Übersetzungen
aus den Tagesberichten der TIHV
Woche 20/2003
Evrensel vom 12.05.2003
DEHAP'ler verurteilt
Das Amtsgericht in Silvan (Diyarbakir)
hat den ehemaligen Vorstand der DEHAP zu einer Haftstrafe von 6 Monaten
verurteilt. Sie waren beschuldigt worden, mit T-Shirt mit der Aufschrift
"Stimmen für DEHAP" die Parteimitglieder bei einer Kundgebung am 31. Oktober
2002 (vor den Wahlen vom 3. November) uniformiert zu haben und damit gegen
das Parteiengesetz verstossen zu haben. Veruretilt wurden der ehemalige
Vorsitzende M. Sait Dönmüs und die Vorstandsmitglieder Serif Yatar, Alisan
Binen, Abdulvahit Uyanik und Feleknaz Kaydu. Die Freiheitsstrafe wurde
in eine Geldstrafe von 1 Milliarde TL verwandelt.
Radikal vom 10.05.2003
Auslieferung von Deutschland
Der stellvertretende Polizeichef Feyzullah
Aslan gab auf der wöchentlichen Pressekonferenz, dass einer der Verurteilten
im Prozess wegen des Massakers von Sivas, Mehmet Yilmaz, in Deutschland
gefasst wurde, und bis zur Klärung seiner Auslieferung inhaftiert wurde.
Özgür Gündem vom 13.05.2003
Haft und Folter in Antep
Agit Paksoy, Mitglied des IHD in Antep,
gab bekannt, dass er mit seinem Verwandten Cemil Paksoy am 9. Mai festgenommen
und auf dem Polizeipräsidium in Antep geschlagen und beschimpft wurden.
Der Grund für die Festnahme durch die politische Polizei sei ihnen nicht
genannt worden.
Özgür Gündem vom 13.05.2003
Verfahren gegen Journalisten
Am 12. Mai begann das Verfahren gegen
Hamza Özkan, Mitarbeiter bei Azadiya Welat und Derman Iscimen, beschäftigt
bei der Zeitschrift "Stimme der freien Frau" vor dem SSG Van. Sie waren
am 24. Februar festgenommen und am 26. Februar in U-Haft genommen worden.
Das Verfahren wird unter dem Vorwurf der Unterstützung einer illegalen
Vereinigung geführt. Nach der ersten Verhandlung wurden beide Angeklagten
aus der Haft entlassen.
Ögür Gündem vom 13.05.2003
Gewerkschafter verprügelt
Mitglieder der Lehrergewerkschaft
Egitim-Sen wollten am 10. Mai eine Demonstration in Ankara halten, um auf
die Einhaltung der Taifvereinbarung mit dem Erziehungsministerium zu drängen.
Sie wurden von der Polizei daran gehindert, zum Ministerium zu marschieren.
Die Lehrer proestierten mit einem Sit-in. Nach 2,5 Stunden versuchten die
Lehrer die Barrikaden der Polizei zu überwinden und wurden mit Wasser unter
Hochdruck zurückgedrängt. Viele Gewerkschafter wurden von der Polizei geschlagen.
In der Anzeige des Gewerkschaftsvorsitzenden Alaattin Dincer wurde ausgeführt,
dass die Polizei ohne Vorwarnung angegriffen habe.
Özgür Gündem vom 13.05.2003
Minenexplosion
Menderes Kirhan (25) wurde verwundet,
als er in der Nähe des Dorfes Abali im Kreis Lice (Diyarbakir) auf eine
Mine trat.
TIHV vom 15.05.2003
Verhöre an der Schule
Ender Büyükçulha, Vorsitzender der
Zweigstelle Ankara im IHD, gab bekannt dass drei Schüle von Gymnasien in
Ayranci und Dikmen wegen ihrer Beteiligung an der 1. Mai Kundgebung verhört
wurden. Die Polizeibeamten seien am 8. und 12. Mai gekommen und die Schulleitung
habe ihnen jedes Mal Räume zur Verfügung gestellt, in denen den Schülern
Fotos vorgelegt und sie nach Informationen zu bestimmten Organisationen
befragt wurden. Sie seien mit einem Schulverweis bedroht worden.
Milliyet vom 15.03.2003
Sarp Kuray verurteilt
Am 13. Mai ging das Verfahren gegen
eine führende Persönlichkeit der 68er Generation, Sarp Kuray, vor dem SSG
Istanbul zu Ende. Er wurde als Mitglied der "Bewegung 16. Juni" zu einer
Haftstrafe von 12,5 Jahren verurteilt. Die Organisation soll die Fortführung
der als "Partizan Yolu" bekannten Organisation sein. Dies war der 3. Durchgang
des Verfahren gegen Sarp Kuray, der 1993 aus dem Exil zurückgekehrt war.
Im ersten Verfahren war er freigesprochen worden und im zweiten Verfahren
hatte das Gericht eine Strafe von 12 Jahren Haft verhängt. Beide Urteile
waren vom Kassationsgerichtshof angefochten worden.
Özgür Gündem vom 15.05.2003
KADEK/PKK Verfahren
Das SSG Istanbul sprach ein Urteil
in einem Verfahren gegen 7 Personen, denen Mitgliedschaft bzw. Unterstützung
von KADEK/PKK vorgeworfen wurde. Als Mitglieder wurden Hayrettin Yilmaz
und Medet Arslan zu je 12,5 Jahren Haft verurteilt. Zeynel Abidin Palige,
Meysu Altay, Abdullah Aktas und Metin Akmese wurden wegen Unterstützung
zu je 45 Monaten Haft verurteilt. Abdülkadir Tari wurde freigesprochen.
Özgür Gündem vom 16.05.2003
Ermittlungen gegen IHD Diyarbakir
Die Staatsanwaltschaft am SSG Diyarbakir
führt Ermittlungen gegen den Vorsitzenden des IHD in Diyarbakir, Selahattin
Demirtas wegen einer Presseerklärung im Februar dieses Jahres, auf der
zu Menschenrechtsverletzungen im Januar Stellung genommen worden. In dem
Satz "die Staatsbediensteten, die behaupten, dass man wegen schlechtem
Wetter nicht nach Imrali kommt, beleidigen den Staat" wird die Untersützung
einer illegalen Organisation gesehen. Selahattin Demirtas wurde dazu am
14. Mai vernommen.