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Bia (Unabhängiges Kommunikationsnetz) vom 03.01.2005
Erklärung des Vorsitzenden der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV) Yavuz Önen
Zum Jahresende hat der Vorsitzende der Menschenrechtsstiftung der Türkei die Lage der Menschenrechte bewertet. Er sagte, dass von den 918 Personen, die sich im Jahre 2004 wegen Folter an die 5 Zentren für kostenlose Behandlung gewandt haben, 337 im letzten Jahr gefoltert wurden. Im Vergleich dazu hatten sich 2003 insgesamt 945 Personen bei der TIHV gemeldet und von ihnen hatten 340 gesagt, dass sie in diesem Jahr gefoltert wurden. Diese Zahlen und die Daten des Menschenrechtsvereins IHD machten deutlich, dass die Folter nach wie vor systematisch sei. Önen machte darauf aufmerksam, dass im neuen Strafgesetz die Bestimmungen gegen die Meinungsfreiheit weiterhin bestehen und wies auf die extreme Gewalt der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten hin. Angesichts der jüngsten Vorfälle in Gümüshane und Kiziltepe sei auch ein Anstieg bei den extra-legalen Hinrichtungen zu verzeichnen, meinte Yavuz Önen. Im letzten Jahr habe das Dokumentationszentrum der TIHV 21 Todesfälle als extra-legale Hinrichtungen, Schüsse der Sicherheitskräfte nach Stoppwarnungen oder willkürliches Schießen verzeichnet. In den Gefängnissen seien im Jahre 2004 insgesamt 175 Menschen gestorben. In 139 Fällen handele es sich um einen natürlichen Tod, während 25 Menschen sich das Leben nahmen; 4 sich in Brand steckten; 1 Person infolge des Todesfastens starb und 4 Gefangene von Mithäftlingen umgebracht wurden. In der Polizeihaft sind nach Feststellungen der TIHV 5 Personen im Jahre 2004 zu Tode gekommen. Yavuz Önen betonte, dass in der Kurdenfrage ernste Schritte unternommen werden müssten. In Bezug auf das Gesetz zur Abfindung bei Schäden durch Terror oder Terrorbekämpfung kritisierte er, dass viele Schäden nicht eingeschlossen seien und bei den Kommissionen zur Feststellung der Schäden zivile Organisationen nicht beteiligt seien. Bei Explosionen von Minen oder unbeaufsichtigter Munition seien im letzten Jahr 31 Menschen, darunter 14 Kinder, umgekommen und 78 Personen, darunter 34 Kinder, seien verletzt worden.

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