Wochenbericht 40/2001

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Wochenbericht 39/2001 - Übersicht Wochenberichte 2001 - Wochenbericht 41/2001

TIHV vom 01.10.2001
Schäfer erschossen

Am 19. September wurde der taubstumme Schäfer Hasim Beyazgül (25) von Soldaten in der Nähe des Dorfes Yüksel im Kreis Baskale (Van) erschossen. Verwandte von wandten sich an den IHD und sagten, daß die Soldaten bei einer Operation gegen Schmuggler auf ihn geschossen hätten. Dies sei auch durch die Dorfbewohner Bülent Çeri, Dastan Çeri, Abdülselam Çeri und Medeni Çakir bezeugt worden.

Cumhuriyet vom 29.09.2001
Dorfbewohner als “Terroristen” erschossen

Der IHD gab bekannt, daß Halit Aslan (62) and Ebuzeyt Aslan aus dem Dorf Yesilöz im Kreis Beytüssebap (Sirnak) von den Sicherheitskräften am 7. September erschossen wurden. Der Super-Gouverneur habe am 14. September in einer Erklärung behauptet, daß es sich um Militante der PKK handele. Es wurde auch der Vorwurf erhoben, daß die Leichen der Familie aus angeblichen Sicherheitsgründen nicht übergeben wurden.

Zaman vom 29.09.2001
TIKKO Militante Getötet

Es wurde bekannt gegeben, daß die beiden Militanten der TIKKO, die im Kreis Almus (Tokat) erschossen wurden, Cihan Findik und Mehmet Sahin heissen.

Evrensel vom 02.10.2001
Schläge im Knast

Der Anwalt Kazim Bayraktar berichtete über seinen Mandanten Murat Günes, daß er im F-Typ Gefängnis von Sincan so arg geschlagen wurde, daß seine Membrane beschädigt wurde. Als er nach der Beschwerde vom 8. Juni am 4. September zur Untersuchung gebracht werden sollte, wurde er erneut geschlagen. Die Gerichtsmedizin soll ihn auch nur oberflächlich untersucht haben. Der Anwalt kündigte an, daß er eine weitere Anzeige erstatten werde.

Evrensel vom 04.10.2001
Tod im Gefängnis

Der Gefangene Mustafa Coskun verstarb am 2. Oktober im Numune Krankenhaus von Ankara. Der 31-jährige Mustafa Coskun war 1999 als vermeintliches Mitglied der TKP/ML verhaftet worden, nachdem er etliche Jahre für die Zeitschriften „Partizanin Sesi“ und Halkin Günlügü“ gearbeitet hatte. Er wurde später wegen Mitgliedschaft verurteilt. Er litt an Kehlkrebs und verstarb aufgrund von Komplikationen bei einer Magenspiegelung.

Cumhuriyet/Evrensel vom 04.10.2001
Überfall auf die Gefängnisse

Am 2. Oktober setzte das Strafgericht von Eyüp die Verhandlung gegen 167 Gefangene fort, die zur Zeit der Überfälle auf die Gefängnisse vom Dezember 2000 im Gefängnis Bayrampasa gesessen hatten. Die Gefangenen Nursel Demirdövücü, Meside Pehlivan, Münevver Köz, Gülderen Baran, Sakina Altin, Birsen Kars, Filiz Gencer, Funda Davran, Hülya Gülcan, Münire Demirel und Fatma Yildirim waren vom Gefängnis Bakirköy zum Gericht gebracht worden. Sie sagten, daß sie dei Angeklageschrift noch nicht erhalten hätten und deshalb sich nicht zur Sache äussern würden. Der Angeklagte Fazil Ahmet Tamer (nicht mehr in Haft) sagte, daß er sich auch nicht äussern werde, weil die Verhandlung nicht öffentlich sei (Besucher warteten draussen). Als die Gefangenen eine Erklärung verlesen wollten, griff die Gendarmerie ein und entfernte die Angeklagten unter Schlägen aus dem Saal. Münire Demirel wurde dabei so schwer verletzt, daß sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die Verhandlung wurde auf den 4. Februar vertagt. Ausserhabl des Gerichtssaals wurden vier Personen festgenommen, als sie ein Spruchband entfalten wollten.

Evrensel vom 04.10.2001
Buch eingestampft

Das Buch des kurdischen Schriftstellers Mehmed Uzun „Wie eine Sprache geschaffen wird“ wurde auf Anordnung des SSG Istanbul Nr. 6 verboten, da es „zu Haß und Feindschaft anstiften“ soll. Der Verleger Hasan Öztoprak sagte dazu, daß die gleichen Artikel schon einmal im Verlag „Belge“ veröffentlicht wurden und nicht beanstandet worden seien.

Akit/Evresnel vom 05.10.2001
Urteile gegen Autoren bestätigt

In zwei getrennten Verfahren hat der Kassationsgerichtshof Urteile gegen Autoren bestätigt. Emine Senlikoglu war wegen einer Rede im Fernsehsender Klas TV (Antalya) vom 15. Mail 2000 zu einer Strafe von 20 Monaten Haft verrurteilt worden. Der Chefredakteur der Zeitschrift „Özgürlük Dünyasi“, Sedat Imza, war zu einer Geldstrafe von 2,4 Milliarden TL verurteilt worden. Beide Urteile erfolgten nach § 312 TSG.