TIHV im 20. Jahr seit seiner Gründung

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Die TIHV wurde am 30.12.1990 gegründet

Aus Anlass des 20. Jahres seit der Gründung der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV) veröffentlicht das DTF eine kurze Bilanz. Die meisten Angaben sind aus einem Bericht des unabhängigen Netzwerks BIA vom 30.12.2009.

Inhaltsverzeichnis

Gründung

Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde die offizielle Gründung der Menschenrechtsstiftung der Türkei durch die Veröffentlichung im Amtsblatt am 30.12.1990 vollzogen. 32 individuelle Aktivisten und der Menschenrechtsverein IHD waren die Gründer. Die Leute der ersten Stunde waren Yavuz Önen als Vorsitzender und Haldun Özen als Generalsekretär. Mittlerweile ist Haldun Özen ebenso verstorben wie sein Nachfolger Mahmut Tali Öngören. Der derzeitige Generalsekretär ist Dr. Metin Bakkalci. Auf der letzten Vollversammlung am 11. April 2009 ist Yavuz Önen aus Altersgründen zurück getreten und hat sein Amt an Prof. Dr. Sebnem Korur Fincanci übergeben.

Prof. Dr. Sebnem Korur Fincanci mit dem Vorsitzenden des IHD, Öztürk Özdogan

Frau Fincanci wurde durch ihren Einsatz für eine objektive Rechtsmedizin bekannt. Sie wurde deshalb mehrfach ihres Amtes in der Rechtsmedizin enthoben, kehrte aber immer wieder auf Gerichtsbeschluss zurück. Sie gehört zu den Gründern des Vereins der Rechtsmediziner an und hat ihm viele Jahre vorgestanden. Sie hatte einen wesentlichen Anteil bei der Erarbeitung des Standardwerkes der UN zur Aufdeckung von Folter, dem Istanbul Protokoll.

Ziele der TIHV

Seit seiner Gründung hat die TIHV zwei Hauptbereiche in seiner professionellen Arbeit

  • kostenlose Behandlung von Folteropfern
  • Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen

Inzwischen sind andere Projekte hinzugekommen, wie

  • Menschenrechte in Schulbüchern
  • Schutz von Flüchtlingen
  • "Verschwundene"

Behandlung von Folteropfern

Seit seiner Gründung hat die TIHV mehr als 12.000 Folteropfer kostenlos behandelt. Behandlungszentren existieren in Ankara, Istanbul, Izmir, Adana und Diyarbakir.

Jahr Anträge Vorwurf aus gleichem Jahr
1990-1991 243 n/a
1992 393 307 (%93,6)
1993 323 n/a
1994 472 252 (%56,5)
1995 713 289 (%44,8)
1996 588 291 (%50,5)
1997 537 136 (%26,3)
1998 706 358 (%53,2)
1999 686 357 (%55,0)
2000 1023 540 (%55,6)
2001 1226 382 (%42,7)
2002 965 365 (%41,5)
2003 925 340 (%36,7)
2004 922 348 (%37,7)
2005 692 198 (%28,6)
2006 337 222 (%66,7)
2007 452 320 (%71,2)
2008 425 269(%63,3)
2009 459 264 (%57.5)
2010 363 161 (%44,4)

Insgesamt wurden bis zum Ende 2010 12,450 wegen gesundheitlichen Folgen der Folter behandelt.

Das Dokumentationszentrum

Seit der Gründung des TIHV hat das Dokumentationszentrum tägliche Berichte über Verletzungen der Menschenrechte in Türkisch und Englisch herausgegeben und aus diesen Berichten jährliche Übersichten erstellt. Derzeit fehlen noch die Übersetzungen der letzten Jahresberichte in Englisch. Seit 2008 sind die Tagesberichte auch auf den Seiten des DTF zu finden.

Daneben gibt es zahlreiche Publikationen zu speziellen Themen, die jedoch nur zum Teil in die englische Sprache übersetzt wurden. Auch von diesen Berichten können einige auf den Seiten des DTF gefunden werden.

Siehe auch: Auf den englischen Seiten des DTF gibt es weitere Details zur Feier des 20. Jahrestages der TIHV.

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