Drei Tote in Haft

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QUELLE: TIHV

Datum 070622
Sprache Deutsch

In einer Presseerklärung hat die Menschenrechtsstiftung (TIHV) auf 3 Tode in Haft in den letzten 2 Wochen aufmerksam gemacht. Es heißt in der Erklärung u.a.:

Seitdem Änderungen am Gesetz zu Pflichten und Kompetenzen der Polizei auf die Tagesordnung kamen, ist ein Anstieg an willkürlichen Festnahmen und Vorwürfen von Folter zu verzeichnen. Dazu zählen die 3 Todesfälle.

  • Hakki Cangi, der auf dem Polizeipräsidium Canakkale wegen Diebstahl verhört wurde, soll sich am 4. Junu erhängt haben.
  • Der unter dem gleichen Vorwurf auf der Polizeiwache Alsancak (Zmir) verhörte E.T. (26) soll sich am 6. Juni erhängt haben.
  • Mustafa Kükce wurde am 14. Juni in Sarigazi (Istanbul) mit Verdacht auf Raub festgenommen. Nach Verhören auf verschiedenen Polizeistationen wurde er ins Gefängnis Ümraniye gebracht. Kurz danach starb er. Sein Leichname wies Folterspuren auf, die von Angehörigen dokumentiert wurden.

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Offizielle Erklärungen von Selbstmord räumen den Verdacht der Folter nicht aus. Zudem ist der Staat für das Leben seiner Bürger verantwortlich. Die Vorfälle zeigen, dass die Regierung Abstand von seiner "Null Toleranz gegen Folter" genommen hat.

Wir sind besorgt, dass auch diese Fälle ungesühnt bleiben, so wie es kürzlich im Fälle des Todes von Semsettin Yavuzkaplan (16) auf der Gendarmeriestation Pirinclik (Diyarbakir) geschah, wo die Ermittlungen eingestellt wurden. Die Ermittlungen müssen nach dem Istanbuler Protokoll von unabhängigen Experten und Institutionen geführt werden. Die Menschenrechtsstiftung ist bereit, mit seinen Erfahrungen dazu beizutragen, dass Folter nicht unbestraft bleibt.