Wochenbericht 48/2001 - Übersicht Wochenberichte 2001 - Wochenbericht 50/2001
Yedinci Gündem vom 02.12.2001
Tod im Gefängnis
Am 1. Dezember verstarb Sefik Akol (37) im Krankenhaus der Dicle Universität (Diyarbakir). Er war 1993 verhaftet worden und später zu 15 Jahren wegen Mitgliedschaft in der PKK verurteilt worden. Er hatte noch 3 Monate abzusitzen. Er hatte ein Rückgradproblem, das von Folter herrühren sollte. In der Haft erkrankte er an Krebs. Am 20. November wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo zudem noch Tuberkulose festgestellt wurde. Anscheinend kam alle Hilfe zu spät. Im Gefängnis vom Typ E in Kirklareli beging der Jugendliche E.T. (16) am 30. November angeblich Selbstmord, indem er sich am Treppenaufgang aufhängte. In der geschlossenen Haftanstalt von Kayseri nahm sich Mehmet Girgin (19) das Leben. Er war wegen Diebstahls eingesperrt worden und erhängte sich am 2. Dezember auf der Toilette.
Yeni Safak vom 02.12.2001
IHD Vorsitzender aus dem Amt entlassen
Der Gouverneur von Bingöl enthob den dortigen Vorsitzenden des Menschenrechtsvereins IHD, Ridvan Kizgin. Die Entscheidung wurde mit Artikel 45 des Gesetzes zu Vereinen begründet. Angeblich hatte der Vorsitzende des IHD Inspektoren nicht in die Büros des Vereins gelassen.
Yedinci Gündem vom 01.12.2001
HADEP unter Druck
Am 30. November durchsuchte die Polizei mehrere Büros der HADEP für Kreise und die Provinz Istanbul. Dabei wurden 51 Personen festgenommen, darunter (Vorsitzende von Kreisverbänden in Klammern) Abdurahman Tokdemir (Eyüp), Dogan Ilgün (Kartal), Nazmiye Kadioglu (Bayrampasa), Mustafa Turan Avcilar), Hamza Süpürgeci, Mehmet Ali Altin, Firat Aydin, Emin Gökyüz, Baris Erçimen, Kudret Gülün, Menekse Aydil, Sevda Getiren, Zekeriya Altinmakas, Sadrettin Çakir, Esref Sönmez, Baki Usus, Cemil Kizildag, Ertan Marhan, Mustafa Pektas, Haydar Tas, Ahmet Avci, Abdullah Arinan, Orhan Yakut und Sadik Altun.
Cumhuriyet vom 04.12.2001
Volkshäuser freigesprochen
Das SSG Ankara sprach 29 Angeklagte, Mitglieder und Funktionäre der Volkshäuser (Halkevi) vom Vorwurf der Unterstützung einer illegalen Organisation frei. Die Ortsverbände von Dikmen, Ilker, Mamak, Seyranbaglari, Kalaba und Keçiören hatten gegen die Gefängnisse vom Typ F protestiert.
Cumhuriyet/Yedinci Gündem vom 04.12.2001
Unis im Visier
An der Universität Istanbul wurden 29 Studenten an der Fakultät der bildenden Künste von der Uni verwiesen, weil sie sich am 21. März dieses Jahres an Newroz-Feierlichkeiten beteiligt hatten. In Bismil wurden die Gymnasiallehrer Mesut Firat, Roshat Kayran und Leyla Durmus festgenommen, da an der Schule Parolen mit der Forderungen nach Bildung in Kurdisch an die Wände geschrieben worden sein sollen. In Malatya wurden 6 StudentInnen für ein Jahr von der Uni verwiesen, weil sie sich für Bildung in Kurdisch ausgesprochen hatten. Vier weitere StudentInnen haben sich für 6 Monate von der Uni fernzuhalten. Sie hatten sich an einem Protest gegen YÖK beteiligt.
Radikal vom 04.12.2001
Zahlen des Innenministers
Der Innenminister Rüstü Kazim Yücel sagte, dass zwischen 1995 und 2000 insgesamt 62 Personen in der Polizeihaft starben. Er meinte dabei, dass die Selbstmordrate in der der Haft weit unter der in der Bevölkerung liege. Im gleichen Zeitraum hätten sich im Lande über 16,000 Menschen das Leben genommen (0,025%), wobei die Rate in Haft bei 0,003% liege.
TIHV vom 05.12.2001
ÄrztInnen freigesprochen
Am 4. Dezember sprach das 5. Strafgericht von Ankara die Mitglieder des Ehrenausschusses der Ärztekammer der Türkei vom Vorwurf der Anstiftung zum Selbstmord frei. Sie hatten sich in einer Presseerklärung zu den Hungerstreiks in den Gefängnissen geäussert und eine zwangsweise Behandlung abgelehnt. Die neun Angeklagten waren Özen Asut, Sükrü Hatun, Faik Çelik, Günel Gedik, Bahar Gökler, Cem Kaptanoglu, Mahmut Ortakaya, Mustafa Ihsan Özgün und Faik Urbarli.
Evrensel vom 07.12.2001
Todesstrafe bestätigt
Der Kassationsgerichtshof bestätigte die Todesstrafe des vermeintlichen Militanten der DKHP/C, Ercan Kartal für den Attenttatsversuch auf Ex-General Kenan Evren. Berkan Abatay und Fadime Bastug wurden deswegen zu 15 Jahren Haft verurteilt. Frühere Freisprüche waren schon nach dem ersten Verfahren bestätigt worden.