Straßenkinder
| Datum | 041115 |
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| Sprache | Deutsch |
Radikal vom 15.11.2004
Straßenkinder
50 (von 81) Gouverneuren haben einer Kommission des Parlaments Informationen über die Situation von Kindern, die auf der Straße leben (arbeiten), gegeben. Demnach sind die meisten Kinder in Provinzen wie Istanbul, Diyarbakir und Antalya zu finden, wo es viele Binnenflüchtlinge gibt. In Artvin wiederum, das einen hohen Prozentsatz von Alphabeten aufweist, ist keine Person unter 18 Jahren auf der Straße. Die Staatsministerin Güldal Aksit gab an, dass insgesamt 40.000 Kinder auf der Straße leben und bei 635.000 Kindern die Gefahr besteht, dass sie ein Leben auf der Straße beginnen. Die Informationen aus den Provinzen im Einzelnen:
In Adana gibt es ein Jugend- und Rehabilitationszentrum, aber die Zahl der Sozialpädagogen ist unzureichend. Das Zentrum hat 2.384 Personen erreicht und konnte 237 von ihnen helfen, indem es Kontakt zur Familie herstellte, für die Gesundheit oder Ausbildung sorgte. Für Drogenabhängige gibt es kein Zentrum.
In Ankara gibt es ein Zentrum für Straßenkinder und ausreichend Sozialpädagogen. Das Zentrum erreichte 2.282 und konnte 29 Mädchen, 80 Jungen und 3 Drogenabhängige wieder der Familie übergeben.
In Antalya gibt es zwei Zentren für Straßenkinder und Jugendliche. Es gibt eine Reihe von Projekten wie die Erste Hilfe Station oder das Dorf der Liebe. Auch die Polizei und Gendarmerie sind sensible. Zwischen Januar und Juli 2003 wurden 1.497 Kinder bei der Kinderabteilung der Polizei vorgeführt. Von ihnen wurden 59 in U-Haft genommen; 548 wurden einer Einrichtungen und 897 ihrer Familie übergeben. Unter ihnen waren 53 Drogenabhängige.
An die 20.000 Straßenkinder leben vorwiegend im Stadtzentrum von Diyarbakir. Viele von ihnen sind aus Mus, Bingöl, Batman oder Siirt. In den Kinder- und Jugendzentren wurden im Jahre 2001 insgesamt 9.523 Kinder, im Jahre 2002 19.286 Kinder, im Jahre 2003 23.872 versorgt. Es gibt 8.875 Kinder, die arbeiten und gleichzeitig zur Schule gehen.
In Istanbul gibt es ausreichend Zentren für sozialen Dienst. Das Straßenkinder- und Jugendzentrum erreicht 789 Kinder. 33,1% von ihnen waren wegen Gewalt in der Familie auf der Straße gelandet, bei 27,6% hatte sich die Familie aufgelöst und in 16,3% der Fälle ging es um Arbeiten auf der Straße.
Obwohl in Bingöl keine Binnenflüchtlinge leben, gibt es viele Straßenkinder. Die Kinderabteilung der Polizei erreichte 450 Kinder unter 18 Jahren, von denen 36 alkoholabhängig, 50 nikotinsüchtig, 16 snifften und 5 Drogen nahmen.
In Elazig und Malatya arbeiten 600 Kinder auf der Straße. Sie kommen vorwiegend aus den Nachbarprovinzen.