Aus DTF
| Datum
| 080607
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| Sprache
| Deutsch
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Meldung der Nachrichtenagentur ANF
Zweifelhafte Tode im Militär
Nach Recherchen von ANF sind in den ersten fünf Monaten des Jahres 2008 insgesamt 26 Soldaten in der türkischen Armee ums Leben gekommen. Die meisten Todesfälle wurden im Mai verzeichnet.
Baris Köroglu aus Malatya beging einen Tag nach seiner Entlassung vom Militär Selbstmord. Baris Köroglu hatte Schwierigkeiten mit seinen Vorgesetzten in Erzurum und hatte 24 Tage im Militärgefängnis verbracht. Es standen noch weitere Verfahren gegen ihn an. Der Selbstmord geschah am 21. Mai.
Gleich am 1. Tag des Jahres wurde von 3 Todesfällen berichtet. Serdar Akca, der vor dem Kreiswehrersatzamt in Midyat (Provinz Mardin) Wachdienst hatte und Emrah Yücekaya, der auf der Gendarmeriewache in Derik (auch Provinz Mardin) seinen Wehrdienst ableistete, sollen Selbstmord begangen haben. Zweifel gibt es vor allem am Selbstmord von Yücekaya, denn am gleichen Tag starb auch sein Stubenkamerad Ufuktan Altayli. Er soll von einem Querschläger aus dem Gewehr von Yücekaya getroffen worden sein (so der Gouverneur von Mardin, Mehmet Kiliclar).
Im Februar wurden die Tode von 3 weiteren Soldaten gemeldet. Der aus Adiyaman stammende Hamza Eren Erdin soll sich mit einem G-3 Gewehr auf der Gendarmeriestation Arindik im Kreis Palu (Elazig) das Leben genommen haben.
Am 27. Februar wurde Ismail Tastop durch eine Kugel in den Rücken getötet. Er hat seine Grundausbildung in Samsun beendet und war nach Sirnak versetzt worden. Der Familie in Istanbul wurde gesagt, dass sie ihren Sohn heimlich beisetzen sollten, denn er sei nicht im Kampf gefallen. Hüseyin Ari, der aus Zonguldak stammt, soll sich am 29. Februar ebenfalls in Sirnak das Leben genommen haben.
Am 3. März soll Ali Hüseyin Erdil auf der Wache Acar im Kreis Sason (Batman) Selbstmord verübt haben. Am 13. März wurde zunächst behauptet, dass der aus Afyon stammende Soldat Mutlu Ölcer bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Danach hieß, dass der in der Provinz Tunceli dienende Soldat durch einen Querschläger getötet wurde.
Am 14. März soll sich ein Soldat bei einer Panzereinheit im Kreis Silopi (Sirnak) das Leben genommen haben. Am 17. März beging Caner Aydin, der in Diyarbakir seinen Militärdienst leistete, Selbstmord und der aus Giresun stammende und in Canakkale dienende A.K. erhängte ich auf einem Kleintransporter, als er in Istanbul auf Urlaub war.
Am 20. März wurde der Leichname von Memduh Argöz, der im Kreis Malazgirt (Mus) registriert war und in Istanbul seinen Militärdienst leistete, seiner Familie übergeben. Die Leiche wies zwei Einschüsse auf. Es gab keine Erklärung der Todesursache. Ebenfalls im März beging der Soldat E.S.G. Selbstmord im Kreis Baskale (Van).
Am 4. April berichtete die Presse vom Tod eines kurdischen Soldaten im Kreis Mutki (Bitlis). Aus seiner Waffe soll sich versehentlich ein Schuss gelöst haben. Am 7. April soll sich der Soldat K.H., der aus Urfa stammt und in der Waffenkammer des Heeres in Kayserei seinen Militärdienst ableistete, getötet haben. Der 22-jährige Celal Dervis, ein Leser von "Partizan", erzählte nach Ableistung seiner Grundausbildung in Ankara von der Folter in der Armee. Eine halbe Stunde, bevor er sich wieder zu seiner Einheit begeben sollte, setzte er sich selber in Brand. Ebenfalls im April wurde vom Selbstmord von Engin Celik in Edirne berichtet.
Im Mai starben 8 Soldaten auf zweifelhafte Art und Weise. Am 5. Mai soll sich Mustafa Dalli bei der Gendarmerie in Corum das Leben genommen haben. Am 11. Mai soll sich ein weiterer Soldat in Corum das Leben genommen haben.
In Izmir starben drei Soldaten im Mai. Am 22. Mai hängte sich Gökhan Barutcu, der bei der Artillerie in Bornova diente, an einem Baum auf. Bei der Kommandoeinheit in Foca nahm sich ein Soldat das Leben und es gab einen weiteren Selbstmordversuch. Beide Taten sollen wegen der erlittenen Folter erfolgt sein. Der Mord von Baris Körogul wurde am Anfang des Berichtes erwähnt.
Im Juni wiederum nahm sich der Gefreite Serdar Arslan das Leben durch Schüsse mit der Pistole. Der 2-fache Familienvater war von Adapazari nach Sirnak versetzt worden.