Wochenbericht 11/2001

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Wochenbericht 09/2001 - Übersicht Wochenberichte 2001 - Wochenbericht 12/2001

Yeni Gündem vom 12.03.2001
Student tot aufgefunden

Die Leiche von Nevaf Bakir, Schüler am Gymnasium in Mardin, der am 12. Februar „verschwunden“ war, wurde in der Nähe von Mardin gefunden. Nach offizieller Darstellung hat er Selbstmord begangen. Die Familie aber, der der Autospiebericht nicht ausgehändigt wurde, sagte, daß die Leiche Spuren von Schlägen am Hals und Kopf aufwies.

Yeni Gündem vom 5-9.03.2001
Die „Verschwundenen“ von Silopi

Am 4. März wurde Suayip Tanis, der Vater von Serdar Tanis, der zusammen mit Ebubekir Deniz, Parteifreund aus der HADEP, seit dem 25. Januar „verschwunden“ ist, festgenommen und zu einem Brief verhört, den ein LKW-Fahrer angeblich aus dem Nordirak mitbrachte. Der an die Familie andres¬sierte Brief soll von einem Zentralkomitee der PKK stammen. Darin wird behauptet, daß beide Männer in einem PKK-Lager im Nordirak seien und in nächste Zeit zu ihren Familien zurückkehren würden. Am 6. März wurde Suayip Tanis und der LKW-Fahrer Ibrahim Bahsis wieder freigelassen. Die PKK hat die Existenz eines solchen Briefes dementiert und darauf aufmerk¬sam gemacht, daß die Partei nicht mehr von einem Zentralkomitee sondern von einem Präsidialrat geführt wird.

Zaman vom 12.03.2001
Innenminister beantwortet Anfrage zu ungeklärten Morden

Innenminister Sadettin Tantan hat eine parlamentarische Anfrage der FP-Abgeordneten für Istanbul, Nazli Ilicak zu „Operationen gegen Hizbullah und Morde durch unerkannte Personen“ beantwortet. In der Antwort wird gesagt, daß es zwischen 1987 und 2000 insgesamt 1.991 politische Morde in Gebieten unter Zuständigkeit der Polizei (die Städte) gegeben hat. Von diesen Morden seien 639 bislang ungeklärt, in 114 Fällen seien die Täter auf der Flucht und 1.238 Morde konnten aufgeklärt werden und die Mörder wurden inhaftiert. In der Zeit von 1996 und 2000 seien 426 Beschwerden wegen „Verschwindens“ eingegangen. In 46 Fällen habe eine Leiche gefunden werden können, 90 wurden lebend „gefunden“ und 18 der „Verschwundenen“ seien im Gefängnis „aufgespürt“ worden. In Bezug auf 272 Fälle habe die Information nicht ausgereicht, um sie aufzuklären. Bei den Operationen gegen die Hizbullah seien seit dem 17.01.2000 die Leichen von 24 Personen gefunden worden, die als „vermisst“ gemeldet worden waren. Vier Personen habe man lebend retten können. Einer der „Vermissten“ sei in Wirklichkeit ein Militanter der Hizbullah und deswegen in Haft.

Evrensel vom 12.03.2001
Schwere Vorwürfe von Gülmisal Basar

Gülmisal Basar, die Schwester von Eyüphan Basar (35), der sich am 17. Februar im Gefängnis vom Typ F in Edirne selber in Brand setzte, hat Vor¬würfe von Vergewaltigung und mangelnder medizinischer Betreuung erhoben. Eyüphan Basar war 1994 verhaftet und als Angehöriger von TIKKO zu 12,5 Jahren Haft verurteilt worden. Seine Gesundheit hatte sich nach einem Hungerstreik 1996 stark verschlechtert, so daß er eine Zeitlang in der Nervenklinik in Bakirköy behandelt werden mußte. Nach dem Einsatz gegen die politischen Gefangenen, die am 19. Dezember 2000 starteten, mußte er erneut für 2 Monate behandelt werden. Laut Gülmisal Basar wurde er ins Gefängnis nach Edirne gebracht, noch bevor er genesen war. Bei seiner Ankunft wehrte er sich gegen eine Leibesvisite, bei der er sich vollkom¬men ausziehen sollte. Deshalb soll er mit einem Polizeiknüppel vergewal¬tigt worden sein. Die Schwester fragte Eyüphan Basar auch nach dem Vor¬fall mit der Selbstverbrennung. Ers sagte darauf, daß er Halil Türkler (der sich im Gefängnis Ulucanlar in Brand setzte) und die 6 Frauen gese¬hen habe, die im Gefängnis Bayrampasa verbrannten. Sie hätten getanzt und ihn aufgefordert, mitzumachen. Er habe gedacht, daß er wieder gehen könne, wenn er sich in Brand setzte. Gülmisal Basar befürchtete, daß ihr Bruder sich jederzeit wieder in Brand setzen könne.

Yeni Gündem/Evrensel vom 14.03.2001
Todesfasten in Izmir

Das Überwachungskomitee für Gefängnisse in der Anwaltskammer Izmir hat einen Bericht herausgegeben, in dem auf die Gesundheit von 10 Häftlingen eingegangen wird, die sich im Staatskrankenhaus Yesilyurt befinden. Sie haben alle viel an Gewicht verloren und leider unter Symptomen wie Gleichgewichtsstörungen, See- und Hörbeschwerden und Schmerzen verschie¬dener Organe. Folgende Häftlinge sind betroffen. Ayse Eren, Berna Ünsal Saygili, Nazan Yilmaz, Abdullah Bozdag, Celal Alpay, Mesut Avci, Serhat Karadumanli, Hanim Harman, Ümit Kanli, und Baris Yildirim.

Aksam vom 15.03.2001
Operationen gegen Hizbullah

Die Polizei gab die Festnahme von Mithat Yilmaz bekannt, der im Namen der Hizbullah mehr als 20 Morde begangen haben soll. Er soll letzte Woche in Antalya festgenommen, dann nach Ankara gebracht und dort mit 3 weiteren Verdächtigen verhört worden sein. Während die anderen 3 Personen vom SSG Ankara wieder freigelassen wurden, wurde Mithat Yilmaz nach Diyarbakir zu weiteren Verhören geschickt. In Diyarbakir verlautete, daß in den letzten 2 Monaten 139 Operationen gegen die Organisation durchgeführt wurden, bei denen 373 Verdächtige festgenommara wurden. Von ihnen wurden 191 in U-Haft genommen. Seit 1992 gab es 2.177 Operationen gegen Hizbullah im Gebiet unter Ausnahmezustand. Von den festgenommenen 7.511 Personen kamen 3.243 in U-Haft.

Radikal vom 16.03.2001
Tod in Aydin

Bei Hausdurchsuchungen der Polizei in der Nähe des E-Typ Gefängnisses in Aydin kam es zum Tod von Resul Aydemir (29). Der verheiratete Mann mit 3 Kindern fragte die Polizisten nach einem Durchsuchungsbefehl. Daraufhin kam es zu einem Streit, in dessen Verlauf Resul Aydemir zu Boden fiel und ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Das Ergebnis einer ersten Autopsie wurde nicht gekannt gegeben, Eine weitere soll in der Universi¬tät in Izmir durchgeführt werden. Unterdessen behauptete der Gouverneur von Aydin, daß Resul Aydemir Probleme mit dem Herzen gehabt habe.