Wochenbericht 41/2001 - Übersicht Wochenberichte 2001 - Wochenbericht 43/2001
Evrensel vom 13.10.2001
Haftentlassungen wegen Hungerstreik
Aus dem E-Typ Gefängnis in Edirne wurden 20 Häftlingen vorläufig entlassen, weil sie aufgrund des Todesfasten in schlechtem Gesundheitszustand sind. Die Namen der Gefangenen sind: Müslüm Yalçin, Selahattin Akcan, Barbaros Hayrettin Yilmaz, Mustafa Tokuz, Ökkes Karaoglu, Murat Targay, Ahmet Turan Atmaca, Bülent Turgay, Çetin Dönmez, Ilker Otluçimen, Hüseyin Yildiz, Mehmet Güven, Mehmet Sevinç, Mehmet Yaman, Turan Çim, Muhlis Özgür, Mustafa Gök, Mehmet Yildogan, Bayram Saritas und Ozan Akin.
Yedinci Gündem vom 14.10.2001
Kassetten in Mardin verboten
In Mardin wurde der Verkauf von 63 Musikkassetten in Kurdisch und Turkisch verboten. Darunter sind die Kassetten von den Künstlern Ahmet Kaya, Rotinda Yetkiner, Aram Tigran, Songül Karli, Besir Kaya, Ciwan Haco, Xanemir und Agirê Jiyan.
Milliyet vom 15.10.2001
Polizisten erschossen
Am Morgen des 14. Oktober wurde ein Polizeiauto im Kreis Küçükçekmece (Istanbul) beschossen, wobei die Polizeibeamten Köksal Bulut und Mustafa Koçak getötet und der Polizist Mustafa Bilicik verletzt wurden. Die radikal-islamische Organisation Hizbullah wird hinter dem Attentat vermutet, da die gleiche Waffe verwendet worden sein soll, wie in dem Attentat vom 25. August, bei dem der Hizbullah Überläufer Saban Elaltinteri (42) und sein Sohn Mehmet Elaltinteri in Esenler (Istanbul) getötet wurden.
Hürriyet vom 16.10.2001
Verfassungsänderungen ratifiziert
Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer ratifizierte die Verfassungsänderungen bis auf die Änderung im Artikel 86 der Verfassung von 1982, der die Diäten der Abgeordneten betrifft. Das Parlament kann nun in 40 Tagen eine Neufassung erarbeiten, oder es kommt zu einem Referandum.
Cumhuriyet vom 16.10.2001
6-Monats Berichte des IHD
Hüsnü Öndül, der Vorsitzende des IHD gab Zahlen zu den ersten 6 Monaten dieses Jahres bekannt, die mit den Zahlen der vorhergegangenen Jahre verglichen wurden. So wurden im Jahre 2000 insgesamt 15.980 Personen festgenommen und 263 erhoben Foltervorwürfe Im Jahre 2001 wurden 21.812 in den ersten 6 Monaten festgenommen, von denen 435 Foltervorwürfe erhoben. Öndül machte darauf aufmerksam, daß diese Zahlen nicht das wirkliche Ausmaß der Folter wiedergeben. Zur Meinungsfreiheit sagte er, daß in den ersten 6 Monaten des Jahres 1999 Haftstrafen in Höhe von 372,5 Jahren Haft beantragt wurden, im Jahre 2000 waren es 813 Jahre, 8 Monate und in den ersten 6 Monaten des Jahres 2001 beantragten die Staatsanwälte Haftstrafen in Höhe von 3.125 Jahren und 4 Monaten gegen 1.519 Personen, die unliebsame Meinungen vertreten hatten.
Yedinci Gündem vom 18.10.2001
Tote bei Razzia
Am 17. Oktober wollte die Polizei ein Haus in Silvan (Diyarbakir) stürmen, in dem sich angeblich PKK Mitglieder aufhielten. Es soll dabei zu einem Feuergefecht gekommen sein, bei dem ein Polizist verletzt wurde. Der Supergouverneur gab bekannt, daß 3 PKK Militante getötet wurden. Eine der Getöteten wurde als die Tochter des Hausbesitzers benannt: Gurbet Kiliç (18). Ein anderer soll den Namen Necdet Demirkandan haben und der dritte sei aus Syrien. Nach der Operationen wurden u.a. Murat Kiliç, Kübra Kiliç, Ibrahim Kiliç, Zozan Kiliç, Baris Kiliç, Remziye Kiliç, Resit Kiliç, Soner Kiliç, Mehdi Kiliç, Yasemin Kiliç, Ali Kiliç, Mehmet Kiliç, Sadiye Kiliç, Songül Kiliç, M. Emin Kiliç, Ferih Kiliç, Kamil Kiliç, Adil Kiliç, Adil Kiliç, Çetin Kiliç, Cemal Kiliç und Mevlüt Kiliç festgenommen.
TIHV vom 19.10.2001
Weiteres Todesopfer durch Hungerstreik
Am 18. Oktober starb Ali Ekber Baris (30), der nach der Operation vo Dezember 2000 vom Spezialgefängnis in Gebze in das F-Typ Gefängnis in Kandira verlegt worden war. Er starb im Staatskrankenhaus von Izmit, in das er vor 2 Wochen eingeliefert worden war. Baris verbüßte eine Haftstrafe als Angehöriger der KP-IÖ (im Aufbau) und befand sich am Tag 170 seiner Aktion. Der in Mazgirt (Tunceli) geborene Mann war verheiratet mit einem Kind. Die Zahl der Todesopfer durch den Hungerstreik, der vor genau einem Jahr begann, hat sich damit auf 41 erhöht.
Evrensel vom 19.10.2001
Schüsse an der Grenze
An der Grenze zum Iran wurde der Afghane Zahrullah bin Nurallah (19) angeschossen, als er mit weiteren Flüchtlingen die Grenze überqueren wollte. Zu den anderen Flüchtlingen hieß es, daß sie entweder festgenommen wurden oder aber in den Iran zurückgingen.
Cumhuriyet vom 19.10.2001
Yeziden versuchen zurückzukehren
Yeziden aus dem Dorf Yolveren im Kreis Besiri von Batman haben Klage gegen Dorfschützer erhoben, die ihr Land nach der Flucht im Jahre 1993 besetzt halten. Das Justizgericht von Batman befaßte sich nun mit der Klage der in Deutschland lebenden Yeziden, vertagte sich aber auf den 21. November um einen weiteren Ortstermin durchzuführen.