts in Fatih
geführt. Sie sollen
am 24. Februar eine unangemeldete Demonstration gegen den Irak-Krieg gemacht
haben. Das Verfahren wurde
auf den 25. September vertagt.
Özgür Gündem
vom 10.08.2003
KADEK Angehörige
getötet
Am 5. August kam es in der
Nähe der Kreisstadt Nusaybin (Marin) zu einem Gefecht. Die KADEK gab
die Namen der getöteten
Kämpfer mit Mustafa
Polat und Mahmud Cargose (syrischer Herkunft) an.
Özgür Gündem
vom 12.08.2003
Folter in Istanbul
Ibrahim Nazlican beschwerte
sich wegen Folter. Er sei wegen der Behandlung seiner Tochter nach Istanbul
gekommen. Am 5.
August habe er in einem
Park im Stadtteil Eminönü gesessen und drei Polizisten hätten
ihn beschimpft und aufgefordert, den Park
zu verlassen. Als er sich
geweigert habe, hätten sie ihn geschlagen. “Sie schlugen mich auf
die Schulter und die Brust. Auf der
Wache in Kumkapi gingen
die Schläge weiter. Mit auf dem Rücken gefesselten Händen
haben sie meinen Kopf unter Wasser
gedrückt.” Aus Angst
vor der Polizei habe er dem Arzt, der ihn nach der Haft untersuchte, nichts
von der Folter berichtet.
Cumhuriyet vom 13.08.2003
Folter in Aydin
Die Eltern von A.B. (17),
E.K. (16) und O.Y. (17) haben sich an die Anwaltskammer in Aydin gewandt,
weil ihre Kinder von den
Wärtern im Gefängnis
von Aydin vom Typ E geschlagen worden sein sollen. Die Anwältin Canev
Cömert gab an, dass sich zuvor
schon die Eltern von vier
Kindern an sie gewandt hätten und im Rechtsbeistand baten, weil ihre
Kinder im Gefängnis geschlagen
wurden. A. Demirtas (15)
sei aufgrund der Schläge gelähmt.
Beiträge vom DTF
Zusammenfassungen aus der
türkischsprachigen Presse
Radikal vom 13.08.2003
46.281 Rückkehrer
Innerhalb des Projekts “Rückkehr
ins Dorf” sollen in den letzten zwei Jahren 46.281 Personen aus 392 Dörfern
in den Provinzen
Diyarbakir, Mardin, Siirt,
Sirnak und Batman zurückgekehrt sein. Der Gouverneur von Diyarbakir
Nusret Miroglu gab an, dass in
seiner Provinz 12.666 Prsonen
in 69 Dörfer und 97 Weiler zurückgekehrt sei. Sie hätten
im Rahmen des Projekts Hilfen in Höhe von
1,5 Trillionen TL erhalten
(ca. 1 Million Euro).
Özgür Politika
vom 13.08.2003
IHD Diyarbakir legt Bericht
vor
Die Zweigstelle Diyarbakir
des IHD hat einen Bericht für den Monat Juli vorgelegt. Der Vorsitzende
Selahattin Demirtas warf dem
Premierminister Recep Tayyip
Erdogan vor, nicht ernsthaft an einer Lösung der Menschenrechte interessiert
zu sein. Er begrüsste
die gesetzlichen Schritte,
die mit den Anpassungspaketen vollzogen wurden, beschwerte sich aber, dass
die Massnahmen nicht in
die Praxis umgesetzt würden.
Insbesondere die Kurdenfrage warte immer noch auf eine Lösung. Das
Reuegesetz alleine reiche
dafür nicht aus. Für
den Monat Juli nannte er folgende Zahlen zu Menschenrechtsverletzungen
in der Region:
Bewaffnete Auseinandersetzungen:
6 Tote
Politische Morde: 13
Foltervorwürfe: 49
Strafversetzte Beamte: 15
Ermittlungen und Strafen
wegen Meinungen: 66
Özgür Politika
vom 13.08.2003
Journalist Kara verurteilt
Das Amtsgericht in Datca
hat Sinan Kara wegen Beleidigung des Landrats Savas Tuncer in einem Artikel
mit dem Titel „Er hat den
Hunden verboten, ins Meer
zu gehen“ zu einer Haftsrafe von 3 Monaten und 15 Tagen verurteilt.