|
|
Die Schande des 12. SeptemberAus DTF
Die Junta und FolterDen Beginn der Serie machte ein Artikel unter dem Titel "Es ist an der Zeit, dass die Junta sich mit Folter auseinandersetzt" (zum Originalbericht). Die Berichte wurden von Mesut Hasan Benli verfasst. Eine der Todesfälle nach dem Putsch, von dem der Verein der 78er am 3. September 2010 im Schandenmuseum Dokumente zeigen wird, ist der Tod von Satılmış Şahin Dokuyucu. Er wurde am 15. März 1981 in Ankara als Mitglied von Devrimci Yol (Revolutionärer Weg) festgenommen. Am 18. März 1981 wurde der Familie gesagt, dass er aus dem 6. Stock des Polizeipräsidiums gesprungen sei. Der Militärstaatsanwalt fand niemand, der für den Tod verantwortlich sein sollte.[2] Die Leiche des Lehrers Zeynel Abidin Ceylan wies Spuren der Stromstöße auf, denen er ausgesetzt gewesen war. Der Folterer wurde einen Monat vor Verkündung des Urteils freigelassen und verschwand. Zeynel Abidin Ceylan wurde am 22. September 1980 in Ankara unter dem Verdacht, ein Spruchband mit Bombe aufgehängt zu haben, festgenommen. Das Verhör führte der Kommissar Mustafa Haskırış. Nach vier Tagen wurde Zeynel Abdidin Ceylan morgens tot in seiner Zelle aufgefunden. Als Todesursache wurde innere Blutungen angegeben. Gebrochene Rippen wurden ebenfalls festgestellt. Die Mutter Pelir Ceylan stellte in ihrer Strafanzeige fest: "Mein Sohn war Gymnasiallehrer. Er war 22 Jahre alt und gesund. Er wurde auf der Polizeidirektion unter Folter umgebracht." Die mit Zeynel Abidin Ceylan festgenommene Pakize Şimşek sagte vor Gericht: "Wir wurden vier Tage lang mit verbundenen Augen gehalten. Dann zeigten sie mir den toten Zeynel und sagten, wenn du nicht akzeptierst, dass du das Spruchband aufgehängt hat, wird es dir auch so ergehen."Das Militärgericht 1 der Kriegsrechtskommandantur führte ein Verfahren gegen Mustafa Haskırış unter dem Vorwurf, Tod durch Misshandlung herbeigeführt zu haben. Trotz eines Gutachtens wies Haskırış die Vorwürfe zurück. Er wurde einen Monat vor dem Urteil am 22. September 1981 aus der U-Haft entlassen. Sein Name tauchte 1997 im Rahmen organisierter Kriminalität als Unterstützer auf.[3] Im Falle des in Adana unter Folter getöteten Cafer Dağdoğan hieß es, dass er eine Treppe herunter gefallen war. Er wurde am 11. Dezember 1980 in Adana als vermeintliches Mitglied der TDKP/Halkın Kurtuluşu (Befreiung des Volkes) festgenommen. Auf der Polizeidirektion wurde der Familie am ersten Tag gesagt, er sei nicht da. Am zweiten Tag nahmen Polizisten Kleidung für ihn entgegen. Am 3. Tag wurde gesagt, dass er im Krankenhaus sei. Am Ende fand die Familie seinen Leichnam auf einem Friedhof für Personen ohne Verwandte. Im Zusammenhang mit diesem Todesfall wurde der Hauptkommissar Mehmet Torun angeklagt. Er behauptet, dass Cafer Dağdoğan eine Treppe hinunter gesprungen sei und ihm vor dem Ableben gesagt habe, dass die Organisation ihn nicht leben lassen würde und er deshalb gesprungen sein. Es waren insgesamt sieben Polizisten angeklagt.[4] Verlobtes Paar gefoltertDer zweite Teil der Serie von Mesut Hasan Benli erschien in Radikal vom 03.09.2010. Es ging erneut um Folter und Todesfälle durch Folter. Nach den Unterlagen des Vereins der 78er wurden Hasan Asker Özmen und seine Verlobte Birgül K. am 2. Oktober 1980 im Jugendpark in Ankara festgenommen. Sie wurden beschuldigt, der Organisation Halkın Kurtuluşu (Befreiung des Volkes) anzugehören. Die Verhöre führte der Kommissar Enver Göktürk und sein Team. Nach einem stundenlangen Verhör wurde Özmen am 4. Oktober wieder in seine Zelle gebracht. Am nächsten Morgen war er tot. Ermittlungen wurden eingeleitet. Als Zeugin sagte seine Verlobte: "Ich habe gesehen, wie Hauptkommissar Enver Göktürk meinen Verlobten folterte. Er verabreichte ihm Stromstöße. Ich habe es gesehen, als sie mir einmal die Augenbinde abnahmen. Ich wurde neben meinem Verlobten mehrfach gefoltert." Die militärische Staatsanwaltschaft klagte Enver Göktürk und die Polizisten Serdar Kerem und Niyazi Porç wegen Folter an. Im Bericht er Rechtsmedizin stand, dass die Brandspuren auf dem Körper von Özmen durch Pressen eines scharfen und heißen Gegenstand, der Strom leitet, hervorgerufen sein kann. Das Militärgericht 2 der Kriegsrechtskommandantur verurteilte die Polizeibeamten. Der militärische Kassationshof hob das Urteil auf. Nach 6 Monaten in Haft wurden die Polizisten freigesprochen.[5] In der Akte des 18-jährigen Veli Barak steht, dass er am 19. September 1980 festgenommen wurde. Erst 35 Tage später teilte der Staatsanwalt der besorten Familie mit, dass er auf dem Polizeipräsidium in Ankara sei. Die Familie durfte ihn aber nicht sehen. Vor Gericht sagte Veli Barak: "Ich wurde 20 Tage lang unentwegt gefoltert. Einmal rutschte meine Augenbinde herunter. Ich sah, dass ich vom Kommissar Enver Göktürk gefoltert wurde. Auch Hasan Asker Özmen, dem das Gleiche wie mir vorgeworfen wird, wurde von Enver Göktür gefoltert und starb." Im Schandenmuseum werden Foltermethoden durch Puppen dargestellt. Dazu gehören verschiedene Formen des Aufhängens. Da die Stadtverwaltung Altındağ es nicht erlaubte, wird kein Galgen dabei sein, um Hinrichtungen darzustellen, wie die an dem 17-jährigen Erdal Eren. Ercan Koca wurde am 13. Dezember 1980 festgenommen, als er ein Spruchband als Protest gegen die Hinrichtung von Erdal Eren in Demetevler (Ankara) aufhing. Er soll versucht haben, sich der Festnahme durch Flucht zu entziehen. Dabei sei er 4 oder 5 Mal hingefallen. Er wurde zur Polizeiwache gebracht. Vom Bewegungszentrum Tümen wurde dort angerufen und um Überstellung des Verdächtigen gebeten.Der Direktor des Zentrums, Sabri Nuri Karayunus stellte bei Ankunft von Ercan Koca fest, dass dieser kaum auf den Beinen stehen konnte. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert und verstarb an der Blutung der Hirnrinde. Die militärische Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen mit der Begründung ein, dass Koca nicht gefoltert worden sei, sondern sich die Verletzungen zugezogen habe, als er auf der Flucht hinfiel. Sein Vater legte Widerspruch ein und stellte fest, dass sein 17-jähriger Sohn beim Verlassen der Polizeistation Yenimahalle schon im Koma gewesen sei.[6] Folter und Prügel in der HaftanstaltDer dritte Teil der Serie wurde in der Tageszeitung Radikal vom 4. September 2010 veröffentlicht. Der Jugendliche İbrahim Eski wurde in Ankara am 9. November 1980 festgenommen. Zwei Tage später soll er bei einem Ortstermin aus einem Haus geflohen und dabei so schwer gestürzt sein, dass er im Numune Krankenhaus an einer Hirnblutung starb. Die Autopsie fand Spuren von Gewalt am Hinterkopf. Die Rechtsmedizin meinte jedoch, dass die Verletzungen vom Sturz herrührten, so dass die später angeklagten Polizeibeamten frei gesprochen wurden. Folter fand nicht nur bei der Polizei statt. Sie ging im Gefängnis weiter. Aus einem Dokument geht hervor, dass die Pädagogische Hochschule im Stadt Beşevler zu einem Folterzentrum gemacht wurde. Anwälte besuchten ihre Mandanten dort am 13. Mai 1981. Der Anwalt von Birgül K., Sevim Ö. und Meral B. (alles Frauen) berichtete: "Meral B. zeigte mir die Kratzer und blauen Flecken und erklärte, wie sie entstanden waren. Das hörten die Soldaten und Polizisten und stürzten sich auf sie. Vor meinen Augen wurde sie unter Prügeln davon geschleift." Der Anwalt İsmail Çakmak schrieb am 5. März 1984 über einen Besuch im Militärgefängnis Mamak (Ankara): "Ich wollte mit meinem Mandanten Hamdullah Erbil sprechen, Er konnte sich kaum auf den Beinen halten. Kurz nach Beginn des Gesprächs hat ein Gefreiter in aus der Kabine gezerrt. Er muss dazu autorisiert gewesen sein." In einem anderen Schreiben erhob der Anwalt den Vorwurf, dass der Kommandant des Militärgefängnisses in Mamak Major Raci Tetik auf die Gefangenen habe schießen lassen. Einzelnachweise
|
