Wochenbericht 32/2008

Aus DTF

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wochenbericht 31/2008 - Übersicht Wochenberichte 2008 - Wochenbericht 33/2008

Inhaltsverzeichnis

Ungeklärte Todesfälle

Gündem, 02.08.2008
Außergerichtliche Hinrichtungen im Kreis Yüksekova
Am Morgen des 2. August wurden im Kreis Yüksekova der Provinz Hakkari drei Leichen gefunden, deren Köpfe abgetrennt waren. Es wird berichtet, dass zwei der Leichen von Sultan und Davut Tuna sind. Die dritte Leiche wurde noch nicht identifiziert.

ntvmsnbc.com, 06.08.2008
Außergerichtliche Hinrichtung in der Provinz Istanbul
Am 5. August wurden in einem Brunnen im Kreis Kartal (Provinz Istanbul) drei Leichen gefunden. Die Leichen waren teilweise zersetzt. Ein Papier, auf dem der Name "Yasar Mizik" geschrieben stand, wurde auf einer der Leichen gefunden

ANF, 06.08.2008
Mord durch unbekannte Täter im Kreis Baskale (Provinz Van)
Am 6. August wurde im Kreis Baskale in der Provinz Van die Leiche eines etwa 30 jährigen Mannes gefunden.

Festnahmen und Haftbefehle

Kerim Acar Süleymanoglu und Hikmet Ataman wurden bei einer Razzia in dem Dorf Ilicak im Kreis Beytüssebap (Provinz Sirnak) mit der Begründung festgenommen, sie hätten eine "illegale Organisation unterstützt". (Gündem, 04.08.2008)

Gündem, 07.08.2008 Sieben von dreizehn Personen, die an der Kampagne "ich sage auch geehrter Öcalan" teilnahmen und der Staatsanwaltschaft Birecik eine Petition übergaben, wurden am 7. August auf Anordnung des Staatsanwaltes des Kreises Birecik in der Provinz Sanliurfa festgenommen.

Folter und Misshandlung

Milliyet, 05.08.2008
Misshandlung in Polizeihaft in Sivasli (Usak)
Nurten Peker (32), ihre Schwester Ayten Peker (19) und ihre Freunde S.D. (16) und A.K. (15) zeigten Polizisten an, weil sie von ihnen am 3. August beim Sicherheitsdirektorat des Kreises Sivasli in der Provinz Usak brutal geschlagen worden seien. Sie waren zum Sicherheitsdirektorat gegangen, um sich über zwei Polizisten zu beschweren, von denen sie beschimpft wurden, als sie nach ihren Identitätspapieren gefragt worden waren.

Gündem, 07.08.2008
Folter in Polizeihaft in Malazgirt
Es wurde berichtet, dass zwölf Personen, die nach dem Raketenangriff der HPG auf das Sicherheitsdirektorat Malazgirt am 6. Dezember bei Wohnungsrazzien festgenommen worden waren, in Polizeihaft gefoltert wurden. Nedim Alkan, der Vorsitzende der Partei der Demokratischen Gesellschaft (DTP) im Bezirk Malazgirt , wurde ins Krankenhaus gebracht, nachdem er in Polizeihaft geschlagen worden war. Er berichtete, dass er beleidigt wurde und Sicherheitskräfte zwischen seine Beine schossen.

Gefängnisse

Gündem, 01.08.2008
Disziplinarstrafe wegen Petitionen für ROJ-TV
Die Verwaltung des F-Typ-Gefängnisses Tekirdag verurteilte 56 Gefangene zu 15 Tagen Isolationshaft, weil sie wegen des Verbots der Sendungen von ROJ-TV eine Petition an das Deutsche Konsulat in Istanbul geschickt haben.

Milliyet, 04.08.2008
Tod aufgrund eines Herzanfalls
Sükrü Ege (44) starb im Kiriklar F-Typ-Gefängnis Nr. 1 bei Izmir am 4. August infolge eines Herzanfalls.

Yeniozgurpolitika.com, 05.08.2008
Selbstmord von U-Häftling in Psychiatrie
Am 2. August beging Abdullah Ekinci (24), ein U-Häftling im E-Typ-Gefängnis Tekirdag, in seiner 6. Haftwoche im Psychiatrischen Krankenhaus Bakirköy Selbstmord. Sein Vater, Mustafa Ekinci, berichtete, dass sein Sohn behauptet hatte, dass sein Leben in Gefahr sei.

Bianet.org, 06.08.2008
Folter im Metris-Gefängnis (Istanbul)
Die acht Personen, die im Rahmen der Ermittlungen zu dem Bombenanschlag am 28. Juli in Güngören, bei dem 18 Personen getötet und 154 Personen verletzt worden waren, unter der Beschuldigung der "Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation" inhaftiert worden waren, wurden im Metris-Gefängnis von Gendarmen und Wärtern gefoltert.

ANF, 07.08.2008
Selbstmord im Gefängnis
Es wird behauptet, dass Mustafa Leventcanli (22), der zu einer Haftstrafe von drei Monaten verurteilt worden war, weil er beim Militär den Befehlen seines Vorgesetzten nicht gehorcht hatte, und die Strafe im Offenen Gefängnis Adana verbüßte, Selbstmord beging, indem er sich im Bad mit einem Schlauch erhängte.

Gerichtsverfahren

ntvmsnbc.com, 01.08.2008
Verfahren gegen Studenten eingestellt
Am 1. August beschloss die Oberstaatsanwaltschaft von Beyoglu (Istanbul), das Verfahren gegen die Studenten Canan Bezirgan und Kevser Cakir wegen "Beleidigung des Ansehens Atatürks" (Gesetz Nr. 5816) einzustellen, das gegen sie eingeleitet worden war, weil sie in einem TV-Programm geäußert hatten: "Ich liebe Atatürk nicht, ich liebe Chomeini".

ANF, 01.08.2008
Verurteilung wegen Slogans
Die 2. Große Strafkammer in Erzurum verurteilte Abdullah Kocak (27) wegen Rufens des Slogans "Biji Serhok Apo" [Lang lebe Führer Apo (gebräuchliche Abkürzung für Abdullah Öcalan)] am 20. März 2008 bei den Newrozfeiern im Kreis Tekman in der Provinz Erzurum unter der Anklage "Propaganda für eine illegale Organisation" nach Artikel 7/2 des Anti-Terror-Gesetzes zu einer Haftstrafe von 10 Monaten.

Gündem, 02.08.2008
DTP-Mitglieder zu Haftstrafen verurteilt
Die 1. Kammer des Strafgerichts in Sanliurfa verurteilte wegen "Lobens einer Straftat und eines Straftäters" (Artikel 215/1 TStG) den ehemaligen Vorsitzenden der DTP in der Provinz Urfa, Mustafa Demir, zu vier Monaten und den DTP-Vorsitzenden des Kreises Beytüssebap zu 25 Tagen Haftstrafe, weil sie in einer öffentlichen Erklärung am 11. März 2007 "sayin Öcalan" (geehrter Öcalan) gesagt hatten.

Radikal, 06.08.2008
Verfahren gegen Zeitung Radikal
Das Sicherheitsdirektorat Istanbul erstattete Anzeige gegen die Tageszeitung Radikal wegen der Überschrift eines Berichtes zu Fotos des Mörders von Hrant Dink, Ogün Samast, "Empfanden Sie keine Scham?" vom 5. August 2008. Radikal wird beschuldigt, die Sicherheitskräfte beleidigt zu haben. Die Zeitung hatte herausgefunden, dass es neue Fotos des lächelnden Mörders gibt, die im Sicherheitsdirektorat Istanbul aufgenommen worden waren.

Milliyet, 06.08.2008
Verurteilung wegen "geehrter Öcalan"
Die 8. Kammer des Strafgerichtes in Adana verurteilte 21 von 22 Angeklagte zu jeweils einem Monat Haftstrafe. Sie hatten bei einer öffentlichen Erklärung der Gefangenenhilfsorganisation TAYAD in der Provinz Adana am 25. Januar 2003 "geehrter Öcalan" gesagt und waren wegen ""Lobens einer Straftat und eines Straftäters" nach Artikel 215/1 TStG angeklagt worden.

Operationen und Kampfhandlungen im Südosten

Bei einem Kampf zwischen Dorfschützern und den Volksverteidigungskräfte (HPG), dem bewaffneten Flügel der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in der Bestler Region in der Provinz Sirnak wurden am 2. August fünf Dorfschützer getötet. Bei Operationen nach dem Vorfall wurden am 3. August 8 Militante getötet. (ntvmsnbc.com, 02.08.2008; Zaman, 03.08.2008)

Am 1. August wurden bei einer Operation der türkischen Sicherheitskräfte im Kreis Ovacik in der Provinz Tunceli zwei HPG-Militante getötet. (Milliyet, 02.08.2008)

Bei einem Raketenangriff HPG-Militanter in der Nacht des 6. August auf das Sicherheitsdirektorat im Kreis Malazgirt in der Provinz wurde ein Polizist getötet und drei wurden verletzt. (ntvmsnbc.com, 07.08.2008)

In der Nacht des 5. August verübte die HPG im Kreis Refahiye in der Provinz Erzinan einen Anschlag auf die Öl-Pipeline Baku-Tiflis-Ceyhan. (Star, 06.08.2008)

Minen/ Explosionen

Drei Personen wurden bei drei aufeinanderfolgenden Explosionen im Bezirk Üsküdar in der Provinz Istanbul verletzt. (ntvmsnbc.com, 07.08.2008)

Zusätzliche Berichte des Demokratischen Türkeiforums

Spiegel, 09.08.2008
Mord an Schwulem in Istanbul
Ahmet Y., Student und schrieb vor drei Monaten einen Beitrag für das türkische Schwulenmagazin "Beargi" über sein "Coming out". Er schrieb, dass danach das Verhältnis zu seiner Familie gestört war. Sein Vater habe ihn zum Arzt bringen wollen, um ihn von dieser Krankheit zu heilen. Verwandte versuchten, ihn telefonisch zu überzeugen, eine Frau zu heiraten. Am 15. Juli wurde er in seinem Wohnort Üsküdar auf offener Strasse aus einem vorbeifahrenden Wagen erschossen. Sein Lebensgefährte, der deutscher Staatsbürger ist, geht von Ehrenmord durch die Familie aus. Eine Woche vor seinem Tod habe Ahmet Y. eine E-Mail von einem Onkel erhalten, in der ihm gedroht worden sei: "Du wirst mit dem Leben bezahlen, wenn du nicht normal wirst."