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Übersetzungen aus den Tagesberichten der TIHV
Woche 08/2003
 
Yeni Safak vom 17.02.2003
Todesschüsse
Am 15. Februar schoss die Polizei im Kreis Gebze (Kocaeli) auf drei Personen, die sie für Einbrecher hielt. Dabei starb Seyfettin Aslan. Erdal Akyol und Selçuk Mandiz wurden festgenommen. Die offizielle Stellungnahme stellte fest, dass die 3 Personen versuchten, in einem gestohlenen PKW zu entkommen.
 
Özgür Politika vom 18.02.2003
Folter in Adana
Behice Beyav wandte sich an den IHD Adana und berichtete, dass sie ihren Sohn Mijdin Beyav im Gefängnis besucht habe. Nach seiner Festnahme Mitte Januar als vermeintliches Mitglied der KADEK habe er ihmmer noch Nasenbluten, konne seine Arme nicht heben und habe noch Folterspuren an seinem Körper.
 
Özgür Gündem vom 19.02.2003
Kinder gefoltert
Nach einer Demonstration gegen den Irak-Krieg wurden am 15. Februar die Kinder V.Y., C. Çelik, H.A., S.K., S.S., I.A., S.Ç., V.T. und H.K. in Kadiköy-Istanbul festgenommen. Sie kamen am 17. Februar in U-Haft. Einer der Väter, Zeki Çelik sagte: ?Wir haben erfahren, dass unsere Kinder gefoltert wurden. Mein Sohn wurde mit einer Tomografie untersucht. Die Kinder waren sehr müde und erschöpft. Es war deutlich, dass sie gefoltert worden waren.? Die Anwältin Fatma Karakas gab an, dass die Kinder sich über Folter beschweren. Sie sollen Spuren von Schlägen im Gesicht gehabt haben.
 
Özgür Gündem vom 19.02.2003
Folter in Kiziltepe
Der Anwalt Hüseyin Cangir hat nach Gesprächen mit 53 Personen, die nach einer Demonstration gegen die Isolation von Abdullah Öcalan und den Irak-Krieg in Kiziltepe (Mardin) festgenommen worden waren, mitgeteilt, dass Abdülkerim Adam, Provinzvorsitzender der DEHAP kein Attest erhielt, obwohl er geschlagen wurde (am Folgetage wurde berichtet, dass ihm der Arm gebrochen wurde). Der Kreisvorsitzender der DEHAP Ali Öner sei mit einem Sprechfunkgerät auf den Kopf worden und mit Knüppeln auf den Körper geschlagen worden. Ferhan Türk, Kreisvorsitzender der HADEP, sei beleidigt und geschlagen worden.
 
TIHV vom 19.02.2003
Verfahren gegen Folterer ausgesetzt
Das 6. Strafgericht von Beyoglu fällte am 18. Februar das Urteil gegen Süleyman Ulusoy, der in seiner Zeit bei der Polizei in Beyoglu 8 Transvestiten mit einem Schlauch schlug. Ein entsprechendes Video war später im Fernsehen ausgestrahlt worden. Das Gericht beschloss, das Verfahren auf die Dauer von 5 Jahren nach dem Gesetz zur bedingten Haftentlassung und dem Aussetzen von Verfahren und Strafe auszusetzen. Der als ?Schlauch Süleyman? bekannte Kommissar war unter § 245 TSG angeklagt worden.
 
Özgür Gündem vom 20.02.2003
Kind geschlagen
Hecer Orhan gab an, bei einer Demonstration in Van am 14. Februar geschlagen worden zu sein. Zuerst seien Polizisten von Panzern begleitet zu einem Einsatz weiter oberhalb der Strasse gegangen. Als sie zurückkamen, hätten sie sich Schneemasken über das Gesicht gezogen und ohne ein Wort ihn mit Händen, Füssen und Knüppeln geschlagen. ?Es waren ca. 10 Leute. Sie meinten nur, dass ich ihnen schon länger Ärger mache. Ich bin dann in das Haus meines Onkels geflohen. Sie kamen hinterher und diskutierten mit meinem Onkel, den sie aufforderten, sich nicht einzumischen.? Dann hätten sie sich entfernt. Muteber Bor gab an, dass ihr Sohn Necdet (13) in der Nacht vom 15. Februar von ca. 10 Polizeibeamten, die in die Wohnung kamen, verprügelt worden sei. Die Beamten hätten die Einrichtung verwüstet. Ausserdem hätten sie in der gleichen Strasse sieben Häuser durchsucht. Auch dort seien die Kinder geschlagen worden. Taner Abi (15) sagte, dass er von Personen mit Schneemasken aufgefordert wurde, zu ihnen zu kommen. Aus Angst sei er fortgelaufen. Sie hätten ihn abe reingeholt und ihn mit Fäusten und Füssen geschlagen. Dabei sagten sie, dass Apo kommen und sie schützen solle.
 
TIHV vom 21.02.2003
Folterverfahren eingestellt
Am 18. Februar ging das Verfahren wegen Folter an Enver Gündüz, Sehabettin Alp, Hanifi Turan, Hüseyin Avcu, seine Frau M. Avcu und Sirin Agahatun im Jahre 1995 vor dem 3. Strafgericht zu Ende. Das Verfahren gegen Ramazan Sürücü (Leiter der Anti-Terrorabteilung) und die Polizeibeamten Haluk Bayram Deniz, Hasan Koçak, Nebil Alpaslan, Giyasettin Özturan, Mustafa Bölük, Cafer Ongün, Sevki Tasçi, Yusuf Ziya Evran, Ihsan Kara, Recep Kaplan, Tevfik Isik, Ömer Uslu, Ibrahim Uçar, Numan Çakir, Ekrem Korkmaz, Mahmut Yilmaz und Orhan Çerçi wurde eingestellt, da am 31.12.2002 die Verjährungsfrist abgelaufen war. Die Ermittlungen waren erst ergebnislos verlaufen. Erst als der Europäische Menschenrechtsgerichtshof (EMRG) eine Abfindung von 150.000 Franken anordnete, war das Verfahren aufgenommen worden. Anwalt Sezgin Tanrikulu kündigte an, dass sie den Entscheid über die Verjährungsfrist ebenfalls vor das EMRG bringen werden.
 
Evrensel vom 21.02.2003
Freispruch für Studenten
Das SSG Izir hat die Studenten Hatip Aydin, Berivan Alatas und Sanem Erdil in einer erneuten Verhandlung vom Vorwurf der Unterstützung einer illegalen Vereinigng freigesprochen. Sie waren wegen Petitionen an den Rektor der Ägäis Universität zu Untericht in Kurdisch im März 2002 zu Strafen von je 45 Monaten verurteilt worden, aber der Kassationsgerichtshof hatte die Urteile aufgehoben.
 
Cumhuriyet vom 21.02.2003
Folterstatistik
Der Justizminister Cemil Çiçek beantwortete eine Anfrage des CHP-Abgeordneten von Ankara, Yakup Kepenek. Demnach stellten zwischen 2000 und 2002 insgesamt 4.600 Personen Strafanzeige wegen Folter. Von den 1.633 Anzeigen im Jahre 2000 hätten 490 zu einem Verfahren geführt, von 1.605 Anzeigen im Jahre 2001 resultierten 245 in einem Verfahren und im Jahre 2002 sei es bei 1.362 Anzeigen zu 210 Verfahren gekommen. Insgesant habe es 2.471 Verfahren nach den §§ 243 (Folter) und 245 (Misshandlung) TSG gegeben. Vor dem EMRG seien 344 Beschwerden eingegangen, von denen 247 noch nicht entschieden wurden. In 32 Fällen sei ein Verstoss festgestellt worden und 65 seien mit einer gütlichen Einigung zu Ende gegangen.
 
Özgür Gündem vom 21.02.2003
Folter in Istanbul
Nigar Yildiz, Funktionär der DEHAP Büyükçekmece (Istanbul) beschwerte sich über Folter auf der Gendarmeriestation Esenyurt. Zusammen mit Freunden sei er zu den Büros der AKP im Ort Esenyurt-Belde gegangen, den der Innenminister Abdülkadir Aksu anlässlich des Opferfestes besuchte. Als er sich gegen den Krieg aussprach, sei er zur Wache gebracht worden. Der leitende Offizier Ahmet Cengiz habe ihn beschimpft und vier Soldaten hätten ihn an den Haaren gezogen und ihn brutal geschlagen. Er habe zugeben sollen, dass er von der DEHAP zu der Aktion angehalten worden sei.
 
Evrensel vom 21.02.2003
Freispruch für IHD Diyarbakir
Das 3. Strafgericht in Diyarbakir sprach den ehemaligen Vorstand des IHD Diyarbakir vom Vorwurf eines Verstosses gegen das Vereinsgesetz frei. Das Verfahren war eröffnet worden, weil der Vorstand in einem Beschluss das Wort Newroz mit ?w? (nicht im türkischen Alfabet) geschrieben hatte.

1. Halbjahr 2003
1. Halbjahr 2004
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1. Halbjahr 2006
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