Wochenbericht 24/2001

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Wochenbericht 23/2001 - Übersicht Wochenberichte 2001 - Wochenbericht 25/2001

Evrensel vom 10.06.2001
Geldstrafe für Journalisten

Bülent Ufuk Ates, der Besitzer der Lokalzeitung „Cinar“ in Mersin, wurde zu einer Geldstrafe von 213 Millionen TL verurteilt, weil in der Zeitung eine Anzeige von TAYAD erschienen war und dies dem Verbot solcher Nachrichten durch das SSG Istanbul zuwiederlaufe. Die Ausgabe vom 23. März war konfisziert worden und das Strafgericht Nr. 1 von Mersin sprach die Verurteilung aus.

Evrensel vom 10.06.2001
Festnahmen beim Fußballturnier

Bei einem Fußballturnier, daß die Jugendabteilung der HADEP in Adana unter dem Motto „Für Frieden und Brüderlichkeit“ organisierte, wurden 95 Fußballer und 23 Zuschauer festgenommen.

Evrensel vom 12.06.2001
Klage gegen TTB abgewiesen

Am 11. Juni fand eine weitere Verhandlung gegen den Vorstand der türkischen Ärztekammer (TTB) vor dem 15. Justizgericht in Ankara statt. Der Staatsanwalt plädierte auf Amtsenthebung, da der Vorstand in einer Presseerklärung vom 22.12.2000 über die Ziele der Organisation hinausgegangen sei und daneben noch den Justizminister beleidigt habe. Die Angeklagten führten aus, daß sie lediglich soziales Engagement gezeigt hätten. Am Schluß der Sitzung erklärte das Gericht, den Fall für erledigt und wies den Antrag auf Amtsenthebung zurück.

Cumhuriyet vom 12.06.2001
Fußballer aus der Haft entlassen

In Adana wurden die 117 Personen, die im Verlaufe eines von der HADEP organisierten Fußballturnieres festgenommen worden waren, aus der Haft entlassen. Sie müssen allerdings mit einer Anklage wegen „Gründung einer alternativen Fußballigae, Propaganda und Werbung von Mitgliedern für eine illegale Organisation rechnen.

Cumhuriyet vom 13.06.2001
Mehmet Dilsiz vor Gericht

Vor dem SSG Diyarbakir begann das Verfahren gegen Mehmet Dilsiz, den Vorsitzenden der HADEP in Cizre (Sirnak). Zusammen mit dem Vorstandsmitglied Muhsin Gasir ist er wegen „organisiertem Drogenhandel“ angeklagt. In der Verhandlung äusserte der Staatsanwalt die Ansicht, daß die Anklage von „Handel“ in „Konsum“ umgewandelt werden könne und daher der Angeklagte aus der Haft entlassen werden könne. Das Gericht folgte diesem Antrag. Mehmet Dilsiz war am 7. April verhaftet worden.

Radikal vom 13.06.2001
LKW fuhr auf Mine: 3 Tote

Auf der Strecke zum Dorf Derebasi im Kreis Silopi (Sirnak) fuhr ein LKW mit Landarbeitern auf eine Mine. Dabei starben Remzi Eren, Bedirhan Aydinlik und der Fahrer Fethullah Çigdem. Metin Çigdem, Semdin Çigdem, Cihan Çigdem, Sahabettin Çigdem und Celalettin Çigdem wurden verletzt und ins Staatskrankenhaus Cizre gebracht.

TIHV vom 14.06.2001
Bericht des IHD Diyarbakir
Der IHD Diyarbakir hat seinen Bericht für den Monat Mai herausgegeben. Darin wurde gesagt, daß sich die gewalttätigen Akte erheblich gesteigert haben und 23 Personen bei sogenannten bewaffneten Auseinandersetzungen ums Leben kamen. Des weiteren kam es zu 2 Morden von unerkannten Tätern. 111 Personen wurden festgenommen und 39 Personen wandten sich den Verein mit Vorwürfen von Folter. Für insgesamt 47 Zeitungen und Zeitschriften ist die Einfuhr und der Vertrieb in die Region unter Ausnahmezustand nach wie vor verboten.

TIHV vom 15.06.2001
HADEP'ler vor Gericht

Vor dem SSG Van ging das Verfahren gegen Vorstandsmitglieder der HADEP wegen einer Neujahrsveranstaltung weiter. Zuschauer wurden nicht zugelassen und die Polizei schlug Beobachter im Garten des Gerichts. Der HADEP Offizielle Ahmet Seker wurde festgenommen. In diesem Verfahren sind Ferhat Yegin, Irfan Kaval, Nezahat Ergünes, Riza Taslitepe, Azat Simsek, Tekin Topçuoglu, Remziye Umar, Memduh Dalga (alle U-Haft), Hasan Güven, Naci Çakirgöz, Rifat Kaya, Ali Sivip, Nezir Öcek und Ahmet Ertas nach § 169 TSG angeklagt. Das Verfahren wurde auf den 9. August vertagt.

Evrensel vom 15.06.2001
IHD Diyarbakir zur Minenexplosion

Der IHD Diyarbakir hat einen Bericht über die Minenexplosion in der Nähe des Dorfes Derebasi im Kreis Silopi (Sirnak) veröffentlicht. Zu dem Vorfall vom 12. Juni heisst es, daß die Gendarmeriestation Botas ganz in der Nähe liegt und die Strecke zuvor ohne Probleme befahren werden konnte. Aus den Gesprächen mit den verletzten Dorfbewohner habe sich ergeben, daß das Dorf in den Jahren 1992-1993 entvölkert worden sei und es den Dorfbewohner danach nur mit Genehmigung gestattet war, das Dorf tagsüber auszusuchen. Des weiteren seien Rettungswagen erst nach 2 Stunden eingetroffen, obwohl die Kreisstadt nur 10 Kilometer entfernt sei. Von offizieller Seite war behauptet worden, daß die Minen von der PKK gelegt worden seien.