Die Geständnisse des Ayhan Çarkın

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Nach Angaben in der englischen Wikipedia wurde Ayhan Çarkın 1962 in Erzurum geboren. Er soll als Polizeibeamter an Spezialeinsätzen beteiligt gewesen sein.

Inhaltsverzeichnis

Die Laufbahn

Çarkın wuchs in Erzincan auf. Da seine Familie kein Geld für ein Studium hatte, wurde er 1985 Polizist. Korkut Eken soll ihn in besonderer Kriegsführung ausgebildet haben. In Diyarbakır arbeitete er unter İbrahim Şahin, der ihn auch nach Istanbul brachte, wo er bei Einsätzen gegen Dev-Sol eingesetzt wurde. Zu den Einsätzen gehörten die Überfalle auf vier Wohnungen in Istanbul am 12. Juli 1991, bei denen 10 Militante getötet wurden.[1] Eine weitere Operation fand am 16. April 1992 statt. Drei Militante der Dev-Sol wurden getötet. Ein dritter Einsatz, bekannt als der Einsatz in "Perpa" führte am 13. August 1993 zum Tod der Militanten Selma Çıtlak (22), Mehmet Salgın (21), Sabri Atılmış (16), Hakan Kasa (18) und Mehmet Akyürek (32).[2]

Nach der Entscheidung des EGMR wurden neun Polizeibeamte darunter Ayhan Çarkın, Ayhan Özkan und Ömer Kaplan am 14. Oktober 1994 in Istanbul angeklagt. Der Prozess begann am 31. Oktober 1994. Am 21. Dezember 1999 wurden fünf der neun Polizisten wegen vorsätzlicher Tötung zum Tode verurteilt. Diese Strafen wurden nach verschiedenen Vorschriften (Artikel 50, 59, 463 und 281 der StPO) zu 3 Jahren und 20 Tagen Haftstrafe reduziert. Die anderen Angeklagten wurden freigesprochen, weil sie nicht geschossen hatten. Am 23. Mai 2001 hob der Kassationshof das Urteil auf, da seiner Meinung nach die Polizisten in Notwehr gehandelt hätten. Diesem Urteil schloss sich das Gericht der 1. Instanz am 22. Oktober 2001 an.

Nach einem Bericht in Muhalifgazete vom 21.12.2011 hatte Ayhan Çarkın an den Newroz Feierlichkeiten in Istanbul am 20. März 2011 teilgenommen und hatte danach der Zeitung Radikal von ungeklärten Morden berichtet. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul vernahm ihn, ließ ihn aber frei, da die Angaben abstrakt seien. Im Juni wurde er von der Staatsanwaltschaft in Ankara zu Morden in und um Ankara vernommen und kam am 5. Juni 2011 in Untersuchungshaft. Er ist derzeit (Ende 2011) im F-Typ Gefängnis von Sincan (bei Ankara) inhaftiert. Aufgrund seiner Angaben wurden am 11. August 2011 sieben Polizisten der Sondereinheiten in U-Haft genommen. Noch vor einer Verhandlung ordnete ein anderes Gericht die Freilassung der Verdächtigen Seyfettin Lap, Enver Ulu, Ayhan Akça, Ayhan Özkan, Uğur Şahin und Ahmet Demirel an. Auch der Haftbefehl gegen den Vorsitzenden der Sondereinheit (Özel Harekat Daire Başkanı) İbrahim Şahin wurde aufgehoben. Als Angeklagter des Geheimbundes Ergenekon blieb er jedoch in Haft.[3]

Der Susurluk Skandal

Der Name von Ayhan Çarkın ist auch eng verbunden mit dem so genannten "Skandal von Susurluk".[4] Nach der englischen Wikipedia arbeitete Çarkın mit anderen Killern wie Ayhan Akça, Oğuz Yorulmaz, Ercan Ersoy und dem bei dem Unfall getöteten Abdullah Çatlı zusammen. Er soll auch Leibwächter des bei dem Unfall getöteten Abgeordneten Sedat Bucak gewesen sein. Wegen seiner Beteiligung an der Ermordung des Casino-Königs Ömer Lütfü Topal soll er 20 Monate inhaftiert gewesen sein.

Milliyet vom 24.12.2011 macht auf Widersprüche zwischen den aktuellen Angaben von Ayhan Çarkın und den Ergebnissen der Ermittlungen zu Susurluk aufmerksam. Ayhan Çarkın hatte 1997 vor der parlamentarischen Kommission, die den Unfall recherchierte, eine Aussage gemacht. Während er in den neueren Aussagen İbrahim Şahin, der Chef der Teams für Sondereinsätze, als Kopf der "Todesschwadrone" bezeichnet, habe er seinerzeit behauptet, nichts über ihn und den Tod des Casino-Königs Ömer Lütfü Topal zu wissen. In seiner Aussage von 1997 behauptete Ayhan Çarkın, dass ihm die Morde an Vedat Aydın, Tarık Ümit, zwei iranische Unternehmer, Yener Kaya und Nesim Marke angehängt wurden. Nun aber bekenne er, dass er den "Verschwundenen" Ayhan Efeoğlu mit eigenen Händen begraben habe. 1997 habe er noch behauptet, dass die Samstag-Mütter ein Teil der Terrororganisation sei. 1997 wollte er Mahmut Yıldırım mit dem Decknamen "Grün" (Yeşil) nicht kennen, nun nenne er ihn eine der stärksten Personen.

Angaben zu einzelnen Vorfällen

Seit März 2011 hat Ayhan Çarkın mehrere Aussagen zu Ereignissen vor allem in den 90er Jahren gemacht. Bei einem Gespräch mit dem CHP Abgeordneten für die Provinz Tunceli, Hüseyin Aygün, machte er weitere Angaben. Hüseyin Aygün durfte ihn im Dezember 2011 in dem Gefängnis in Sincan (bei Ankara) besuchen und brach den Besuch nach vier Stunden ab, weil er von der Schwere des Geständnisses beeindruckt war.

Soner Gül und Hüsamettin Yaman

Wie Radikal vom 28.12.2011 berichtete, tut der Mord an den 20-jährigen Soner Gül und Hüsamettin Yaman dem Ex-Polizisten besonders leid. Man hätte ihnen gesagt, dass sie Bomben in einen Bus geworfen hätten. Man habe sie gezwungen sich hinzu knien und gerade als sie abdrücken wollten, riefen die Jugendlichen "Menschlichkeit wird Folter besiegen".

Feyyaz Zaman, der ältere Bruder von Hüseyin Yaman, der damals Student an der Berufshochschule in Istanbul war, berichtete, dass er am 4. Mai 1992 die Wohnung verlassen habe und sie danach nichts mehr von ihm hörten. Bis zu seinem Verschwinden habe er einen Monat in Haft verbracht, weil bei ihm ein Spruchband gefunden wurden. Das Spruchband wurde der Revolutionären Volksbefreiungspartei/Front (DHKP-C) zugeordnet, aber sein Bruder sei kein Militanter gewesen. Bei den Nachforschungen über seinen Verbleib habe die Familie heraus gefunden, dass er von einer Bushaltestelle zusammen mit Soner Gül fortgebracht wurde.

Zum "Verschwinden von Hüseyin Yaman und Soner Gül steht im Jahresbericht 1992 der TIHV (auf Türkisch, Seite 114)

Die zwei Studenten (beide 22) "verschwanden am 4. Mai im Stadtteil Fındıkzade von Istanbul. Der ältere Bruder von Hüseyin Yaman, Feyzan Yaman, sagte, dass sie sich an viele Einrichtungen im In- und Ausland wandten, aber nichts erreichten. Bei der Polizei und am Staatssicherheitsgericht habe man sich damit begnügt zu behaupten, dass sie nicht festgenommen wurden. Jedoch habe er Kleidungsstücke von ihm mit der Bemerkung erhalten, dass sie in einer Organisationswohnung gefunden wurden.

Vorwurf aus Muş

Ayhan Çarkın berichtete Aygün auch von einem bislang unbekannten Ereignis. Sie seien 1994 mit 20 Personen in 2 Fahrzeugen von Antep aus losgefahren. Sie hätten einen 60-jährigen Mann mitgenommen und an der Straße nach Maraş erschossen. Einige Operationen seien auch zusammen mit der PKK durchgeführt worden. In diesem Fall wurden 8 Personen, die Frieden wollten, erschossen und in vorhandenen Gräbern in Muş verscharrt.

Ayhan Efeoğlu

Zu Ayhan Efeoğlu sagte Ayhan Çarkın, dass er unter Folter umgebracht wurde. Ihnen sei ein Paket übergeben worden, das sie für Sprengstoff hielten, weil sie immer wieder den Auftrag hatten, Sprengstoff zu vernichten. Es sei aber ein Mensch darin gewesen. Als er bei den Samstag-Müttern dessen Bild gesehen habe, sei er zusammengebrochen.

Zum "Verschwinden" von Ayhan Efeoğlu steht im Jahresbericht 1992 der TIHV (türkische Ausgabe, S. 115):

Der Student Ayhan Efeoğlu (25) "verschwand" am 6. Oktober. Hacer Arıkan und Ali Tekin, die zur gleichen Zeit auf dem Polizeipräsidium in Gayrettepe (Istanbul) in Polizeihaft waren, sagten, dass ihnen die Fotos von ihm gezeigt und gesagt wurde, dass er auch inhaftiert sei.

In einer der Erklärung der TIHV vom 26. Dezember 2011 (ebenfalls in Türkisch) ist u.a. zu lesen:

Die Morde, die der Polizist Ayhan Çarkın eingesteht, sind nicht neu. Schon zuvor hatte der JİTEM Mitarbeiter Abdülkadir Aygan von vielen Morden in dieser Zeit berichtet. So steht im Susurluk Bericht des vom Ministerpräsidium eingesetzten Inspektionsrates z.B., dass zwischen 1980 und 1990 18 Personen "verschwanden". Die Zahl stieg 1991 auf 24, 1992 auf 316 und 1993 auf 314.[5] Nun besteht die Gefahr, dass diese Verbrechen verjähren sollen. So hat der Staatsanwalt in Istanbul die Ermittlungen zum Verschwinden von Ayhan Efeoğlu und zum "Verschwinden" seines Bruders Ali Efeoğlu[6] in den Jahren 2008 und 2009 wegen Verjährung eingestellt. Er führte die Ermittlungen wegen "Tod durch Folter ohne Tötungsabsicht". Die Verjährungsfrist dafür beträgt 15 Jahre. Bei Mord beträgt die Verjährungsfrist 20 Jahre. Dabei sind die Straftaten ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, für die es keine Verjährung geben sollte.

Gräber der Toten nicht gefunden

Am 22. Dezember 2011 berichtete u.a. haber365.com, dass Ayhan Çarkın von Ankara nach Istanbul gebracht wurde, um die Gräber von Personen zu zeigen, zu deren Ermordung er ausgesagt hatte. Er hatte zur Ermordung von Tarık Ümit, der am 2. März 1995 "verschwunden" war, der Staatsanwaltschaft erklärt, dass es einen Dorfweg in Silivri gebe. Dort hätten sie seinen Leichnam in einem Loch vergraben und mit Gestrüpp zugedeckt. An der von ihm beschriebenen Stelle wurde mit Detektoren und Hunden gesucht, aber nichts gefunden. Zur Ermordung des Unternehmers Behçet Cantürk, der in İstanbul-Fenerbahçe entführt und in Sapanca umgebracht wurde, sollte es einen Ortstermin geben.

Laut Milliyet vom 24.12.2011 geht es bei den Ermittlungen der Staatsanwalt Ankara nicht um das "Verschwinden" von Tarik Ümit, sondern um bisher ungeklärte 16 Morde. Die Opfer sind: Yusuf Ekinci, Faik Candan, Mecit Baskın, Namık Erdoğan, Behçet Cantürk und sein Fahrer Recep Kuzucu, Fevzi Aslan und sein Bruder Şahin Aslan (Verwandte von Cantürk), Medet Serhat, Anwalt von Cantürk und dessen Fahrer İsmail Karaalioğlu, der Unternehmer Savaş Buldan und seine Verwandten Hacı Koray und Adnan Yıldırım, die iranischen Drogenhändler Lazem Esmaeli und Asger Simitko und Metin Vural (ANAP).[7]

Vorhergehende Geständnisse

Nach einem Bericht in Hürriyetport vom 19.12.2011 hat Ayhan Çarkın der Staatsanwaltschaft in Ankara seine Beteiligung an den Morden der Anwälte Faik Candan und Yusuf Ekinci und den Bürokraten Mecit Baskın und Namık Erdoğan gestanden. Über seinen Anwalt hat er Fragen der Zeitung Taraf beantwortet. Hier gestand er den Mord an Tarik Ümit, der seit 1978 im Geheimdienst arbeitete und in den 80er und 90er Jahren an vielen Ereignissen beteiligt gewesen sein soll. Er war am 2. März 1995 entführt worden und danach hatte niemand mehr etwas von ihm gehört.

Auch bezüglich des am 28. Juli 1996 in Istanbul ermordeten Spielhallen-König Ömer Lütfü Topal machte Ayhan Çarkın aufschlussreiche Angaben. Der ehemalige Premierminister Mesut Yılmaz soll demnach den Hintergrund am besten kennen und auch der ehemalige Polizeichef von Istanbul Kemal Yazıcıoğlu wisse Bescheid.

Angaben im Jahresbericht 1994 der TIHV

Im Jahresbericht 1994 der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV)[8] werden folgende Angaben zu den Morden in Ankara gemacht:

  • Yusuf Ekinci, der Anwalt "verschwand" am 22. Februar 1994. Sein Leichnam wurde am 25. Februar 1994 mit 7 Einschüssen im Kreis Gölbaşı von Ankara gefunden.
  • Namık Erdoğan, der stellvertretende Vorsitzende des Inspektionsrats im Gesundheitsministerium wurde am 9. Mai entführt. Am Abend des 9. Mai wurde sein Leichnam nahe von Kırıkkale mit 2 Einschüssen in den Nacken gefunden.
  • Faik Candan, der Anwalt "verschwand" am 2. Dezember, nachdem er sein Büro im Stadtteil Sıhhıye (Ankara) verlassen hatte. Sein Leichnam wurde am Morgen des 14. Dezember ca. 15km von der Kreisstadt Bala bei Ankara entfernt gefunden. Er war vier Mal in den Kopf, Hals und die Brust geschossen worden.
  • keine Angaben zu Necip Baskın im Jahresbericht 1994, in der Liste des Jahresberichts 1993 wird sein Tod mit Datum vom 31.10.1993 vermerkt (Seite 149 der türkischen Ausgabe; Seite 149 der englischen Ausgabe), nach einem Werk von der Dozentin Gökçen ALPKAYA soll die Zeitung Cumhuriyet am 03.10.1933 und die Zeitung Özgür Gündem vom 07.10.1993 berichtet haben).

Angaben bei den Ortsterminen

Im Unterschied zu den Behauptungen von Nazlı Ilıcak in der Zeitung Sabah hat Ayhan Çarkın nicht behauptet, die Gräber der Getöteten zu kennen, sondern es gab Ortstermine zu den jeweiligen Morden. Nach Angaben in der Zeitung Taraf vom August 2011 machte er dabei folgende Angaben:

Mecit Baskın wurde von den Polizisten Ziya Bandırmalıoğlu und Ayhan Akça in einen Ford Transit gezerrt.
In dem Team. das Faik Candan aus seinem Büro holte, waren Ahmet Demirel, Ahmet Sakarya, Uğur Şahin, Sami Gece, Oğuz Yorulmaz, Sait Yıldırım, Ercan Ersoy, Ümit und Lokman. Von der Straße nach Konya sind wir nach Gölbaşı abgebogen. Einige waren vor uns da und die Hinrichtung war schon vollstreckt worden. Die Leiche habe ich nicht gesehen.
Ahmet Sakarya hat Faik Candan getötet. Neben Ahmet Sakarya waren Sami Gece, Uğur Şahin, Lokman, Ahmet Demirel, Ninja, Ayhan Özkan, Ayhan Akça, und einige aus der Gruppe Siirt beteiligt, deren Namen ich nicht kenne. An dem Ort war damals nur eine Fabrik.”

Unterschiede in den Aussagen

In einer Meldung der Zeitung Radikal vom 25.03.2011 wird auf Unterschiede in den Aussagen von Ayhan Çarkın gegenüber Radikal am 22.03.2011 und einer Aussage gegenüber Hürriyet vom 10. Februar 2002 aufmerksam. Im März 2011 hatte er Radikal erzählt:

1986 war ich in der ersten 320-köpfigen Gruppe für Spezialeinsätze, die in den Südosten geschickt wurde. Bis 1990 war ich dort... In diesem Leben habe ich zwei Abdullahs geliebt, einer ist Abdullah Öcalan, der andere Abdullah Çatlı. Beide hatten Führerqualitäten... Im Jahre 1997 kam es im Dorf Pınarcık im Kreis Ömerli (Mardin) zu einem Massaker, bei dem 30 Personen, darunter 16 Kinder getötet wurden. Das Massaker wurde von Gruppen ausgeführt, die von JİTEM gebildet wurden. Das Gleiche gilt für das Massaker von Başbağlar, den Unfall von Bilan und die Jave Dörfer.
Ich war bei jeder Operation in İstanbul dabei. Beim Perpa Einsatz starb ein Mädchen, wurde getötet. Ich war dabei nicht bewaffnet. Ein anderer Ayhan hat das Mädchen getötet. Bei dem Vorfall Sabahat Karataş (in Çiftehavuzlar) war ich dabei, an der Seite von İbrahim Şahin. Bei dem Gefecht in Bahçelievler war ich dabei. Dort starben 15 Menschen. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, bin ich bereit, den Preis zu zahlen. Aber Mörder sind die, die den Befehl gegeben haben.

Im Februar 2002 hatte er gegenüber Hürriyet gesagt:

Wir haben nicht gemordet. Wir hatten unsere eigene Verteidigungsstrategie. Die Republik gab uns die Vollmacht.

Ayhan Çarkın (49) war 19 Jahre bei der Polizei. Er war einer von 6 Bodyguards des DYP Abgeordneten Sedat Bucak. Im Januar 1997 wurde er im Zusammenhang mit dem Susurluk Unfall verhaftet, vom SSG Istanbul zu 4 Jahren Haft verurteilt und war 291 Tage in Haft.

Weiterführende Links

Einzelnachweis

  1. Zu diesem Vorfall fällte der EGMR ein Urteil am 25. April 2006 mit dem Aktenzeichen 19807/92 (Erdoğan und andere zur Suchseite des EGMR). Das Gericht fand eine Verletzung von Artikel 2 der EMRK.
  2. Der Vater von Hakan Kasa zog vor den EGMR. wo unter dem Aktenzeichen 45902/99 am 20. Mai 2008 ein Urteil gefällt wurde.
  3. In der Zeitung Sabah vom 21.12.2011 wies die Kolumnistin Nazlı Ilıcak Vorwürfe zurück, dass die Freilassung ein Komplott sei, für das bestimmte Richter an der 11. und 12. Kammer für schwere Straftaten (vormals Staatssicherheitsgerichte) ausgetauscht wurden. Für die 1994 verübten Morden an den Anwälten Faik Candan und Yusuf Ekinci sowie den Bürokraten Mecit Baskın und Namık Erdoğan habe Ayhan Çarkın viele Personen verantwortlich gemacht, aber an den von ihm gezeigten Orten seien keine Leichen gefunden worden. Neben Ayhan Çarkın verblieb Erhan Ersoy in U-Haft.
  4. In der deutschen Wikipedia steht dazu u.a.: "In der jüngeren türkischen Geschichte ist Susurluk durch den berühmten Verkehrsunfall von Susurluk am 3. November 1996 bekannt geworden. Dabei flog eine politische Verbindung von Mafia, Polizei und Staat auf und löste in der damaligen Regierung Tansu Çiller eine Regierungskrise aus.
  5. Seite 162 des Berichts mit der Grundnummer 10/90 vom 12.10.1995
  6. Im Jahresbericht 1994 der TIHV (in Englisch) ist zum Verschwinden von Ali Efeoğlu zu lesen: "Ali Efeoğlu, a student at the Civil Engineering Faculty of the Istanbul Technical University, who was reportedly detained by the police in Istanbul on 5 January, disappeared. Initiatives to find Ali Efeoğlu, the brother of Ayhan Efeoğlu, who also disappeared in 1992, or to learn his fate, also remained fruitless. The statement made by the family and the friends of Ali Efeoğlu is as follows: “Ali was wanted by the police. Police officers were showing the photographs of Ali to some detainees. After Ali disappeared, we applied to the prosecution offices in Istanbul and demanded information. However, we did not learn anything. During the meeting with the prosecutor in charge of the records of the detainees at the SSC, the prosecutor told us that he did not believe the disappearances and said Ali might have gone to stay with his brother, Ayhan Efeoğlu. When it is considered that Ayhan Efeoğlu had also disappeared, it is clear that the prosecutor implied that Ali disappeared in custody by saying that Ali might have gone to stay with his brother.” In the meantime, a delegation of 5 people who visited Sabri Yavuz, the Chairperson of the Parliamentary Human Rights Commission, on 28 February, demanded help in order to find Ali Efeoğlu. Members of the delegation, who stated that they had applied to the Interior Ministry, Istanbul and Konya Security Directorates, European Human Rights Commission and the Amnesty International for Ali, with no result, demanded more sensitivity towards the cases of Ali Efeoğlu and other missing people.
  7. Am 22. September 1996 veröffentlichte die Zeitung Aydınlık einen MIT-Bericht (nummeriert als 1 und 2). Demnach soll eine Bande um Abdullah Çatlı die Morde an Askar Simitko und Lazim Esmaeili durchgeführt haben. Drogenschmuggler, die der PKK nahestanden, sollen ihnen geholfen haben.
    Dem steht ein Bericht in Özgür Ülke vom 25.01.1995 mit anderer Schreibweise der Namen gegenüber. Hier steht: "Es wurde bekannt gegeben, dass Asker Simko und Zeya Nazim, die als Kontras tätig waren, mit MIT zusammen gearbeitet haben und vor 10 Tagen "verschwunden waren" von den Metropol-Racheteams der ARGK bestraft wurden... Es wurde mitgeteilt, dass Asker Simko und Zeya Nazim vor ihrer Ermordung von der ARGK verhört wurden und die Namen vieler Personen in Erfahrung gebracht wurden, die vom Drogenhandel, über Spitzeldienste bis zur Ermordung der kurdischen Unternehmer in schmutzige und blutige Machenschaften verwickelt waren."
    In den Tagesberichten der TIHV steht unter Berufung auf Meldungen aus Özgür Ülke und Milliyet vom 27. und 30.01.1995, dass die Leichen am 28. Januar im Gebiet von Gümüşyaka bei Silivri gefunden wurden. Die Vermutung war, dass PKK Militante sie töteten, weil sie als Informanten für den Geheimdienst arbeiteten.
  8. Der komplette Bericht als pdf-Datei ist auf den englischen Seiten des DTF zu finden. Die Zitate sind in der englischen Version ab Seite 123, in der türkischen Version ab Seite 122 zu finden.
Datum 111228
Sprache Deutsch
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