![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||
|
Übersetzungen
aus den Tagesberichten der TIHV
Woche
15/2003
Özgür Gündem vom 05.04.2003 Schriftstellerin
verurteilt
Obwohl
die Staatsanwaltschaft Freispruch forderte, hat das SSG Istanbul die Autorin
Gülçiçek Günel wegen ihres Buches ?Unsere Sprache ist unsere Existenz und
Kultur? zu 20 Monaten Haft verurteilt. Die Bestrafung erfolgte nach § 312
TSG. Der Besitzer des Verlages Aram, Fatih Tas, wurde in diesem Zusammenhang
mit einer Geldstrafe von 4,4 Milliarden TL belegt.
Evrensel vom 07.04.2003 Kurdische
Namen
Ein
Zivilgericht in Ayvalik (Provinz Balikesir) hat Abdullah Ariç auferlegt,
seinem Kind einen anderen Namen zu geben. Das Gericht befand, dass der
Name ?Rojhat? gegen die ?nationalen Gepflogenheiten? verstosse. Das Urteil
erging am 27. März.
Evrensel vom 07.04.2003 Minenexplosion
Die
Dorfbewohner Sadrettin Korkmaz und Suat Çelik kamen ums Leben, als sie
am 5. April in der Nähe des Dorfes Esenyamac im Kreis Baskale (Van) auf
eine Mine traten (vgl. hierzu spätere Meldung)
Özgür Gündem vom 08.04.2003 Folter
in Ankara
Am
7. April begann der Prozess gegen Muhammet Bayramli, Aziz Mahmut Çinar
und Dicle Çinar vor dem SSG Ankara. Sie werden beschuldigt, an einer Demo
für Andullah Öcalan teilgenommen und Molotow-Cocktails geworfen zu haben.
Die Angeklagten sagten, dass sie unter Druck gesetzt wurden, den Mord an
Necip Hablemitoglu vom 18.12.2002 zu gestehen. Aziz Mahmut Çinar sagte,
dass er die Beschuldigungen akzeptiert habe, als gedroht wurde, seinen
bewusstlosen Neffen Dicle Çinar umzubringen. Dicle Çinar sagte, dass er
Herzbprobleme habe und sein Onkel ihn in einer schlechten Verfassung gesehen
habe. Er habe die Beschuldigungen nicht akzeptiert, aber der Staatsanwalt
habe die Polizisten beschimpft, dass sie kein Geständnis erwirkt hätten
und er sei wieder zur Polizei gebracht worden. Nach drei Tagen Folter habe
er dann die vorbereitete Aussage unterschrieben. Der Anwalt Mehmet Selam
Enez sagte, dass seine Mandanten aus Scham nicht über die Folter sprechen
wollten. Sie seien mit Polizeiknüppel vergewaltigt worden und hätten Stromstöße
über ihre Geschlechtsorgane erhalten. Das Verfahren wird am 5. Mai weitergeführt.
Özgür Gündem vom 08.04.2003 Folter
in Igdir
Der
Anwalt Hayar Mizrak gab an, dass sein Mandant Emin Aladag auf dem Polizeipräsidium
in Igdir gefoltert wurde. Nach seiner Festnahme am 31. März in Ankara sei
er nach Igdir gebracht worden. Als der Anwalt ihn am 4. April im Gefängnis
besuchte, habe er nicht gehen können. Ihm seien Rippen gebrochen worden
und auch an den Füssen seien Brüche. Emin Aladag wurde 1995 als PKK Mitglied
verhaftet und später zu 12 Jahren Haft verurteilt. Nachdem das Urteil aufgehoben
wurde, war er ins Ausland gegangen und am 31. März zurückgekehrt. Er sei
festgenommen worden, weil gegen ihn ein Haftbefehl in Abwesenheit existieren
solle. Obwohl er gleich ins Gefängnis hätte eingeliefert werden müssen,
sei er 3 Tage lang auf dem Polizeipräsidium in Igdir verhört worden.
Evrensel vom 09.04.2003 Minenexplosion
Der
Alteisenhändler Hamit Aydin (19) wurde verletzt, als er am 7. April eine
Mine inspizierte, die er auf einem Übungsplatz der Armee in der Nähe von
Kiziltepe (Mardin) gefunden hatte.
Özgür Gündem vom 09.04.2003 Kinder
getötet
In
der Nähe des Dorfes Esenyamaç im Kreis Baskale (Van) kam es am 5. April
zu einer Explosion, bei der die Kinder Dastan Korkmaz (14) und Nihat Çeri
(13) getötet wurden. Ferhat Çeri (16) erzählte der Staatsanwaltschaft:
?Etwa 400 Meter ausserhalb des Dorfes hüteten wir Schafe. Ich war 50 Meter
von Dastan und Nihat entfernt. 150 Meter von uns entfernt hatten Soldaten
Stellung bezogen und einer hielt einer Art Rohr auf uns gerichtet. Aus
Angst vor der Explosion bin ich fortgelaufen. Es wurden drei Schüsse auf
mich abgegeben. Ich konnte aber bis zum Dorf gelangen.? Der Anwalt der
Familie wies Vorwürfe zurück, nach denen es sich bei den Kindern um Schmuggler
handeln solle.
Özgür Gündem vom 08.04.2003 Probleme
mit ?grüner Karte?
Hasan
Karahan aus dem Dorf Sulucem im Kreis Dogubeyazit (Agri) sagte, dass er
von dem Kommandanten der Gendarmeriestation in dem Dorf, Oguz Poyrazoglu,
bedroht worden sei, als er dort wegen der Erneuerung der ?grünen Karte?
vorgesprochen habe. Er habe ihn beschuldigt, für die DEHAP aktiv gewesen
zu sein und solange er dort nicht austrete, werde er noch häufig zur Wache
kommen müssen, bevor er eine ?grüne Karte? erhalte. Mitglieder DEHAP bräuchten
erst gar keinen Antrag zu stellen.
Özgür Gündem vom 10.04.2003 Dorfbewohner
ermordet
Haci
Ölmez (37) wurde am 7. April in der Nähe des Dorfes Andaç im Kreis Uludere
(Sirnak) von Soldaten erschossen. Haci Ölmez und Mevlüt Ölmez (30) waren
um 17 Uhr aufgebrochen, um verlorene Ziegen zu suchen, als auf sie geschossen
wurde. Die Leiche von Haci Ölmez soll an die türkisch-irakische Grenze
geschafft worden sein, während der verletzte Mevlüt Ölmez festgenommen
wurde. Der Verwandte Sabahattin Ölmez sagte, dass ihnen die Leiche später
übergeben wurde. Haci Ölmez sei durch einen Schuss in den Rücken getötet
worden. Der DEHAP Vorsitzende für Sirnak, Resul Sadak sagte, dass Haci
Ölmez sich vor einiger Zeit an sie gewandt habe, weil er als vermeintliches
KADEK Mitglied bedroht werde.
Evrensel vom 10.04.2003 Folter
in Istanbul
Auf
einer Pressekonferenz beim IHD Istanbul sagten Ruhsel Demirbas, Ugur Atilgan
und Senol Budak, dass sie am 1. April beim Aufhängen von Plakaten gegen
den Krieg festgenommen wurden, obwohl dies eine erlaubte Plakatieraktion
war. Senol Budak sagte, dass sie nicht schlafen durften und ihnen gedroht
wurde, sie aus dem Fenster zu werfen. Man hätte ihnen eine Waffe an die
Schläfe gehalten und ihnen gedroht, sie zu ermorden. Er sei 6 Tage anstatt
der erlaubten 4 Tage festgehalten worden. Der Staatsanwalt habe sie dann
freigelassen.
Hürriyet vom 10.04.2003 HADEP?ler
verurteilt
Das
SSG Erzurum hat die Mitglieder der HADEP aus Agri, Nuri Çelik, Feridun
Özçimen und Sayat Cengiz zu je 15 Monaten Haft nach § 312 TSG verurteilt.
Auf einer Anti-Kriegdemo in Dogubeyazit hatte sie den Führer der KADEL,
Abdullah Öcalan, als 'Verehrter Öcalan' bezeichnet.
Özgür Gündem vom 11.04.2003 Minenexplosion
Am
3. April wurde Mehmet Atak (16) schwer verletzt, als er im Stadtteil Degirmenözü
im Kreis Gürpinar (Van) Explosiva inspizierte, die er auf einem Übungsplatz
der Armee gefunden hatte.
|