Wochenberichte
Sonderberichte
Deutsch English Türkçe
Startseite
Kurzmeldungen
Presseschau
Hintergrund
Archiv
Kontakt
zurück
Übersicht
vor

Übersetzungen aus den Tagesberichten der TIHV
Woche 10/2003
 
Özgür Gündem vom 03.03.2003
Folter in Istanbul
Ercüment Ilten und Cemil Altintas, die am 24. Februar im Stadtteil Sarigazi in Istanbul festgenommen wurden, haben sich über Folter bei der Intelligenz der Gendarmerie (JITEM) beschwert. Altintas sprach auf einer Pressekonferenz im IHD Istanbul am 28. Februar und berichtete, dass er bei Verlassen der DEHAP von Gendarmen festgenommen wurde. "Wir wurden in ein Auto gesteckt und zur Kommandantur in Sarigazi gefahren. Dort wurden wir beschimpft und mit der Teilnahme an Priatendemos (unangemeldete Demos) beschuldigt. Wir wurden fotografiert und unsere Fingerabdrücke wurden genommen. Gegen Mitternacht kamen zivil gekleidete Personen. Sie haben unsere Augen verbunden und uns in ein 45 Minuten entfernt liegendes Waldstück gebracht. Sie sagten, das sei der Todeswald und forderten uns auf, endlich zu gestehen. Einer zog ein Messer und hielt es an meine Kehle. Dann forderte er mich auf, über alles zu berichten, was bei der DEHAP passiere. Nach einer halben Stunde wurden wir wieder zurückgebracht. Soldaten sagten später, das wir von Mitgliedern der JITEM verhört wurden. Am nächsten Morgen gegen 10 Uhr wurden wir wieder freigelassen." Ercümnt Ilten fügte hinzu: "Erst wollten uns die Soldaten nicht den zivilen Personen übergeben, aber schliesslich wurden uns die Augen verbunden und wir wurden in ein Waldstück gefahren. Ich wurde geschlagen, als ich nicht gestand, an illegalen Aktionen teilgenommen zu haben. Sie sagten, dass sie uns in ein Loch mit Schnee werfen und erschiessen würden. Mir wurde auch angeboten, für sie zu arbeiten. Auf der Rückfahrt sagten sie noch, dass ich niemandem etwas sagen solle. Sonst würden sie mich umbringen."
 
Özgür Gündem vom 01.03.2003
Prügel im Gefängnis
Ali Osman Rüzgar berichtete, dass ein Vater Mehmet Zennun Rüzgar aus Gesundheitsgründen ins Gefängnis von Sirvan (Siirt) verlegt werden sollte. Damit dies mit einem Sonderfahrzeug gemacht werden kann, hätten sie der Verwaltung 135 Millionen TL gezahlt, aber dann sei sein Vater am 25. Januar doch in einem Gefängnistransporter verlegt worden. Beim Eintritt ins Gefängnis habe sein Vater sich dagegen gewehrt, sich komplett auszuziehen. Deswegen habe er stundenlang in der Kälte stehen müssen und sei zudem noch von den Soldaten geschlagen worden.
 
Milliyet vom 01.03.2003
Folterverfahren
Am 15. April wird vor der 15. Strafkammer am Amtsgericht in Beyoglu das Verfahren gegen die Polizisten Emre Çözeli, Mehmet Yanbul, Erdal Dogan und Ayhan Misir eröffnet. Ihnen wird vorgeworfen, Ali T. (16), Mucip G. (16) und Ersin Ü. (17) auf der Wache Karaköy gefoltert zu haben, nachdem sie am 8. Dezember 2001 unter dem Verdacht des Diebstahls festgenommen worden waren.
 
Cumhuriyet vom 01.03.2003
Wiedraufnahme des DEP Verfahrens
Das SSG Ankara hat den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gegen vier Ex-Abeordnete der Demokratiepartei (DEP) angenommen. Damit werden Leyla Zana, Orhan Dogan, Hatip Dicle und Selim Sadak am 28. März wieder vor Gericht stehen.
 
Özgür Gündem vom 04.03.2003
Kind vor Gericht
Die Staatsanwaltschaft am SSG Diyarbakir hat gegen B.A. (14) ein Verfahren nach § 312 TSG eröffnet. Er soll am 15. November 2002 bei der allmorgendlichen Zeremonie an der Grundschule Kazanci in Bismil (Diyarbakir) "Wie glücklich ich bin, ein Kurde zu sein" gesagt haben. Sein Anwalt Muharrem Erbey sagte, dass die Beschwerde gegen den Direktor und 2 Lehrer, die den Jungen geschlagen haben sollen, bislang keinen Erfolg hatte.
 
Özgür Gündem vom 05.03.2003
Folter in Istanbul
D.S. (17) erklärte, dass er seiner Festnahme am 7. Februar auf der Polizeiwache Kocasinan (Istanbul) gefoltert worden sei. Er sei von der Strasse weg festgenommen und zusammen mit dem Vorsitzenden der Jugendabteilung von HADEP Emir Melet abtransportiert worden. Auf der Wache seien sie beschimpft worden und die Polizisten hätten ihn aufgefordert, das Aufhängen eines Sprucbandes für die KADEK zu akzeptieren. Als er dies nicht tat, sei er geprügelt und getreten worden. Dann habe ihm jemand, der eine Visitenkarte als Anwalt vorlegt, empfohlen, Emir Melet zu beschuldigen. Der würde das Geliche sagen, aber bei der Staatsanwaltschaft könnten sie die Aussage zurücknehmen und freikommen. Bei der Staatsanwaltschaft habe er dann erklärt, dass er reingelegt wurde, aber Emir Melet sei dennoch aufgrund seiner Aussage in U-Haft gekommen. Der Anwalt Özcan Intas berichtete, dass auch Emir Melet gefoltert wurde. Da er nicht für die Polizei arbeiten wollte, habe man ihn mit den Händen auf dem Rücken aufgehängt, ihn splitternackt ausgezogen und mit Wasser unter Hochdruck abgespritzt und ihn sexuell belästigt.
 
Özgür Gündem vom 06.03.2003
Birdal freigesprochen
Der Ehrenvorsitzende des IHD und st. Vorsitzende von FIDH Akin Birdal wurden von der 2. Strafkammer des Landgerichts Ankara vom Vorwurf eines Vergehens nach § 159 TSG (Amtsbeleidigung) freigesprochen. Das Verfahren war wegen einer Rede am 20. Oktober 2000 in Deutschland eröffnet worden, wo Birdal gesagt haben soll, dass die Türkei sich wegen des Völkermords an den Armeniern entschuldigen soll. Nachdem lange Zeit ergebnislos nach dem Reporter der Zeitung Gözcü, der den Artikel verfasst hatte, gesucht worden war, hat das Gericht nun das Verfahren aus Mangeln an Beweisen eingestellt.
 
Özgür Gündem vom 07.03.2003
Folterverfahren
Die Polizeibeamten Adil Serdar Saçan, Alper Özdemir, Murat Gökçek und Semir Günaydin werden sich vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Istanbuls wegen Folter an Zihni Ipek verantworten müssen. Dieser war am 24. August 2001 unter dem Vorwurf, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben, festgenommen und auf dem Polizeipräsidium von Istanbul verhört worden.
 
TIHV vom 07.03.2003
Student von der Uni verwiesen
Der Student Abdurrahim Demir wurden von der Universität Dicle in Diyarbakir verwiesen. Er hatte am 22. Januar 2002 insgesamt 1540 Petitionen für Kurdisch als Wahlfach dem Rektor der Universität übergeben und war danach am 4. November 2002 vom SSG Diyarbakir zu einer Strafe von 45 Monaten Haft wegen Unterstützung einer illegalen Organisation verurteilt worden.

1. Halbjahr 2003
1. Halbjahr 2004
1. Halbjahr 2005
1. Halbjahr 2006
2. Halbjahr 2003
2. Halbjahr 2004
2. Halbjahr 2005
2. Halbjahr 2006

Sitemap Impressum Webmaster powered by Syncope