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Übersetzungen aus den Tagesberichten der TIHV
Woche 24/2003

Özgür Gündem vom 08.06.2003

Folter in Izmir
H.A. (14) beschwerte sich über 2 Polizisten, die ihn auf der Strasse zusammenschlugen. In dem Stadtteil Agora sei er am 6. Juni gegen 21 Uhr von ihnen angehalten und mit den Worten ?wir haben dich bei einer Aktion von DEHAP gesehen so arg zusammengeschlagen, dass er ohnmächtig geworden sei. Als er wieder zu sich gekommen war, sei er zur DEHAP in Konak gegangen und die Leute dort hätten ihn zum Krankenhaus von Yesilyurt gebracht.

Özgür Gündem vom 08.06.2003

Folter in Hani
Dogan Özgür und Sedat Taraman machten am 6. Juni eine Aussage bei der Staatsanwaltschaft in Hani im Zusammenhang mit den Foltervorwürfen von B. Dokuz (15) und M. Okcu (14), die am 23. April festgenommen worden waren. Dogan Özgür sagte ferner, daß der Polizist Ergün Sezgin ihn nach der Veröffentlichung seiner Aussage aufgesucht habe und ihm Vorwürfe gemacht habe, daß er sich an die Presse gewandt habe. Sodann habe er ihn aufgefordert, dem Staatsanwalt zu sagen, daß er von dem Journalisten für seine Aussage bezahlt wurde. ?Ich habe später dem Staatsanwalt genau das gesagt, was ich auch dem Journlisten erzählt hatte. Der Staatsanwalt wollte wissen, ob ich zur Zeitung gegangen sei oder sie zu mir gekommen seien. Ich habe gesagt, daß ich zur Zeitung gegangen sei. Später machte Sedat eine Aussage beim Staatsanwalt. Ich habe gehört, daß er auch von der Polizei bedroht wurde.? Unterdessen hat sich ein Kenan Ulucan als Zeuge für die Tatsache gemeldet, daß den Kindern Kot ins Gesicht geschmiert wurde. Er sagte: ?Ich saß in einem Cafe. Sie haben die Kinder durch die Straße geführt und an der Ecke des Cafes gelassen. Sie hatten Kot im Gesicht.? Ein weiterer Zeuge soll Salih Kahraman sei. Mehmet Özen wiederum sagte: ?Wir saßen in einem Cafe. Dann kam ein Geschrei. Einige von uns gingen vor die Tür. Sie sagten, daß B.D. und ein Freund von ihm Kot im Gesicht hatten. Einige wollte als Zeugen aussagen, da aber die betroffenen Familien die Beschwerde zurückzogen, haben sie darauf verzichtet.?
Zusatz vom 12.06.2003
Der IHD Diyarbakir hat am 11.06.2003 seinen Bericht zu den Vorfällen herausgegeben. Darin heißt, daß mehr als 20 Zeugen bestätigten, daß den Kindern Kot ins Gesicht geschmiert wurde. Der Bericht bedauerte, daß sich die Polizeibeamten immer noch im Dienst befinden und forderte, daß die Zeugen vernommen und die Kinder, deren Verwandte und die Zeugen geschützt werden.

Özgür Gündem vom 08.06.2003

Extralegale Hinrichtung
Die Abgeordneten Cavit Torun und Faruk Ünsal haben für den Menschenrechtsausschuss im Parlament einen Bericht über die Erschießung von Haci Ölmez am 7. April in der Nähe des Dorfes Andac (Uludere-Sirnak) angefertigt. Sie sprachen dazu mit dem lokalen Autoritäten, dem Sohn von Haci Ölmez, Bedran Ölmez und Mevlüt Ölmez, der bei dem Vorfall dabei gewesen war. Die Gendarmerie teilte mit, daß sie durch das Fernrohr zwei Personen sahen, die die Grenze zum Irak passierten. Sie hielten sie für Terroristen oder illegale Grenzgänger. Soldaten hätten dann einen Hinterhalt aufgebaut und in einer Entfernung von ca. 200-300 Metern die Personen zum Anhalten aufgefordert. Da die Personen nicht anhielten, sei geschossen worden. Es habe sich herausgestellt, daß einer von ihnen getötet wurde. Die Kommissionsmitglieder hielten den Soldaten vor, daß sie gesehen hatten, daß die Personen unbewaffnet waren und sie hätten sie lebend verhaften können, wenn sie etwas länger gewartet hätten. Die Gendarmen antworteten darauf, daß die Organisation unbewaffnete Leute als Vorhut schicken würde und es jederzeit zu einem Grenzübertritt kommen könne. Sie seien psychologisch auf diese Art der Kriegsführung vorbereitet gewesen. Der Bericht der Abgeordneten schloss mit der Feststellung ab, daß unangemessene Gewalt angewendet wurde.

Radikal vom 07.06.2003

Eren Keskin vor Gericht
Die 2. Kammer des Landgerichts in Istanbul hat am 6. Juni die st. Vorsitzende des IHD, Eren Keskin, die Chefredakteurin von ?Yeni Aydinlik? und den Reporter Ugur Yildirim vom Vorwurf der Beleidigung der Streitkräfte freigesprochen. Das Verfahren war aufgrund eines Interviews am 1. Juli 2001 eröffnet worden.

Evrensel vom 07.06.2003

Neue Partei gegründet
Eine neue Partei mit dem Namen Özgür (Toplum) Parti (Freie Partei oder Partei der Freien Gesellschaft) wurde gegründet. Die Gründer, unter denen sich auch der ehemalige Vorsitzende der HADEP, Ahmet Turan Demir, befindet, übergaben die Gründungsurkunde dem Innenministerium.

Özgür Gündem vom 10.06.2003

Anklage gegen Journalisten
Die Staatsanwaltschaft am SSG Istanbul hat Anklage gegen den Chefredakteur von der in kurdischer Sprache erscheinenden Zeitschrift ?Azadiya Welat?, Suat Özalp, erhoben. Er soll nach § 169 TSG wegen Unterstützung einer bewaffneten Bande verurteilt werden, weil ein Bild mit den Worten ?Führer Apo? untertitelt worden sein soll. Suat Özalp sagte, daß der Untertitel ?Abdullah Öcalan, Vorsitzender der KADEK? gewesen sei.

Radikal vom 10.06.2003

Lehrerin entlassen
Hülya Akpinar, die auf einer Konferenz in Elbeyli (Kilis) dem Dozenten Dr. Mehmet Kabacik Fragen zum Völkermord an den Armeniern stellte und deshalb ein Verfahren erwartet, wurden aus dem Dienst entlassen. Die Entlassung erfolgte nach Artikel 140 des Gesetzes 657 zu Staatsbeamten. Dieser Artikel sieht Entlassung vor, wenn ein Strafverfahren eröffnet wird.

Özgür Gündem vom 10.06.2003

Haftestrafen nach Demo
Das SSG in Ankara hat Tuncay Yogurtcu (Vorsitzender der HADEP in Mamak), Sule Aslan (aus dem Vorstand) und Esref Özviran (Vorsitzender der DEHAP in Altindag) zu je 45 Monaten Haftstrafe verurteilt. In dem Urteil vom 29. Mai heißt, daß sie sich im Februar an Demonstrationen für Abdullah Öcalan beteiligten und damit die Organisation unterstützten. Die Angeklagten wurden aus der U-Haft entlassen. Am 2. Juni verhängte das SSG Ankara Haftstrafen von etwas mehr als 11 Jahren Haft für Muhammet Bayramli, Aziz Mahmut Çinar und Dicle Çinar. Sie hatten sich an der gleichen Demonstration beteiligt und wurden als Organisationsmitglieder verurteilt.

Cumhuriyet vom 10.06.2003

Dorfvorsteher getötet
Ali Keles, Vorsteher des Dorfes Dösekkaya im Kreis Genc (Bingöl) wurde am 9. Juni von bewaffneten Personen getötet. Es soll sich um Militante der KADEK gehandelt haben.

Cumhuriyet vom 11.06.2003

Folterverfahren
Die 9. Kammer des Landgerichts in Ankara hat das Verfahren gegen die Polizisten Hayati Akça, Osman Mentese, Riza Temir, Fikri Vidinli, Kadri Tuncel, Ali Tosun und Remzi Ekçi, die wegen Folter an Behzat Örs im Jahre 1996 angeklagt waren, wegen Verjährung eingestellt. Behzat Örs war im Jahre 2000 aus der Haft wegen Mitgliedschaft in einer bewaffneten Bande entlassen worden und das Gericht hatte seine Adresse nicht ermitteln können. Die Beamten waren nach § 243 TSG angeklagt worden.

Cumhuriyet vom 12.06.2003

Verleger verurteilt
Die 2. Kammer des Amtsgerichts in Istanbul hat Bedri Baykan, Besitzer des Verlages ?Piramit?, zu einer Geldstrafe von 8,5 Milliarden TL verurteilt. Grund waren die Bücher von Erje Ayden ?Verrücktes Grün in der 2. Straße und ?Ich bestieg einen Zug am Hauptbahnhof?, in denen gegen den § 426/1 TSG (unzüchtige Literatur) verstossen worden sein soll.

Milliyet vom 12.06.2003

Tod in Haft
Im Gefängnis von Nigde soll der Gefangene Mahmut Bilgic am 11. Juni den Häftling Ilhan Elbas umgebracht haben.

Evrensel vom 13.06.2003

Folter in Istanbul
Necmettin A. (25) hat Strafanzeige gegen Polizeibeamten gestellt, die ihm am 8. Juni gegen 3.50 Uhr in der Nähe des US-Konsulats festnahmen. Sie hätten Geld von ihm verlangt und als er ihnen nichts gegeben habe, ihm Handschellen angelegt, ihn verprügelt und ihm sein Geld abgenommen. Er sei dann zur Wache in Beyoglu gebracht worden, wo er 11 Stunden lang nicht telefonieren durfte und nichts zu essen und trinken erhielt. Die Gerichtsmedizin habe 7 Tage Arbeitsunfähigkeit bescheinigt und der Staatsanwalt habe keine U-Haft für den Vorwurf der Beamtenbeleidigung beantragt.

Internethaber vom 13.06.2003

Tod in Haft
Im Gefängnis von Denizli wurde der Gefangene Bakir Yavuz durch Stiche getötet. Der Gefangene Murat Gögkurt wurde verletzt. Nach dem Vorfall sollen die Gefangenen Ismail Aslan und Abdullah Uckun verhört worden sein.

Özgür Gündem vom 13.03.2003

Bericht des IHD Adana
Der IHD Adana hat einen Bericht über das Sondergefängnis vom Typ E in Ceyhan und die geschlossene Anstalt vom Typ E in Kürkcüler herausgegeben. Die Gefangenen dort hatten sich über verschärfte Haftbedingungen beschwert, zu denen Leibesvisitatitionen bis in den Mund, eine Verkürzung der Besuchszeit auf 15 Minuten, Nichtbehandlung von kranken Gefangenen und die Zahlung der Stromkosten gehören. Der neue Direktor in Kürkcüler, Mete Erdem, sei hauptsächlich dafür verantwortlich. Es gebe eine Gruppe, die sich das ?A-Team? nenne und Angst und Schrecken im Gefängnis verbreite. In der letzten Woche sei der Frauensaal überfallen worden und die Gefangene Sermin Dorak dabei gefährlich verletzt worden. Der Verein der Angehörigen von Gefangenen in Adana teilte mit, daß den Insassen der Abteilung C-16 ein 1-monatiges Verbot von geschlossen und 6-monatiges Verbot von offenen Besuchen auferlegt wurde.

1. Halbjahr 2003
1. Halbjahr 2004
1. Halbjahr 2005
1. Halbjahr 2006
2. Halbjahr 2003
2. Halbjahr 2004
2. Halbjahr 2005
2. Halbjahr 2006

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