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Meldungen im März 2010Aus DTFDie folgenden Nachrichten wurden im März 2010 vom DTF erfasst (übersetzt). Für externe Links wird keine Verantwortung bezüglich des Inhalts und der Dauerhaftigkeit übernommen. StatistikenGündem und IHD vom 22.03.2010 Der Bericht für den Zeitraum vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2009 wurde aus den Beschwerden, die bei der Zentrale und 28 Zweigstellen des Menschenrechtsvereins IHD eingingen, sowie durch Auswertung von Presseberichten zusammen gestellt. In diesem Zeitraum starben 24 Menschen im Gefängnis; 49 Gefangene wurden wegen schwerer Krankheit entlassen. Befanden sich Ende 2008 103.235 Menschen im Gefängnis (58.028 in U-Haft und 45.207 in Strafhaft), so waren es Ende 118.000 und Ende Februar 2010 nach den Angaben des Justizministeriums 118.929 (58.331 in Strafhaft und 60.598 in U-Haft). Darunter sind knapp 3.000 Minderjährige. Die Zahlen im Einzelnen:
DiskriminierungBianet vom 08.03.2010 In einem Interview mit Faruk Bildirici von der Tageszeitung Hürriyet (Text des Interviews in Hürriyet vom 07.03.2010) sagte die für Frauen und Familien zuständige Staatsministerin Selma Aliye Kavaf u.a.:
Es ist schon 40 Jahre her, dass Homosexualität nicht mehr als Defekt oder Krankheit bezeichnet wird. Als die Kammerversammlung des militärischen Kassationshofs im Urteil zum Totalverweigerer Mehmet Tarhan Homosexualität als psychosexuellen Defekt bezeichnete, erinnerte der stellvertretende Vorsitzende des Psychiatervereins in der Türkei (TPD), Cem Cimilli an entsprechende Beschlüsse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des amerikanischen Psychiatervereins (APA) aus den Jahren 1970 und 1973 und verglich Homosexualität mit einer Eigenschaft wie blonde Haare. Metin Bakkalcı vom Vorstand der Union der Ärztekammern der Türkei sagte, dass Homosexualität keine Frage der Medizin sei, da es hier um sexuelle Identität von ca. 15% der Bevölkerung gehe. KaosGL vom 12.03.2010 Mehmet Sevigen, Abgeordneter der CHP für Istanbul hat eine Anfrage an den Ministerpräsidenten Tayyip Erdoğan bezüglich der Äußerungen der Ministerin Kavaf gerichtet. Er stellte darin u.a. folgende Fragen:
Radikal vom 23.03.2010 Die Staatsministerin Selma Aliye Kavaf hat in Bezug auf ihre Äußerung, dass Homosexualität eine Krankheit sei, die behandelt werden müsse, Unterstützung von der Plattform Ruf zum Leben erhalten. Dieser Plattform gehören die Stiftung Humanitäre Hilfe, die Bewegung Mensch und Zivilisation, die Stiftung menschliche Werte und Geisteskrankheit, die Stiftung der Vereinigungen von Freiwilligen in der Türkei, der Zivilisationsverein, Önder und Mazlum Der an. An die 50 Frauen kamen zur Großen Poststelle in Sirkeci (Istanbul), um in Briefen an die Ministerin ihre Solidarität mit ihr zum Ausdruck zu bringen. Der Text des Briefes wurde von Asiye Dilipak verlesen, In dem Brief stand u.a., dass alle monotheistischen Religionen Homosexualität als eine unmoralische Haltung und als Sünde ansehen. In vielen islamischen Ländern sei Homosexualität verboten. Wenn sie als eine sexuelle Neigung angesehen werde, würde dies zur Auslöschung des Menschengeschlechts führen. Nach der Äußerung der Staatsministerin war es im In- und Ausland zu Protesten gekommen. Die Vorsitzenden in der Helsinki Kommission des Kongresses in den USA, Senator Benjamin Cardin und Alcee Hastings hatten sich öffentlich dazu geäußert und auch der Gesundheitsminister Recep Akdağ sowie die AKP Abgeordnete Nursuna Memecan waren auf Distanz gegangen. |